Ressort
Du befindest dich hier:

Wer nimmt das Coronavirus ernster: Männer oder Frauen?

Zu viele sagen: "Mir ist das wurscht", so der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne) am Freitag. Aus einer weltweiten Studie geht hervor, welches Geschlecht das Coronavirus ernster nimmt.

von

Wer nimmt das Coronavirus ernster: Männer oder Frauen?
© iStock

Die Corona-Infektionszahlen schießen in die Höhe, viele Länder in Europa verschärfen die Schutzmaßnahmen und auch hierzulande werden Schritte gesetzt, um die Kapazitäten in den Spitälern nicht zu überlasten. Die Menschen in der Gemeinde Kuchl befinden sich seit Samstag in Quarantäne. Und auch bundesweit gibt es Maßnahmen, die am Montag in einer Videokonferenz der Regierung angekündigt wurden.

Die Befürchtungen vor einem zweiten Lockdown werden lauter

Ob es einen zweiten Lockdown geben wird? "Es liegt an uns allen", so Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Politik fordert auf, die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen und im privaten Bereich darauf zu achten, die Kontakte zu minimieren. Es gäbe zu viele, die sagen "mir ist das wurscht", so Georg Willi, Bürgermeister der Stadt Innsbruck am Freitag. Wie ist es wirklich? Nehmen die Menschen die Corona-Maßnahmen eigentlich ernst? Und gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Eine kürzlich veröffentlichte weltweite Studie gibt Aufschluss darüber.

Frauen nehmen das Coronavirus ernster als Männer

Laut einer Studie, die im Fachblatt "PNAS" präsentiert wurde, nehmen die Österreicherinnen und Österreicher das Coronavirus um einiges gelassener als beispielsweise die britische Bevölkerung. Die Befragung wurde im März und April dieses Jahres in acht Ländern durchgeführt: Australien, Frankreich, Deutschland, Italien, Neuseeland, Großbritannien, den USA und Österreich. Die Ergebnisse:

  • Zu Beginn der Pandemie im März hielten weniger als ein Drittel der ÖsterreicherInnen das Coronavirus für ein großes Gesundheitsproblem.
  • Frauen nehmen das Virus weltweit ernster als Männer.
  • Frauen nehmen laut den Forschenden die Einschränkungsmaßnahmen seitens der Politik ernster.
  • Österreich tanzt aus der Reihe: Im zweiten Untersuchungszeitraum im April verschwand der Unterschied zwischen den Geschlechtern.
  • In allen Ländern ging die Einschätzung zur Gefährlichkeit merklich zurück.
  • Die Zustimmung zu Einschränkungsmaßnahmen ging ebenfalls zurück.
  • Auffällig höher blieben die Zustimmung in Großbritannien und den USA.

Das könnte dich auch interessieren:
Mutter an COVID-19 erkrankt: Wie läuft eine Geburt ab?
Hilft eine Grippeimpfung, um Corona-Symptome zu lindern?
Die unterschiedlichen Symptome von Erkältung (grippaler Infekt), Grippe und COVID-19

Toxic Masculinity?

Wie die Forschenden feststellen, könnten die Umfrageergebnisse Anhaltspunkte zu Sterblichkeit oder Krankheitsanfälligkeit liefern. So könnte das Tragen von Schutzmasken aufgrund der Betonung der eigenen Maskulinität von Männern abgelehnt werden. Das zeige sich aus Beobachtungen von Ländern, die von Männern geführt werden wie etwa den USA oder Brasilien. Generell kommen laut Einschätzungen die von Frauen geführten Länder besser durch die Krise.

Thema: Coronavirus