Ressort
Du befindest dich hier:

Chaos im Kopf: Katharina Resch, eine Migräne-Patientin erzählt über die heftigen Attacken

Von der richtigen Ernährung bis zum richtigen Partner – nur wer auf sich achtet, bekommt den Schmerz in den Griff. Eine Migräne-Patientin erzählt.


Chaos im Kopf: Katharina Resch, eine Migräne-Patientin erzählt über die heftigen Attacken
© Roland Unger

Unser erster Interviewtermin platzte genau aus dem Grund, der Thema dieser Geschichte ist: Migräne. Katharina Resch, 27, wachte morgens auf und wusste, jetzt geht für die nächsten Stunden gar nichts mehr – außer: sich völlig abzuschotten und zu warten, bis die Medikamente wirken.

Normalerweise erkennt die junge Frau schon sehr früh, wenn sich eine Attacke ankündigt. „Nehm ich die Tabletten rechtzeitig, ist der akute Anfall oft schon nach 30 Minuten gestoppt“, erzählt sie. Diesmal aber war alles ein bisschen durcheinander, da sie die Tage davor berufsbedingt viel unterwegs war. Und Stress sowie Abweichungen vom regelmäßigen Tagesablauf sind mit das Schlimmste für einen Migräne-Patienten. Sprich: den Flieger um 6 Uhr früh erwischen zu müssen, Mahlzeiten nicht zur gewohnten Zeit zu bekommen, unter Schlafmangel zu leiden … dann kann der Kopfschmerz-Anfall voll ausbrechen und bei ihr bis zu zwölf Stunden, bei anderen auch über Tage andauern. „Aber“, betont Katharina, „ich bin nur mehr einmal im Monat betroffen.“ Und das ist ein wahrer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass sie sich zu anderen Zeiten jeden zweiten Tag der Attacken wegen daheim verkroch. Heute ist es ihr ein Anliegen, allen Migräne-Betroffenen – das ist in Österreich jeder Zehnte (dreimal so viele Frauen wie Männer) – zu sagen: Wer sich auf die Hinterbeine stellt, kann die Krankheit unter Kontrolle bringen.

Man erträgt keinen Piepser
Katharina Resch war knappe 18, als sie erstmals von den rasenden und typischerweise einseitigen Kopfschmerzen heimgesucht wurde. „Oh Gott, ich sterbe, wieso …?“, kann sie sich noch gut an ihre Verzweiflung erinnern. Und auch daran, dass sie anfing, wahllos Schmerzmittel zu schlucken. Doch gegen Migräne, eine Entzündungsreaktion in der Hirnhaut, wirken diese kaum. Der Hausarzt, den die Wienerin aufsuchte, hatte aber auch keine bessere Lösung. Und so wurde das Leben des jungen Mädchens immer mehr zur Höllenfahrt: „Die Attacken kamen schon jeden zweiten Tag. Mit Übelkeit, Erbrechen, mit Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Da erträgt man kein Radio, kein Fernsehen, kein Surren und kein Piepsen. Da will man auch mit niemandem reden.“

LESEN Sie Mehr zu dem Thema "Chaos im Kopf" in WOMAN 26/2010!

Redaktion: Miriam Berger