Ressort
Du befindest dich hier:

24 Frauen klagen an: Hamburger Couchsurfing-Gastgeber soll sie vergiftet haben

Couchsurfing-Nutzerinnern werfen Hamburger vor, ihnen Harndrang und Durchfall auslösende Mittel gegeben zu haben.

von

24 Frauen klagen an: Hamburger Couchsurfing-Gastgeber soll sie vergiftet haben
© iStock

Couchsurfing - ein Prinzip, das wir eigentlich lieben. GastgeberInnen stellen kostenlos ein Bett oder eben eine Couch zur Verfügung, können im Gegenzug selbst bei anderen NutzerInnen übernachten. Das Ganze funktioniert über eine Internet-Plattform, auf der man die NutzerInnen auch bewerten und Erfahrungsberichte schreiben kann.

Der mittlerweile gelöschte Profil des Gastgebers, dem jetzt angelastet wird, 24 Frauen vergiftet zu haben, las sich dabei ideal: Er sei "zuvorkommend", "klug", "höflich". In WhatsApp-Nachrichten, die dem Hambuger Abendblatt vorliegen, schickte er seinen Gästen sogar Listen mit den Sehenswürdigkeiten der Hansestadt, schreibt, dass man sich auch in seiner Abwesenheit nach Belieben aus dem Kühlschrank bedienen dürfe.

Substanzen in Getränken und Essen

Was allerdings irritiert. Auffallend viele Gäste wurden bei ihrem Aufenthalt in Hamburg krank. Sie plagte Durchfall, schwerer Harndrang, ständige Müdigkeit und schwere Krämpfe. Die meisten taten das als Virus ab - erklärbar durch die langen und oft strapaziösen Anreisen per Flugzeug, Auto oder Zug.

Dann aber schreiben sich ein paar der betroffenen Couchsurferinnen, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Der Vorwurf: Der Gastgeber habe diese Krankheiten verursacht, indem er seinen Gästen Substanzen ins Essen oder Getränke mischte, die Durchfall oder Harndrang auslösten.

Dem aber nicht genug: Der Gastgeber versuchte dann durch verschiedenste Methoden, den Gang zur Toilette hinauszuzögern, indem er sie auf lange Spaziergänge schickte, die Toilette für unbenutzbar erklärte oder seine Dusche als WC anbot. Insgesamt 24 Frauen aus Deutschland, Polen, Spanien, Frankreich, Weißrussland, Argentinien, Dänemark, Belgien, Kasachstan und Russland klagen jetzt an, er habe sie gequält und erniedrigt.

Hat der Gastgeber heimlich Fotos gemacht?

Mehrere Opfer fürchten nun, dass ihr Gastgeber heimlich Fotos oder Videos gemacht hat, um sie ins Internet zu stellen. "Es gibt perverse Leute, die zahlen für so etwas viel Geld", schreibt ein Opfer dem Hamburger Abendblatt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt.