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#YouKnowMe: Frauen teilen aus Protest ihre Abtreibungs-Geschichten auf Twitter

Unter dem Hashtag #YouKnowMe berichten Frauen auf Twitter über ihre Abtreibungen. Und Schauspielerin Busy Philipps ist die Frau, mit der alles angefangen hat.

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#YouKnowMe: Frauen teilen aus Protest ihre Abtreibungs-Geschichten auf Twitter
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Im US-Bundesstaat Alabama beschloss der hiesige Senat im Mai ein Gesetz, das Abtreibungen im Grunde verbietet und ÄrztInnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, bis zu 99 Jahre Haft androht. Das Gesetz lässt auch keine Ausnahmen im Falle von Vergewaltigungen oder Inzest zu. Einzige Ausnahme: Die Gesundheit der Mutter ist in Gefahr.

Nur eine Woche zuvor sprach Schauspielerin Busy Philipps das Thema in ihrer Late-Night-Show an. Sie sagte, wie wichtig es sei, Menschen ihre eigenen Entscheidungen zuzugestehen - auch ihre Gesundheit betreffend und forderte "Mitgefühl und Zuwendung" für alle Frauen. Daraufhin schaute sie direkt in die Kamera und sagte, dass viele Zuhause vor dem Bildschirm glauben würden, keine Frau zu kennen, die bereits eine Abtreibung hinter sich hat und fuhr fort: "Nun gut, ihr kennt mich ".

Busy Philips: Abtreibung mit 15

Busy Philipps sei bei ihrer Abtreibung 15 Jahre alt gewesen, wie sie den Tränen nahe erzählte: "Laut Statistik hat eine von vier Frauen vor ihrem 45. Lebensjahr eine Abtreibung", sagte sie weiter und bezog sich dabei auf eine Studie aus dem American Public Health Journal .

Mit 25 zu 6 Stimmen beschlossen

Wenige Tage nach diesem rührend-ergreifenden Kommentar entschieden dann tatsächlich 25 weiße, republikanische Männer das frauenverachtende Gesetz, von dem die Entscheidungsträger selbst niemals selbst betroffen sein werden. Als Antwort darauf bat Philipps Frauen aus aller Welt unter dem Hashtag #YouKnowMe den Mund aufzumachen.

#YouKnowMe erzählt die verschiedensten Geschichten

Und tausende Frauen hörten auf ihren Aufruf. Unter dem Hashtag teilen sie aus Protest ihre Abtreibungs-Geschichten - wie auch unter den Hahstags #ShoutYourAbortion und #OneInFour. Jede Geschichte ist eine andere: Einige Userinnen schreiben wie emotional und schmerzhaft ihre Abtreibung war, während andere schreiben, dass ihnen die Entscheidung leicht gefallen ist. Es gibt Geschichten, die von verheirateten Paaren erzählen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden und von Teenagerinnen, die allein zur Klinik fuhren oder auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen konnten.

Viele bedankten sich bei jenen Frauen, die ihre Geschichten teilten, hoben aber auch hervor, dass sich dadurch niemand gezwungen fühlen sollte, seine Storys zu teilen - aus guten Gründen:

Wie Busy Philips der New York Times erzählte, war es ursprünglich ihre Produzentin Tina Fey, die den Hashtag #YouKnowMe urgierte. Philipps selbst zögerte ... bis das Gesetz in Alabama durchging. Außerdem sprach sie in dem Interview an, dass manche Kritiker ihr vorwerfen, "stolz" auf ihre Abtreibung zu sein:

»Ich habe nie gesagt, dass ich stolz darauf bin. Es ist ein Ding, dass ich erlebt habe - wie auch viele andere Frauen in diesem Land und auf der ganzen Welt. Ich weigere mich, mich dafür zu schämen!«

Wir danken allen, die ihre Geschichten gerade auf Twitter teilen. Denn wir müssen endlich das Stigma enden.

So ist die Situation in Österreich

Übrigens: Das Ganze ist leider längst kein Thema mehr, dass nur konservativ regierte US-Bundesstaaten beschäftigt: In vielen europäischen Ländern, zuletzt auch in Österreich, formieren sich Bündnisse, die die Selbstbestimmungsrechte gegen konservative Angriffe verteidigen. So hat hierzulande unter dem Namen #KeinenMillimeter ein überparteiliches Bündnis eine Online-Petition ins Leben gerufen und kämpft mit öffentlichen Aktionen um den Erhalt des Rechts auf den Schwangerschaftsabbruch wie er derzeit in Österreich ist.