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Carcel Clothing: So hilft diese dänische Marke Frauen in peruanischen Gefängnissen

Veronica D'Souza lässt ihre Designs in einem peruanischen Frauengefängnis produzieren, um den Insassinnen den Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu erleichtern.


Carcel Clothing: So hilft diese dänische Marke Frauen in peruanischen Gefängnissen
© Carcel Clothing

Die Gründerin und Geschäftsführerin des Labels „Carcel Clothing“, Veronica D'Souza setzt auf die Produktion ihrer Kollektionen in einem peruanischen Frauengefängnis, um armutsbedingte Kriminalität in gerechte Löhne, Bildung und Hoffnung für eine bessere Zukunft umzuwandeln.

Nach dem Launch des Labels auf der Copenhagen Fashion Week im September hat Carcel seine im Gefängnis hergestellte Strickmode bereits in mehrere Länder geliefert.

Alle Stücke bestehen aus 100 Prozent regionaler Baby-Alpakawolle. Weg von den saisonalen Kollektionen, möchte das Label einen neuen Ansatz verfolgen und dann neue Stücke und Kollektion lancieren, wann es die Produktionskapazitäten erlauben.

Der Name „Carcel“ bedeutet Gefängnis auf Spanisch und die Produktion findet im Frauengefängnis in Cusco, Peru, statt. Dieser Standort wurde aufgrund der Tatsache ausgewählt, dass eine Produktionsstätte dort die größte soziale Wirkung erzielen und man mit einigen der besten natürlichen Materialien der Welt arbeiten könnte. Derzeit arbeiten etwa 13 inhaftierte Frauen an der Produktion der Kleidung.

Carcel begleitet die Frauen und bietet ihnen ein Trainingsprogramm, das auf den vorhandenen Fähigkeiten und Erfahrungen jeder einzelnen aufbaut. „Wir haben eine flexible Produktion mit Raum für verschiedene Erfahrungsstufen. In Peru, insbesondere in der Gegend von Cusco, existiert seit Jahrhunderten eine sehr einflussreiche und ausgeprägte Kultur der Handwerkskunst, was bedeutet, dass alle Frauen in eine lange Tradition des Strickens hineingeboren werden“, erklärt D'Souza auf ihrer Website.

Die Stücke selbst werden ausschließlich im eigenen Onlineshop verkauft und die Preise variieren, je nach Artikel, von 120 Euro bis 1200 Euro.

Käufer finden auf jedem Artikel den Namen der Frau, die ihn hergestellt hat. Darüber hinaus teilt das Unternehmen die Geschichten der Frauen im Gefängnis, indem es den Verbrauchern ein Bild der Frau und ihrer Lebenssituation gibt. „Dies soll eine stärkere Beziehung zwischen der Frau, die es gemacht hat, und der Frau, die es trägt, schaffen", sagte D'Souza.

Außerdem möchte Carcel darüber aufklären, dass sich diese Frauen oftmals aus Notsituationen heraus in die Kriminalität stürzen. Manche wollen Essen für die Kinder kaufen und verkaufen deshalb Drogen, andere wünschen sich eine bessere Zukunft ohne Armut. Genau das möchte ihnen D’Souza ermöglichen und versucht durch das Projekt Fähigkeiten zu vermitteln, die einen Wiedereinstieg in die Gesellschaft erleichtern. Die Frauen haben im Gefängnis bereits einen Job und können Geld für später sparen oder es ihren Familien schicken.

Wer sagt, Mode könne die Welt nicht verbessern, hat sich geirrt! Dieser ist ein Schritt in die richtige Richtung!

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