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Stress und Angst rufen ähnliche Symptome hervor wie das Coronavirus – so erkennst du den Unterschied

Du glaubst ständig, dass dich das Coronavirus jetzt auch erwischt hat? Wie du deine mentale Gesundheit in diesen Zeiten stärken kannst.

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Stress und Angst rufen ähnliche Symptome hervor wie das Coronavirus – so erkennst du den Unterschied
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Es ist schwer, mitten in einer globalen Pandemie einfach mal Luft zu holen. Wortwörtlich. Viele Menschen können derzeit nicht mehr unterscheiden, ob sie wirklich Corona-Symptome erleben, oder einfach ein bisserl zu sehr auf ihre Atmung, ihre Gesundheit achten. Bin ich krank? Ist das ein Symptom? Ist das normal?

Das Problem? Stress und Angst können sich auf unsere mentale und psychische Gesundheit auswirken. Und ähnliche Symptome hervorrufen wie das Coronavirus. Wie du dich fühlst, ist wie du denkst. Und wie du denkst, ist wie du dich fühlst. Wenn du dich also in negativen Gedankenspiralen verlierst, ist es gut möglich, dass du dich irgendwann auch körperlich mies fühlst. Umgekehrt führen positive Gedanken zu einem besseren Allgemeinwohl.

Je mehr du in deinen Körper hineinhörst, desto mehr wirst du auch bemerken. Das schürt die Ängstlichkeit. Wie aber den Unterschied erkennen zwischen Coronavirus-Symptomen und Wehwehchen, die durch Stress und Angst ausgelöst werden?

Die unterschiedlichen Symptome von Erkältung (grippaler Infekt), Grippe und COVID-19

Coronavirus oder Stress? Die Unterschiede

Die Hauptsymptome bei Corona sind nach wie vor Fieber, (trockener) Husten und Atemnot. Gerade Atemnot ist aber auch ein Anzeichen von Angst oder einer Panikattacke. Der Unterschied? Die Atemnot aufgrund von Stress oder Angst kommt von jetzt auf gleich und schwächt sich wieder ab, sobald man selbst ruhiger wird.

Wer aber ständig an Atemnot leidet und nicht einmal einen geraden Satz sprechen kann, ohne nach Luft zu schnappen, sollte besser bei 1450 anrufen. Im Zweifel können auch Atem-Tests helfen. Atme tief ein und zähle bis 20. Wenn du deinen Atem nicht länger als zehn Sekunden anhalten kannst, könnte dies ein Zeichen sein, dass etwas nicht stimmt. Fühlst du dich ängstlich und fängst an zu hyperventilieren, setz dich nieder, schließe deine Augen und fokussiere dich auf langsame, tiefe Atemzüge. Wenn du dich beruhigst und die Atmung langsam wieder normal wird, sollte alles OK sein.

Asthma und Panikattacken

Panikattacken können übrigens auch Asthmaattacken auslösen. Wenn der Inhalator mehrmals täglich benutzt wird, führt das wiederum zu einem schnelleren Herzschlag, was wieder zu Angst und Panik führen kann.

Auch Magenprobleme, Übelkeit und Appetitverlust - durchaus Anzeichen einer Covid-Erkrankung –, sind gleichzeitig Symptome von Stress und Angst. Wenn du allerdings wirklich physisch krank bist, klingen die Symptome nur selten über Nacht ab. Wenn du also morgens aufwachst und nicht unter Atemnot oder an Magenproblemen leidest, bist du eher mental erschöpft als an Corona erkrankt.

Wie du mental trotz der Pandemie auf der Höhe bleibst

1. Immunsystem in Balance halten

Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement sind die vier Säulen des Immunsystems. Schau also, dass du dich gerade jetzt gesund ernährst, Sport treibst, genügend schläfst und dich nicht stressen lässt.

2. Hör auf, ständig deine Symptome zu checken

Egal ob Fieberthermometer oder Google-Suche - dauernd deine vermeintlichen Symptome zu checken, ist unproduktiv. Je mehr du auf deinen Körper achtest, desto mehr Fragen ergeben sich, desto ängstlicher wirst du. Das schürt Panik.

3. Mentale Gesundheit hat Priorität

Stündlich Fieber zu messen ist also nicht unbedingt gesund, deine "psychologische Temperatur" zu messen ist hingegen sinnvoll. Frage dich mehrmals täglich, wie es dir geht, was du brauchst und wie du dich fühlst. Denk dabei daran, dass jedes Gefühl absolut menschlich ist. Es ist normal, sich traurig, ängstlich oder grantig zu fühlen. Gerade mitten in einer Pandemie! Die Gefühle anzuerkennen und zu akzeptieren ist dabei der erste Schritt zu mehr Wohlgefühl.

4. Du musst nicht *dauernd* die Nachrichten ansehen

Wie geht es dir, wenn du dir derzeit die Nachrichten ansiehst oder anhörst? Kann es sein, dass du entspannter lebst, wenn du nicht schon nach dem Aufstehen die neuen Infektionszahlen im Ohr hast? Macht es dich ruhiger, wenn du die täglichen News liest, anstatt sie im Radio oder Fernsehen zu hören?

5. Lenke dich ab

Dank des Lockdowns hast du vermutlich gerade viel mehr Zeit, um dich mit dir selbst zu beschäftigen. Das kann durchaus gut sein, du solltest dich dadurch aber nicht noch mehr stressen. Schau dir einen Film an, such dir einen neue Serie, lies ein Buch, telefoniere mit FreundInnen, schreib einen Brief oder such dir ein Hobby. Das Mantra, auf das du bauen solltest? Wenn es sich gut anfühlt, solltest du mehr davon machen. Fühlst du dich dadurch noch gestresster, dann lass es.

6. Meditation

Du fühlst dich panisch, unrund, dein Herzschlag wird schneller? Versuch, dein Nervensystem wieder runterzufahren. Zum Beispiel mit diesen Übungen.

7. Geh raus!

Schau, dass du zumindest ein bisserl Sonnenschein abbekommst und geh raus. Beweg dich. Und halte dabei Abstand. Und wenn es nur 10 Minuten sind.

8. Rede mit FreundInnen und Familie

Es ist einfach, sich in negativen Gedanken zu verheddern. Stress ist ansteckend. Sprich also mit deinen Liebsten darüber, wie ihr möglichst positiv und gemeinsam durch diese Zeit kommt. Schaut, was der jeweils andere braucht, geht respektvoll miteinander um und seid nachsichtig - vor allem wenn ihr unter einem Dach wohnen solltet. Gemeinsam schaffen wir auch diese Zeit!