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Clara Louise im Interview: Die neue Leichtigkeit des Seins

Poetry Slam, aber gesungen: Die Texte von Clara Louise (26) sind Gedichte mit Musik. Zeilen, die Freiraum lassen, um sich selbst zu verlieren und wiederzufinden.

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Clara Louise im Interview: Die neue Leichtigkeit des Seins
© momentbild

Ihr Poesieband „Von verlassenen Träumen & einem leichteren Morgen“ (LOUD Media) ist vor Kurzem erschienen, das Album „Wenn man nichts mehr vermisst“ (47 Music) erscheint am 18. Jänner. Die Message der Deutschen, die schon mit 16 zu ihrem Freund nach Salzburg übersiedelte, wo sie gemeinsam mit ihm die Marketing-Agentur LOUD Media betreibt: Liebe dich und lebe einfach!


Auf deiner Homepage heißt es: „Wer Lyrik mit Melodien verbindet, der schafft eine Parallelwelt, in die man abtauchen kann, wenn man sich dem Alltag entziehen und loslassen möchte.“ Braucht man diese Parallelwelten?
Cara Louise: Es ist gut, wenn man eine eigene Welt hat, in die man abtauchen kann, die einem immer wieder mal Entspannung bringt. Da ist ja gar manchmal nicht so leicht.

Vor allem Abtauchen, ohne dass man in sein Handy schaut … Du schreibst ja in einem deiner Gedichte, dass du oft stundenlang aus den Fenster siehst.
Clara Louise: Wenn man viel am Computer und am Handy ist – das sind wir ja alle mittlerweile – dann ist es gut, wenn man auch loslassen kann. Zum Beispiel Musik hört und mitsingt, ein Buch liest, das einen fesselt. Ich hab mich in den letzten Jahren auch mit Meditation beschäftigt, um wieder mehr Ruhe zu finden. Oder ich lege mich zu Hause einfach auf den Boden und nehme wahr, wie der Untergrund ist. Mache mir klar, dass man ja auch als Person, als Körper existiert, nicht nur virtuell. Dann fühle ich mich wieder geerdet.


Diese Werte werden offensichtlich wieder verstärkt gesucht?
Clara Louise: Die Leute sehnen sich danach, deshalb erlebt Yoga wieder so einen Hype. Das Leben in der virtuellen Parallelwelt, die sich sehr real anfühlt, geht wahrscheinlich eine Zeit lang gut. Aber irgendwann verliert man den Bezug zu sich als Mensch.

Der Titel deines Gedichtbands lautet „Von verlassenen Träumen & einem leichteren Morgen, dein Album heißt „Denn wenn man nichts mehr vermisst“. “ – diese Mischung aus Melancholie und Leichtigkeit zieht sich durch Ihre ganze Arbeit.
Clara Louise: Ja, ich schwanke immer so zwischen Melancholie und Leichtigkeit. Die melancholischen Phasen brauche ich, um Musik zu machen oder Gedichte zu schreiben. Aber natürlich sehne ich mich dann danach, dass ich da auch wieder rauskomme. Ich brauche ja auch Freude und Lebendigkeit.

Manche deine Lieder wirken auch so, als würdest du dir denken: Pfeif drauf, zerbrich dir nicht so viel den Kopf, lebe einfach!
Clara Louise: Ja, das ist etwas, das ich mit meinen Liedern anderen gerne schenken möchte. Mir geht das selbst so, wenn ich Bücher lese, dass ich mir plötzlich denke: Ja, stimmt eigentlich! Ich bekomme dann wieder ein klareres Bild oder denke: Ist doch alles nicht so schlimm! Oder sage: Ist doch alles egal, das mach ich morgen mal. Um Stress loszuwerden, braucht man manchmal die Worte anderer Menschen.

Als Einleitung deines Gedichtbands steht: „Sorge für dich, als wärst du die Liebe deines Lebens“. Das muss einem auch immer wieder mal jemand sagen.
Clara Louise: Aber viele Menschen lassen Selbstliebe gar nicht zu, weil sie Probleme damit haben, gewisse Sachen an sich selbst zu akzeptieren. Auch ich. Ich bin zu anderen gütiger als zu mir selbst. Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass man auch nur ein Mensch ist. Fehler auch mal passieren lassen muss.

Mehr Infos zur Künstlerin und Tourdaten findest du hier.

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