Ressort
Du befindest dich hier:

Conrad Murray: Der Prozess um Tod
von Michael Jackson hat begonnen

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von Michael Jackson durch eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol hat der Prozess gegen den früheren Leibarzt des US-Popstars begonnen. Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Conrad Murray erschien am Dienstag in Los Angeles zu den Eröffnungsplädoyers vor Gericht. Aufgebrachte Jackson-Fans forderten Gerechtigkeit für ihr verstorbenes Idol.


Conrad Murray: Der Prozess um Tod
von Michael Jackson hat begonnen

Rund 300 Menschen harrten seit dem frühen Morgen vor dem Gerichtsgebäude aus. Viele standen Schlange, um einen der sechs für Zuschauer reservierten Plätze zu ergattern. "Gerechtigkeit für Michael", riefen Fans und hielten Plakate hoch, auf denen Murray als "Tier" und "Monster" beschimpft wurde. Eine Gruppe von Jackson-Anhängern betete dafür, dass die Wahrheit über den Tod des "King of Pop" herauskommen möge.

Der 58-jährige Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, ihm drohen bis zu vier Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Jackson im Juni 2009 die Überdosis Propofol verabreicht und seinen Patienten dann vernachlässigt zu haben. Murrays Anwälte wollen dagegen zeigen, dass Jackson unter dem Druck der bevorstehenden Konzerte schon Monate vor seinem Tod körperlich und psychisch schwer angeschlagen war. Sie halten es für möglich, dass der unter Schlafstörungen leidende Popstar sich die Überdosis des Medikaments selbst verabreicht habe, als Murray nicht im Raum war.

Allerdings lehnte das Gericht bereits mehrere ehemalige Ärzte Jacksons als Zeugen ab, mit deren Aussagen die Verteidigung die Medikamentenabhängigkeit des Popstars nachweisen wollte. Kurz vor Prozessbeginn wies Richter Michael Pastor erneut ein von der Verteidigung vorgelegtes Beweismittel ab: Die Videoaufnahmen einer chaotischen Pressekonferenz vier Monate vor dem Tod Jacksons seien für das Verfahren nicht relevant, befand Pastor am Montagabend.

Der Prozess dürfte eines der größten Medienereignisse des Jahres werden. Das voraussichtlich fünf Wochen dauernde Verfahren wird im Fernsehen und Internet übertragen. Der Prozess sollte ursprünglich im März beginnen, wurde dann aber zwei Mal verschoben.

In der vergangenen Woche wurden die fünf Frauen und sieben Männer im Alter von 32 bis 57 Jahren ausgewählt, die über Murray richten sollen. Unter den Geschworenen, die anonym bleiben, sind nach Justizangaben sechs Weiße, fünf Amerikaner hispanischer Herkunft und ein Afroamerikaner. Ihr Bildungsniveau reicht vom einfachen High-School-Abschluss bis zum Master. Die Hälfte der Geschworenen habe sich als Jackson-Fans bezeichnet, hieß es.

Zum Prozessauftakt erschien auch die Familie des verstorbenen Popstars. Seine Schwester Janet kam in einem schwarzen Kleid, Schwester La Toya hielt eine Sonnenblume in der Hand. Auch Jacksons Eltern Katherine und Joe bahnten sich ihren Weg an Fans und Schaulustigen vorbei ins Gerichtsgebäude.

(apa/red)