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Zwei Monate Clubhouse – was vom Mega-Trend übrigbleibt. Und: Brauchen wir diese Talk-Räume wirklich, wenn es wieder wärmer wird?

Anfang des Jahres versuchten viele ganz verzweifelt einen Zugang zur Social Media-Neuheit "Clubhouse" zu ergattern. Jetzt, zwei Monate später fragen wir uns: Brauchen wir die App wirklich noch?

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Zwei Monate Clubhouse – was vom Mega-Trend übrigbleibt. Und: Brauchen wir diese Talk-Räume wirklich, wenn es wieder wärmer wird?
© Unsplash

Vor wenigen Wochen hat die Social Media-App "Clubhouse" mit ihrem audiobasierten System einen regelrechten Hype in Europa gestartet. Alle wollten die App, nur wenige haben es geschafft, sich eines der heiß begehrten Profile erstellen zu können. Warum? Das "Invites Only"-Prinzip schränkt den Zugang ein – nur wenige, ausgesuchte Personen ergatterten einen Einladungs-Link und konnten sich auf "Clubhouse" registrieren.

Mittlerweile sind einige Wochen vergangen, das Interesse an der App ist abgeflacht. Aktive UserInnen gibt es zwar aber immer noch, aber der Trubel drumherum ist weg.



Das System der App

Für die Wenigen, denen "Clubhouse" noch kein Begriff ist: Die App ist eine Art Gesprächszimmer, funktioniert also ohne Bilder oder Videos, und eben nur mit den Stimmen der teilnehmenden Gesprächspartner. Man kann sich die App also wie hunderte "Räume" voller Live-Podcasts vorstellen – die Themen der "Räume" reichen von Ernährung bis Musik, von Medienkritik bis Reisen. Man kann dort aber auch gemeinsam einfach nur Schweigen – im Silent-Room.

Als App-UserIn kann man nicht nur den Moderatoren und Moderatorinnen der Räume lauschen, sondern auch selbst am Gespräch teilnehmen, wenn man sich von den RaumgründerInnen freischalten lässt.

Prominentes Publikum

Mittlerweile teilen einzelne Medienhäuser sogar ihre Redaktionssitzungen auf der Plattform. Doch auch international tummelt sich berühmtes Publikum auf "Clubhouse": Größen wie Tesla-CEO Elon Musk und Mark Zuckerberg sind auf den Geschmack der Audio-Only-App gekommen und haben Talks gehostet. Berichten der New York Times zufolge arbeitet der Facebook-Chef aber parallel schon an einem Konkurrenten für "Clubhouse".



Kritik an der App

Durch den Boom in Europa gabs auch einiges an Kritik. Wir haben im Jänner bereits ausführlich darüber berichtet. Die Kurzfassung? UserInnen und MedienexpertInnen bemängeln vor allem den unzureichenden Datenschutz und die fehlende Barrierefreiheit, wodurch die App für viele (nicht hörende) Menschen nicht zugänglich ist. In den Räumen gibt es keine finale Kontroll-Moderation über das, was dort geäußert wird – also gab es bereits Talks, die aus dem Ruder gelaufen, bei denen Rassistisches oder auch Frauenfeindliches ohne Widerspruch geäußert wurde. Plus: Die App ist nur für iPhone-UserInnen verfügbar. Das "Invites Only"-Prinzip schafft außerdem den Eindruck von Exklusivität, wodurch die begehrten Einladungs-Link im Internet sogar für bis zu 150 Euro angeboten werden.

2 Monate Clubhouse

Fazit

Clubhouse hat es bisher (noch) nicht geschafft, Social Media-Größen wie Instagram und Tiktok den Rang abzulaufen. Für alle, die dabei sein dürfen, ist es an manchen verregneten Tagen ein netter Zeitvertreib. Und: Wenn man es schlau anlegt, kann man schon mal in sehr prominenten Runden mitdiskutieren. Trotzdem – unsere Prognose: Sobald Corona vorbei ist und das Wetter schöner wird, wird Clubhouse leer stehen…

Thema: Apps

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