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Bursch oder Mädel: Was ist das Christkind?

Ist das Christkind, das am 24. Dezember die Geschenke bringt, männlich oder weiblich? Wir klären den Weihnachtsmythos auf!

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christkind engel
© istockphoto.com

Es gibt im Leben Fragen, die man sich normalerweise nicht stellt, aber wenn - dann beschäftigen sie einen längerfristig. So auch die folgende: Kann man mit Sicherheit sagen, dass das Christkind ein Bub oder ein Mädchen ist? Denn dargestellt wird das Kind, welches zu Weihnachten die Geschenke bringt, häufig als kleiner Engel im weißen Kleid und goldenen Locken. Also wie ein Mädchen. Doch steht das Christkind nicht für den neugeborenen Jesus? Dann müsste es ein Bursch sein...

ChristUskind: Der Ursprung

Die Geschichte des Christkinds hängt eng mit der Kirchengeschichte zusammen. Demnach soll die Figur von der protestantischen Bewegung geformt worden sein, wobei heutzutage das Christkind mit dem katholischen Glauben assoziiert wird. Zu Luthers Zeiten feierte man den heiligen Nikolaus am 6. Dezember. An diesem Tag wurde der großzügige Bischof aus dem 4. Jahrhundert nicht nur geehrt, sondern auch die Kinder bekamen etwas geschenkt.

Doch da die Heiligenverehrung von den Protestanten abgelehnt wurde, hieß es, dass Luther die Bescherung auf den 24. oder 25. Dezember "verschob". So wurde der heilige Nikolaus durch Jesus Christus, also das Christuskind, ersetzt. Somit verstand sich das Christkind lange Zeit als Sinnbild für Jesus.

Christkind als goldgelockter Engel

Doch im Laufe der Jahre entstanden verschiedene bildliche Darstellungen des Christkinds, das immer häufiger als Engel im Kleid mit goldenen Locken porträtiert wurde. Warum das auf ein Mädchen hinweist? Weil Merkmale wie lange Haare und Kleidchen mit Mädchen assoziiert wurde. Dieses Bild des engelsgleichen Christkinds verselbstständigte sich und wurde Teil des Brauchtums.

Laut KirchenforscherInnen und TheologInnen ist das Christkind deshalb heute eine Art Zwitter, der weiblich aussieht und dessen Ursprung trotzdem in der Religion, also bei Jesus Christus, liegt. Somit bleibt Raum für die eigene Interpretation - manche werden die Geschichte des weiblichen Engels weitergeben. Andere, die noch etwas gläubiger sind, können im Christkind aber immer noch das Jesuskind sehen.

Thema: Weihnachten

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