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Nein, ein Corona-Test vor Weihnachten lässt dich nicht garantiert sicher feiern

Die österreichische Regierung plant Massentests vor Weihnachten: Und viele Menschen erhoffen sich einen negativen Coronavirus-Test, um "ganz normal" feiern zu können. Aber Wissenschaftler und Ärztinnen warnen, dass es hierzu mehr zu beachten gilt!

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Nein, ein Corona-Test vor Weihnachten lässt dich nicht garantiert sicher feiern
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Im Dezember sollen in ganz Österreich (freiwilllige) Corona-Gratistests für alle stattfinden. Bis Weihnachten soll dann noch genug Zeit bleiben, um die aus den Antigen-Tests eruierten positiven Ergebnisse mittels besserem PCR-Test auch zu überprüfen.

So soll es möglich gemacht werden, dass man das Weihnachtsfest im Kreise seiner Lieben feiern kann. Wenn da nicht dieses große ABER wäre. Denn ein negativer Corona-Test ist leider kein Freischein, am 24. Dezember mit seiner Oma kuscheln zu können. Aus den folgenden Gründen:

Der Corona-Test wird zu früh durchgeführt

Kommt man mit dem Coronavirus in Kontakt, gibt es eine Zeit, in der sich das Virus im Körper vermehrt, die sogenannte Inkubationszeit. Bis Symptome auftreten oder die Viruslast hoch genug ist, um durch Tests zuverlässig erkannt zu werden, dauert es durchschnittlich 5-6 Tage. Dies kann aber bis zu 4 weitere Tage variieren, so Dr. Eric Feigl-Ding, Epidemologe der Universität von Harvard. Wird zu früh getestet, kann das Ergebnis also negativ ausfallen, obwohl die Person das Virus in sich trägt. Der oder die Getestete fühlt sich dann sicher, kann aber andere Menschen infizieren oder selbst noch erkranken.

Eine Person, die an einem Tag negativ testet, wird somit möglicherweise nur einen Tag später oder sogar eine Stunde später positiv. Menschen können das Virus aber auch in den Tagen vor dem ersten Krankheitsgefühl verbreiten oder, wenn sie nie Symptome entwickeln.

Die Möglichkeit einer Neuansteckung - sofort nach dem Test

Ein negativer Corona-Test ist eine Momentaufnahme. Zum exakten Zeitpunkt des Testes war man vielleicht nicht infiziert. Aber schon fünf Minuten danach könnte man sich bei jemandem anstecken.

Unterschiedliche Tests: PCR- oder Antigen-Tests

PCR-Test

Corona-Tests, die auf einer als Polymerasekettenreaktion (auf englisch polymerase chain reaction - daher PCR) basieren, können das Virus bereits erkennen, wenn es nur in sehr geringen Mengen vorhanden ist. Die Befunde müssen jedoch im Labor ermittelt werden und die Ergebnisse können so einige Zeit auf sich warten lassen.

Antigen-Test

Antigen-Tests sind im Gegensatz dazu schneller und kostengünstiger - sie können in wenigen Minuten Ergebnisse liefern. Aber sie können ungenauer sein, da sie eine hohe Viruslast im Körper (bzw. im Rachenraum) benötigen, um diese zu erkennen. So kann eine Person, die mit einem Antigen-Test negativ testet, durch PCR tatsächlich positiv getestet werden. Und dieser negative Antigen-Test kann das Risiko erhöhen, dass jemandem ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt wird. Warum diese Art der Testung daher für Massentests nicht ideal ist, erklärt auch Virologe Dr. Christian Drosten in seinem neuen Podcast.

Ein negativer Test sollte nichts am Verhalten anderen gegenüber verändern

Dies bedeutet allerdings nicht, dass Massentests eine schlechte Idee wären. Nur müsste häufiger getestet werden. Um sich eben nicht von einem negativen Ergebnis zu Unvorsichtigkeit verleiten zu lassen.

Für ein großes Weihnachtsfest mit all seinen Liebsten ist es also zu riskant, sich nur auf einen einzigen Test zu verlassen. Deshalb brauchen wir auch negativ getestet weiterhin noch Masken, Abstand sowie regelmäßiges Stoßlüften in geschlossenen Räumen.

Wie das Risiko für Weihnachten verringert wird

Bevor man sich mit anderen zu Weihnachten trifft, könnte man einen negativen Test mit einer zweiwöchigen Quarantäne kombinieren, wenn dies beispielsweise dank Home Office möglich ist. Zudem sollte man mit älteren Familienmitgliedern ein offenes Gespräch über das Risiko eines Treffens führen. Am Weihnachtsabend selbst kann das Risiko gemindert werden, wenn das Abendessen kurz gehalten wird, eine Maske getragen wird, wenn nicht gegessen wird, zwischendurch gelüftet wird sowie von Umarmungen und Berührungen mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, abgesehen wird.