Ressort
Du befindest dich hier:

Camilla Habsburg-Lothringen: Nachfahrin von Maria Theresia im WOMAN-Interview

Ein Zungenbrecher ist's, wie sie selbst schmunzelnd sagt, sie standesgemäß anzureden: "Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit" müsste man formulieren. Doch mit Titeln, das macht die sympathische Erzherzogin klar, geht sie sowieso nicht gerne hausieren. Außer es besteht einer ausdrücklich darauf, in blaublütigen Anredetraditionen zu schwelgen. "Bei manchen ist halt noch eine Sehnsucht da, nach alten Zeiten."


Camilla Habsburg-Lothringen: Nachfahrin von Maria Theresia im WOMAN-Interview
© WOMAN/Stemmer

Sie selbst, sagt Camilla Habsburg-Lothringen, fühlt sich eher von der Zukunft beflügelt. Wenngleich sie natürlich stolz darauf ist, die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin von Kaiserin Maria Theresia - "eine starke Frau, die viel reformiert hat"- zu sein. Hat die Ahnin die Schulpflicht überhaupt erst eingeführt, so hat die Nachfahrin die Vision, Schülern wieder mehr Kreativität zu ermöglichen. "Schöpferische Tätigkeiten sind das beste Ventil für Aggressionen", ist sie sicher und hofft, vielleicht schon im neuen Jahr "so eine Art talentorientierte Therapie-Kurse" anbieten zu können. "Ich bin grad beim Networking zwischen Politikern und Sponsoren", ist sie guten Mutes. Sie hat selbst schon als Kind gebastelt, bis die Wangen vor Eifer feuerrot waren, und fertigt heute hobbymäßig Schmuck und Kleidung an. Auch viele anfallende Reparaturen im Haus mit Hammer und Bohrmaschine macht sie selbst.

Wobei sie nicht nur fingerfertigen Künsten frönt, sondern auch audiovisuellen. Nicht umsonst ist sie mit großer Freude jobmäßig für die Konzertagentur "Stimmen der Welt" tätig, wo auch Künstlerbetreuung in ihren Aufgabenbereich fällt. "Die toskanische Linie der Habsburg-Lothringer, von der ich abstamme, war schon immer im kulturellen Bereich engagiert."

Mit Handkuss
Nicht gerade in der Toskana, aber in Spanien verbrachte die Tochter eines aristokratischen Handelsdelegierten und einer Irin "aus sehr guter, aber nicht adeliger Familie" die Kindheitsjahre. In einem Stadthaus auf Ibiza begeisterte sich das kleine Mädchen neben Ballett, Chorsingen und Musikunterricht für die Märchenwelt, "wobei ich in Gedanken lieber die Hexe oder der Kobold war. Das war viel spannender." Dass die Ungezogenheit größtenteils eine Vorstellung blieb, dafür sorgte allerdings die Frau Mama. "In Spanien wird den Kindern zwar generell mehr erlaubt. Aber ich musste schon gutes Benehmen lernen." Und wenn sie zur Oma an den Mondsee fuhr, wurden noch Handküsse für die Tanten von ihr verlangt.

Eine Geste, die die Absolventin der Werbeakademie heute durchaus bei Männern schätzt. Genauso wie Tür aufhalten, in den Mantel helfen und sonstige Komplimente, die ein Gentleman auf Lager hat. "Das sind gewisse Umgangsformen im Alltag, die Wertschätzung und Respekt ausdrücken".

LESEN Sie mehr in WOMAN 01/09!