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Caritas: Der Kältebus wird zum Hitzebus!

Nicht nur extreme Kälte, auch die anhaltende große Hitze macht besonders Obdachlosen zu schaffen. Es gibt weniger Rückzugsorte und kaum Zugang zu gekühlten Räumen. Was wir tun können, um zu helfen.

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Caritas: Der Kältebus wird zum Hitzebus!

Für wohnungslose Menschen ist die anhaltende Hitze oft schwierig zu meistern.

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Die Hitzewelle hält an. Seit Wochen. Kaum ein Tag, an dem das Thermometer in Österreich unter 30 Grad anzeigt. Während einige jetzt wehleidige Stories auf Instagram aus ihren klimatisierten Büros posten und vielleicht die eine oder andere unangenehme Nacht in ihren stickigen vier Wänden verbringen, macht die anhaltende große Hitze besonders Obdachlosen zu schaffen. Es gibt weniger Rückzugsorte und kaum Zugang zu gekühlten Räumen. Sie tragen oft zu warme Kleidung, aus Angst ihr Besitz würde gestohlen werden, und unterschätzen mitunter die Gefahr langer Aufenthalte in der prallen Sonne.

Jetzt bedeutet Wohnungslosigkeit ohnehin Stress. 24/7. 365 Tage im Jahr - Wetterextreme, egal in welche Richtung sie ausschlagen verschärfen die Situation aber noch zusätzlich. Laut APA sind Sozialarbeiter der Caritas-Einrichtung "Gruft" derzeit drei Mal pro Woche an Abenden und nachts und zwei Mal in der Woche untertags unterwegs: "Wir weisen die Betroffenen darauf hin, genug Wasser zu trinken und Schattenplätze aufzusuchen“, so Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner.

Die Hitze wird als Gefahr unterschätzt

Das Bewusstsein für das Problem in der Bevölkerung ist, anders als bei extremer Kälte, sehr gering. Und auch Menschen, die auf der Straße leben können die Gefahr durch die Hitze oft nicht entsprechend einschätzen. Deswegen ist es als Passant umso wichtiger, aufmerksam zu sein und seine Hilfe anzubieten! Aschfahles Aussehen und zunehmende Blässe sind sichere Anzeichen für einen Hitzschlag. Zudem klagen Betroffene über Kopfschmerz, Schwindel oder müssen Erbrechen. Auch Blutdruckabfall und Bewusstseinsstörungen sind typische Symptome.

So reagierst du richtig

Der Patient sollte an einen kühlen Ort gebracht, die Kleidung gelockert und ihm Luft zugefächert werden. So kann sich die Körpertemperatur langsam senken. Ist die Person noch ansprechbar, sollte ihr Oberkörper höher gelagert werden. Einen bewusstlosen Patienten sollte man bis zur Ankunft des Notarztes in der stabilen Seitenlage zu halten.

Rotes Kreuz richtet Kühlraum ein

Damit es erst gar nicht zu solchen Vorfällen kommt, hat das rote Kreuz als Pilotprojekt im Shoppingcenter Nord in Floridsdorf ein "Cooling Center" in Wien eingerichtet, in dem sich Personen für ein paar Stunden vom Hitzestress erholen können. Zusätzlich zur kühlen Luft gibt es dort Versorgung mit Wasser. Auch Haustiere und Essen sind im Zentrum erlaubt. Im Dienst sind freiwillige Rettungssanitäterinnen und -sanitäter. Sie geben auch Tipps zum Verhalten bei Hitze.

Wer hilft mit? Der Kältebus wird in diesen Tagen zum Hitzebus. Das Streetwork Team der Caritas verteilt Wasserflaschen, Kappen, Sonnencreme und leichte Sommerschlafsäcke. Obdachlosigkeit gibt es nicht nur vor Weihnachten, sondern an 365 Tagen im Jahr. Die Caritas braucht laufend Kochgruppen, Sachspenden wie Sonnencremen, Herrenunterwäsche und -socken (alle Größen) Hier könnt ihr euch melden: https://www.gruft.at/Du kannst auch obdachlosen Menschen selbst folgende Sachen anbieten, die ihnen am schnellsten helfen: Wasser; Hygieneartikeln wie Sonnencreme, Deo und Feuchttücher; Kopfbedeckungen wie Kapperl und Tücher; Fächer.

Thema: Report

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