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Geheimtipps: Kennst du schon die Costa del Sol?

Luxus, Geschichte & Urlaub treffen an der Costa del Sol aufeinander. Unsere Kollegin hat die Südküste Spaniens bereist und Geheimtipps mitgebracht!

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costa del sol spanien

Nordsee, Spanien oder doch England? Die Costa del Sol ist wunderschön und verwirrend zugleich.

© Privat

"Das müssen die besten Vorhänge aller Zeiten sein", denke ich, während ich mich aus dem Hotelbett in die Dunkelheit stemme. Es ist 7:30 Uhr und der zweite Tag meiner Reise an die Costa del Sol, die Südküste Spaniens. Ich reiße die Vorhänge auf und hoffe auf gleißendes Sonnenlicht - doch nichts. Draußen ist es stockdunkel. Nach fünf verzweifelten Blicken auf die Handyuhr und einem Blick auf die Wetter-App wird klar: Im Süden von Spanien geht die Sonne im Herbst erst um halb neun auf.

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Ja, das ist der Sonnenaufgang in Alcaidesa. Um 8:30!

"Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.", ist mein erster Gedanke. Und das ist auch der beste Satz, mit der man die Costa del Sol beschreiben könnte. Denn neben Sommer, Sonne, Sandstrand findet man hier geschichtsträchtige Orte, trashige Luxushafen, eine englische Enklave neben einer wahren Drogenhochburg, 70 Golfplätze, Ziegen, Gänsegeier, Korkeichen, Premium Hotels, vorzügliches Essen, spanische Kultur und viele deutsche Gäste.

Klingt gut? Dann lest weiter, denn ich habe einige Geheimtipps von der andalusischen Küste für euch. Von Hotels, über Ausflugsziele bis zu Lokalen, ist von allem etwas dabei!

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Der Fels von Gibraltar: Majestätisch, grau und ziemlich groß. (Das Gelbe ist übrigens Teil der Flugzeuglandebahn)

Gibraltar - Gibt es einen schrägeren Ort in Europa? Wenn es um Gibraltar geht, weiß ich gar nicht, wo ich mit dem Erzählen anfangen soll. Doch zuerst die Basics: Die Stadt gehört zum Vereinigten Königreich, liegt aber im Süden von Spanien. In den 400er Jahren nahmen die Mauren große Teile Spaniens ein, darunter auch Gibraltar. Anfang der 1700er eroberten dann die Briten den Ort und mit dem Vertrag von Utrecht einige kampfreiche Jahre später, garantierten die Spanier den Briten, dass Gibraltar für immer ihnen gehören solle.

Nun bemerkt man in der Stadt all jene Einflüsse sofort. Die maurischen Bauten rund um den Rock of Gibraltar, die alte spanische Stadtmauer und die Main Street in der Innenstadt - jeder hat Gibraltar seinen Stempel aufgedrückt. Obwohl der Ort nicht wahnsinnig groß ist, kann man hier ziemlich viel erleben. Unbedingt besuchen sollte man den Europa-Point, also den südlichsten Punkt der Halbinsel. Dort sieht man an klaren Tagen hinüber nach Marokko, das nur 21 Kilometer entfernt ist.

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Gibraltar ist eine Mischung aus britischem Touri-Örtchen, Yachthafen von Monaco und einem Naturpark auf Bali.

Auf dem Rock of Gibraltar, der auch Affenberg genannt wird, leben - wie der Name schon sagt - Affen. Diese springen zwar gerne Menschen an, klauen aber nichts (außer man hält dummerweise etwas Essbares in der Hand). Das liegt daran, dass sie gefüttert und regelmäßig tierärztlich versorgt werden. Fun Fact: Die Tierarztpraxis des Affen-Doktors liegt im "Ocean's View" Hospital, das ein dreierlei aus Psychiatrie, Altenheim und eben Tierarztpraxis ist.

Man kann auch Touren in den Fels machen, weil dieser angeblich komplett hohl ist. Einerseits wegen einem natürlichen Tunnelsystem. Andererseits, weil er seit jeher als militärische Basis verwendet wird. So sind große Teile noch immer militärisches Sperrgebiet!

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Ungefähr eine halbe Stunde Fahrt vom Fels entfernt - immer noch eindrucksvoll.

Nach Gibraltar kommt man am besten zu Fuß! Dass heißt, man parkt sein Auto in La Línea de la Concepción, der angrenzenden, spanischen Stadt, und spaziert dann durch die Grenzkontrolle. Natürlich könnte man auch fahren, aber da eine Flugzeuglandebahn die Stadt teilt und vier, bis fünfmal ein Flieger dort landet, kann es zu Stau kommen.

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Auf der Ziegenkäsefarm lässt sich das eine oder andere Tier gerne kraulen.

Von Gänsegeiern & Ziegen An der Costa del Sol herrscht ein ausgeklügeltes Ökosystem, betont der Tierarzt der Ziegenkäsefarm "Sierra Crestellina". Wenn eine Ziege am Feld stirbt, dann kann das Aas von den Gänsegeiern aufgelesen werden, die in den Bergen rund um Caseres und Sierra Crestellina in den Felsen leben. Wenn eine Ziege jedoch im Stall stirbt, muss sie aus Hygienegründen verbrannt werden. So kommt es, dass Gänsegeier aktiv jagen gehen und kleine Tiere reißen.

Mit Inbrunst spricht der Tierarzt über den Hof, der seit vier Generationen betrieben wird. Normalerweise führt er Schulklassen durch oder betreut Käse-Workshops, doch jetzt will er unserer Gruppe die Bedeutung einer solchen Farm näherbringen. Wir besichtigen den Hof, die kleine, blitzsaubere Fabrik und natürlich den Stall. Die Ziegen geben zwar nicht viel Milch, doch dafür ist diese besonders schmackhaft, erklärt er uns. Die Tiere werden dreimal die Woche gemolken und durch eine selbstgebaute Schlauchkonstruktion fließt die Milch in die Fabrik. Den Käse kann man in drei Ausführungen verkosten und kaufen: Frisch, halbgeräuchert und geräuchert.

Der Ausflug nach Sierra Crestellina lohnt sich, denn die bergige Region hat ihren ganz eigenen, wilden Charme. Auf der Farm kann eine Führung gebucht, aber auch nur so im Laden Käse gekauft werden. Tipp: Weiter nach Casares fahren! Über der weißen, idyllischen Stadt thront eine Ruine, zwischen deren alten Mauern man einen unglaublichen Ausblick über die Gegend genießen kann.

Marbella - St. Tropez des Südens Hier, im Süden von Spanien treffen die Extreme aufeinander: Alte Bauernhäuser, die neben der Autobahn langsam zerfallen und überschwänglicher Luxus in den Urlaubsorten. Zu letzterem gehören auch Marbella und der Vorort Puerto Banús. Im Vorort findet man richtig kitschige Restaurants mit Goldstatuen und Luxusautos, die vor riesigen Yachten parken.

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Yachten, Luxus-Karren & Palmen in Marbella und Puerto Banús.

Mit einem Katamaran kommt man easy von Puerto Banús nach Marbella. Auf der Fahrt kann nicht nur die Küste betrachten, sondern auch den ziemlich eindrucksvollen Berg Sierra Blanca, der sich hinter der Stadt erstreckt. Marbella wiederum, ist die spanische Version von St. Tropez: Man schlendert an üppigen Palmen auf der Seepromenade, bestaunt mit halbem Auge die falschen Gucci-Taschen der Straßenhändler und geht dann teuer Fischessen. Der Sandstrand ist wunderschön und sehr einladend. Und die Stadt behält ihren Flair auch bei Regen - glaubt mir!

Im Herbst: Costa del Golf Aufmerksame Betrachter werden den Fotos ansehen, dass während der Reise nicht die besten Wetterbedingungen geherrscht haben. Warum also, sollte man im Herbst an die Costa fahren, wenn es doch so schirch ist? Klar, beim Wetter ist immer ein Fünkchen Glück oder Pech dabei, aber Fakt ist, dass es in Andalusien zirka 300 Sonnentage gibt. Auch im Herbst! Und da es dann aber nimmer so heiß ist (im Sommer kann es locker um die 40 Grad haben), spricht die Costa dann eine andere Zielgruppe an: Nämlich die GolferInnen! Mit mehr als 70 Golfplätzen in unmittelbarer Nähe, ist die Costa del Sol der Traumort für eine Sportreise

Unterkommen

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Links: Familiär im Aldiana Costa del Sol / Rechts: Keine Kids im Iberostar Marbella

Family First Wer mit der Familie unterwegs ist oder gerne rundum versorgt wird, sollte im Aldiana Club Costa del Sol unterkommen. Das Clubhotel bietet All-Inklusive-Versorgung an und schaut trotz seiner beachtlichen Größe, nicht wie ein riesiger Klotz aus. Vielmehr sieht das Gelände wie ein eigenständiges Dorf aus und im Endeffekt hat es auch alles, was ein super-fancy Dorf haben kann: Tennisplätze, Kinderbetreuung, Indoor-Pool & 2 Outdoor-Pools, ein Restaurant, eine Bar, einen Club, ein Strandlokal und noch vieles mehr. Plus: Das Hotel organisiert hervorragende Touren zu interessanten Orten in der Umgebung. Die Guides strotzen nur so vor Insiderwissen und man hat das Gefühl, in kürzester Zeit, das Meiste gesehen zu haben.

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Im Iberostar Barbella gibt es Zimmer mit Mini-Dachterrasse und Privat-Jacuzzi....

Pärchen-Trip Wer es ruhiger mag und nicht unbedingt All-Inklusive braucht, sollte im Iberostar Marbella Coral Beach unterkommen. Das Hotel wurde fast komplett renoviert und strahlt frischen Luxus aus. Natürlich darf man mit Kindern kommen, doch die Zimmerkategorien eignen sich eher für Pärchen. Es gibt Zimmer mit Privat-Jacuzzis, mit riesigem Fernseher und Popcornmaschine und solche, mit einem Zugang zu einem Privatpool, den sich nur 13 Zimmer teilen. Marbella ist quasi nebenan und auch in Puerto Banús kann man in zahlreichen Lokalen essen gehen.

Wie am besten buchen? Ob man jetzt lieber ins Reisebüro geht oder doch im Netz stöbert: Bei Thomas Cook findet man all die oben erwähnten Optionen auf einen Blick.

Essen

Essen in Spanien... Was soll man dazu schon groß sagen, außer: köstlich!

Im Rahmen der Reise haben wir an diversen Orten geschlemmt: Im 5-Sterne-Hotel in Gibraltar, im "La Vista"-Strandklub im Aldiana Hotel, in einem Fischlokal in Marbella und im Luxusrestaurant „La Cabaña de Sotogrande“. Eins kann man pauschal sagen: Das Essen war hervorragend. Pro-Tipp: In vielen der Hotels kann man auch nur essen gehen, ohne selbst Gast zu sein. Wer also an der Unterkunft spart, kann trotzdem einen Hauch Luxus in den diversen Lokalen genießen.

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Diesen Fischteller bestellt man auf eigene Gefahr für eine Person. Zu dritt lässt er sich aber wahrscheinlich bequem verspeisen.
Thema: Reise