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Causa Arigona Zogaj: Scheidung von Eltern
Nurie und Devat Zogaj ist nun durch

Der nächste Akt im Asyl-Fall Arigona Zogaj ist angebrochen: Wie WOMAN exklusiv erfuhr, ist die Scheidung von Arigonas Eltern Nurie und Devat Zogaj nun durch. Die 18-Jährige und ihre Geschwister dürfen nun wieder Hoffnung auf eine Rückkehr nach Österreich haben.

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Causa Arigona Zogaj: Scheidung von Eltern
Nurie und Devat Zogaj ist nun durch
© APA/Manfred Fesl

Nach Monaten des bangen Wartens ist es endlich soweit: Das Scheidungsverfahren von Nurie und Devat Zogaj – den Eltern von Arigona – ist endlich zu Ende. Und damit ist der Weg frei für eine mögliche Rückkehr nach Österreich. Die Anträge auf mögliche Visa liegen bei der Botschaft und sollen im Idealfall bis Ende November ausgestellt werden. Damit würden Arigona und ihre Geschwister Albin und Albona mit einem Schülervisa, Mutter Nurie mittels Saisoniervisa offiziell nach Österreich zurückkehren dürfen.

Zur Chronologie:

2002 folgten Nurie Zogaj sowie ihre fünf Kinder Alban und Alfred, Arigona, Albin und Albona ihrem Mann und Vater Devat nach Österreich.
2002 – 2007: Sämtliche Asylanträge wurden abgelehnt.
Am 30. September 2007 tauchte ein Brief von Arigona auf, worin sie mit Selbstmord drohte. Etwa eine Woche später tauchte auch ein Video auf, in welchem sie unter anderem die Drohung wiederholte. Die oberösterreichische Landesregierung appellierte am 1. Oktober 2007 einstimmig an Innenminister Günther Platter, den Fall Zogaj wieder aufzunehmen und im Hinblick auf die jüngst präsentierten Kriterien für das Bleiberecht zu beurteilen.
Nach zwei Wochen wurde Arigona Zogaj beim Pfarrer von Ungenach im Bezirk Vöcklabruck, Josef Friedl, welcher ihr Unterschlupf gewährte, aufgefunden. Von diesem wurde sie auch betreut.

Ab dem 16. Oktober 2007 besuchte Arigona Zogaj wieder die Polytechnische Schule in Vöcklamarkt. 2008 machte sie ihren Schulabschluss. Seit dem 8. September 2008 besucht Arigona Zogaj eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Linz.

Am 12. November 2009 publizierte die Kronen Zeitung, dass Arigona und ihre Mutter nun endgültig abgeschoben werden sollen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der negative Asylbescheid der Familie gerade erst zugestellt, sie erfuhr davon aus der Zeitung. Da es sich hierbei um den Bescheid des Bundesasylamtes handelte (Erste Instanz), legte die Familie das Rechtsmittel der Berufung ein. Die Ausweisung hatte daher keine Rechtskraft.

Mitte März entschied der Asylgerichtshof auch in zweiter Instanz negativ, da die Richter der Meinung waren, dass die psychische Erkrankung der Mutter auch im Kosovo behandelbar sei.

Am 9. April 2010 wurde der Ausweisungsbescheid für die Familie Zogaj vorerst ausgesetzt, weil der Anwalt der Familie eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof einbrachte. Diese wurde jedoch am 14. Juni 2010 durch die Erkenntnis, dass der Ausweisungsentscheid des Asylgerichtshofs nicht verfassungswidrig sei, abgelehnt.

Am 22. Juni 2010 wurde Arigona Zogaj, ihrer Mutter und ihren Geschwistern der Bescheid mit der schriftlichen Aufforderung zur „unverzüglichen“ Ausreise durch die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck zugestellt. Drei Tage später gab die Volkshilfe bekannt, dass mit der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck vereinbart worden sei, dass die freiwillige Ausreise der Familie erst nach dem Schulschluss am 9. Juli 2010 erfolgen wird.

Am 15. Juli 2010 verließ Arigona Zogaj gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Albin und Albona schließlich Österreich mittels eines Fluges von Salzburg über Wien nach Priština. Die Abreise wurde wegen des medialen Druckes auf die Familie vom ursprünglichen Termin um drei Tage verschoben. Der Betreuer der Familie von der Volkshilfe gab bekannt, dass die Familie mittels Schüler- bzw. Saisoniervisa auf legalem Weg nach Österreich zurückkommen wolle. Außenminister Michael Spindelegger kündigte an, dass die Zogajs im Fall eines Visumsantrags auf die Unterstützung der österreichischen Botschaften hoffen dürften.

Thema: Scheidung