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Sind Chips wirklich ungesund?

Chips haben keinen allzu guten Ruf... Doch warum sollten Kartoffeln mit ein bisschen Öl und Salz eigentlich so ungesund sein? Wir haben eine Expertin gefragt.

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Chips ungesund?

Was sollte an Kartoffeln schädlich sein?

© istockphoto.com

Warum haben Chips so einen schlechten Ruf?

"Durch das starke Erhitzen der Kartoffelscheiben in Sonnenblumenöl entstehen Transfettsäuren bzw. giftige Stoffe", erklärt Ernährungsexpertin Mag. Katharina Ziegelbauer. Vor allem im Jahr 2002 sorgten Chips für Schlagzeilen, als schwedische Wissenschaftler Acrylamid in Chips nachweisen konnten. Doch nicht nur in Chips, sondern auch in anderen Lebensmittel, die frittiert, gebacken oder geröstet wurden, konnte man Acrylamidmengen nachweisen. Laut einer niederländischen Studie der Universität Maastricht haben Frauen, die in etwa eine Portion Kartoffelchips pro Tag essen, ein um 50% erhöhtes Risiko an Eierstock- bzw. endometrialem (innere Membran der Gebärmutter) Krebs zu erkranken.

Chips ungesund?

Chips verursachen Schlacken

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erzeugt hoch erhitztes Fett die sogenannte "Feuchte Hitze", also eine Kombination aus Schlacken (nach TCM "Feuchtigkeit", so ähnlich wie unverdaubare Nahrungsreste, die im Körper abgelagert wird) und Hitze, die nach TCM für Entzündungen im Körper verantwortlich ist. "Gemeinsam sorgen Feuchtigkeit und Hitze für das Entstehen schwerer Krankheiten, von Arteriosklerose bis zu Tumoren", erklärt Ziegelbauer. Deshalb empfiehlt die Ernährungsberaterin ihren Klienten nur selten frittierte Nahrungsmittel zu essen. Zu viel Salz trocknet nach TCM außerdem den Körper aus, verhärtet die Arterien und schwächt auf Dauer die Nieren.

Sind Bio-Chips gesünder?

Unsere Expertin zweifelt daran, dass Bio-Chips gesünder, als herkömmliche Kartoffelchips sind: "Das Erhitzen bei hohen Temperaturen ist auch bei Bio-Chips notwendig, um die typische Chips-Konsistenz herzustellen."

Wie immer gilt aber: Die Dosis macht das Gift! Natürlich macht es nichts aus, wenn man hin und wieder Chips nascht! Das darf man dann auch genießen.

Welche gesunden Chips-Alternativen gibt es?

Die TCM-Expertin rät:
DIY Kartoffelchips
Kartoffeln dünn schneiden, mit Olivenöl, Kräutern der Provence und Salz würzen und im Rohr bei 170 Grad etwa 40 Min. backen bis sie leicht knusprig werden. Wer möchte kann die Chips mit Feta oder etwas Speck bestreut - so erhält man gleich eine ganze Mahlzeit, die den Salzhunger befriedigt.

Kirchererbsen-Snack
Kichererbsen (aus dem Glas) waschen und mit Küchenpapier abtupfen, auf Backpapier legen, salzen und etwa 30 Min. bei 180 Grad backen, kann im Glas einige Tage aufgehoben werden.

Kirchererbsen als Snack

Rezept: Gesunde Grünkohl-Chips

Woher kommt der Heißhunger nach Chips?

"Starker Heißhunger nach Salzigem zeigt nach TCM ein Ungleichgewicht der Nieren an, zu denen der salzige Geschmack im 5-Elemente-Kreislauf gehört (Wasser-Element). Der erste Tipp bei Heißhunger auf Ungesundes ist immer, regelmäßig und ausgewogen zu essen. Vor allem ein gekochtes Frühstück, das richtig satt und zufrieden macht, kann helfen", so die Expertin.

Experten-Tipps gegen den Heißhunger:
1. Haferflockenporridge mit Nüssen, Mandelmus und Obst zum Frühstück
2. oder Gemüseeierspeise, getoastetes Brot mit Hummus und gedünstetem Gemüse
3. Auch ein ausgewogenes Mittagessen ist wichtig! Ein schnelles Weckerl oder einen Apfel ist zu wenig!
4. Oft wird auf Eiweißlieferanten vergessen, also Ei, Fisch, Hülsenfrüchte und auch immer wieder mal Fleisch (wenn man es gerne isst). Diese sind Sattmacher und helfen ebenfalls gegen Heißhunger.
5. Die Nieren stärkt man nach TCM mit ausreichend Schlaf (vor Mitternacht ins Bett) und Pausen untertags (Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung)
6. Regelmäßige und vorwiegend gekochte Mahlzeiten, unter Vermeidung von Fertigprodukten, zu viel Zucker und Kaffee sowie Brotmahlzeiten, einnehmen.

Thema: Ernährung