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"Größe 34 war der Modelagentur zu dick!"

Die Wienerin Bianca Speck ist unser "Curvy Supermodel" in der Show auf RTL2. Im Talk mit WOMAN spricht sie über Körperbewusstsein, ihren Alltag und Zukunftspläne!

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Bianca Speck - Curvy Supermodel aus Österreich

Bianca liebt Make-up und steht auch dazu!

© Privat

Bei diesem Wiener Model ist der Name Programm. Bianca Speck ist am Montag bei der Casting Show "Curvy Supermodel. Echt. Schön. Kurvig" auf RTL 2 eine Runde weiter gekommen. Nun sind für die 25-jährige Studentin der Psychotherapiewissenschaften in den nächsten Wochen Catwalktrainings und Castings angesagt. Zwar ist sie mit ihren 1,74m und 72 Kilo wohl eine ganz normale Durchschnittsfrau, zählt aber trotzdem schon zu "Plus Size". Im Interview verrät die Blondine, wie sie dazu steht und was sie über den allgemeinen Magerwahn im Modelbiz denkt.

Bianca Speck - Curvy Supermodel aus Österreich
Gratulation, Bianca Speck ist in der 2. Runde!

WOMAN: Liebe Bianca, du bist als Österreicherin bei der Show auf RTL2 „Curvy Supermodel. Echt. Schön. Kurvig.“ eine Runde weiter! Magst du erzählen, wie es dazu kam, dass du dich für die Show gemeldet hast?
Bianca Speck: Ich habe mich bereits mit 14 bei einer Wiener Modelagentur beworben (damals noch Größe 34/36) und mir wurde gesagt, ich sei zu dick. Zum Glück hatte ich damals bereits genug Selbstbewusstsein, um nicht auf den Rat dieser Agentur einzugehen, der lautete: “Wir wollen dich in 3 Wochen wiedersehen und bitten dich bis dahin nur einen Apfel pro Tag zu essen!“ Dies wurde sogar durch tägliche Anrufe während der Schulzeit kontrolliert, mit der Frage: “Hast du schon abgenommen.“ Nach einigen Wochen des aufgezwungenen Essverbotes, bin ich zu dem Entschluss gekommen, lieber gesund zu sein, als in der Modewelt Fuß zu fassen. Durch Zufall sah ich letztes Jahr die erste Staffel der Sendung "Curvy Supermodel" - eine Revolution in der Modelwelt. Das war Anlass genug für mich, den Traum vom Modeln wieder aufleben zu lassen und mich zu bewerben.

Biancas Auftritt in der Show "Curvy Supermodel" auf RTL2:

WOMAN: Hast du auch schon davor gemodelt?
Bianca Speck: Ich bin immer schon gerne vor der Kamera gestanden und hatte hier und da Shootings mit Fotografen - als professionelles Model habe ich aber nie gearbeitet. Durch meine absolvierten Schauspielseminare und meiner Ausbildung zur Radiomoderatorin hatte ich jedoch schon diverse Sprechrollen in Serien. Da ich finde, dass das perfekte "curvy Supermodel" sollte ein „allround-Talent“ sein, könnte mir das jetzt in der Show zu Gute kommen.

WOMAN: Du bist mit Größe 38/40 eigentlich Durchschnitt in Österreich. Trotzdem gehörst du im Model-Biz in die Kategorie „Plus Size“. Wie stehst du dazu?
Bianca Speck: Eigentlich finde ich es fast schon amüsant, dass man ab Größe 38 als „Übergröße/Plussize“ in der Modewelt angesehen wird, bin dennoch froh darüber, dass somit auch Platz für uns Frauen abseits einer Size Zero geschaffen wird, um als Model durchstarten zu können. In vielen Kommentaren zur letzten "Curvy Supermodel"-Sendung haben Leute geschrieben, dass es eine Frechheit ist, dass man sich ab Größe 38 bewerben darf, weil das doch viel zu dünn sei - aber wo wäre dann der richtige Platz für Leute mit meiner Figur?

WOMAN: Was hältst du von all den superschlanken Models, die auf den Catwalks der großen Modeschauen zu sehen sind?
Bianca Speck: Um ehrlich zu sein, beneide ich die "Size-Zero"-Models überhaupt nicht, da ich weiß, wie hart die Modelbranche sein kann. Hier sind Essensverbote ganz normal... Wenn ich mir die Fashionshows dieser Welt ansehe, dann sehe ich selten gesund aussehende Frauen, sondern einfach junge Mädchen, die alles versuchen, um ihr unterernährtes Gewicht zu halten, damit sie an Modelaufträge kommen.

WOMAN: Also gibt es keine Models, die von Natur aus so schlank sind?
Bianca Speck: Es ist kein Geheimnis, dass extrem schlanke Models häufig zu äußerst bedenklichen Mitteln greifen (müssen), um ihr Gewicht zu halten. Watte getränkt in Wasser, um ihren Magen zu füllen - das ist kein Gerücht. Sowas passiert in der Modelwelt tatsächlich ständig. Natürlich kann man nie alles verallgemeinern, es gibt genug Frauen, die essen können was sie wollen und dennoch schlank sind. Darüber möchte ich auch gar nicht schimpfen. Meiner Meinung nach ist „skinny-shaming“ genauso schlimm wie „fett-shaming“. Wenn ich aber an den Dreh von „Curvy Supermodel“ zurück denke, dann ist mir eines stark aufgefallen: alle Mädels hatten irgendwie ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Aber wer wäre nicht glücklich, wenn es als Model erlaubt ist, „normal“ zu essen und sich das eine oder andere Stückchen Schokolade zu gönnen? (lacht)

WOMAN: Gab es in deinem Leben eine Zeit, in der du deinen Körper nicht so gern mochtest?
Bianca Speck: Auch an mir ist das typisch schlanke Schönheitsideal der Modebranche in jungen Jahren nicht spurlos vorüber gegangen. Wenn man sich als junges Mädchen permanent mit gephotoshopten Topmodels auf Werbeplakaten vergleicht, fällt es schwer glücklich zu sein, wenn man keine Größe 34 trägt. Jetzt, mit 25 Jahren, kann ich darüber nur lachen. Das Traurige ist aber, dass Frauen auf der ganzen Welt etwas an sich und ihrem Körper auszusetzen haben – ganz gleich welche Größe sie tragen. Darum ist die Show "Curvy Supermodel" für mich eine Revolution, die den Frauen zeigen soll, dass es okay ist, nicht „perfekt“ zu sein, und dass man auch mit Kurven (oder gerade deswegen) verdammt gut aussehen kann.

WOMAN: Hast du das Gefühl, dass es hier ein Umdenken, vielleicht sogar einen Trend gibt?
Bianca Speck: In Amerika gibt es schon länger einen „curvy Model“ Trend. Ich glaube die Modemacher kommen immer mehr dahinter, dass „normale Frauen“ gerne sehen würden, wie die Mode an ihnen aussehen könnte. Wenn ich mir selbst die meisten Schaufensterpuppen der Designer anschaue, dann frage ich mich oft, ob man überhaupt noch Rippen haben darf, um das Kleid tragen zu können (lacht). Während der Sendung habe ich mich viel mit den anderen Teilnehmerinnen unterhalten und erfahren, dass Labels wie Gerry Weber gezielt nach Frauen mit 38-40 suchen, um sie als "Plus Size"-Model zu buchen. Für andere Agenturen hingegen beginnt "Plus Size" oft erst ab Größe 44. Darum bin ich sehr gespannt, welche Jobs zukünftig auf mich zukommen.

WOMAN: Was macht eine Frau deiner Meinung nach schön?
Bianca Speck: Schönheit ist etwas sehr Subjektives und Individuelles. Der Spruch „wahre Schönheit kommt von innen" hat etwas Wahres an sich. Jedoch finde ich es, bezogen auf den Körper, doch wichtig, dass alles noch im gesunden Bereich ist. Wenn jemand auf mich total unterernährt aber auch übergewichtig wirkt, dann sehe ich das in seltenen Fällen als „schön“ an.

WOMAN: Du bist groß, schön und kurvig. Wie reagieren Männer auf dich? Wirst du beim Fortgehen oft angequatscht?
Bianca Speck: Ich muss sagen, dass Männer meine Kurven immer schon schön fanden und das auch als Zeichen von Weiblichkeit angesehen haben. Dennoch werde ich beim Fortgehen eher selten angesprochen.

WOMAN: Woran liegt das?
Bianca Speck: Ich denke, das liegt eher daran, dass ich sehr selbstbewusst wirke. Wenn ich einen Raum betrete, komme ich leicht mit fremden Menschen ins Gespräch und brauche daher einen Mann, der eine Frau an seiner Seite möchte, die auffällt. Die langen blonden Haare und meine Vorliebe für Make-up machen die Lage oft nicht besser (lacht). Wenn sich dann aber doch mal jemand zu mir traut, höre ich oft Sätze wie: “Wow, ich hätte gar nicht gedacht, dass du hübsch UND sogar lieb bist!“ Wie man merkt, muss der zukünftige Mann an meiner Seite sehr selbstbewusst sein, um mit mir mithalten zu können.

WOMAN: Machst du Sport?
Bianca Speck: Ich muss zugeben, dass ich noch nie einer von den Menschen war, die ohne Sport nicht leben können. Dennoch habe auch ich mittlerweile meine Phasen in denen ich merke, dass mir Bewegung gut tut. Was man nicht vergessen darf ist, dass auch wir "Curvy Models" auf eine straffe Haut achten müssen, darum kommt man um den Sport auf Dauer nicht drum herum (lacht).

WOMAN: Was gibt's bei dir zum Frühstück?
Bianca Speck: Ich liebe ein ausgiebiges Frühstück – meistens gehe ich dafür ins Rochus, weil die sogar den ganzen Tag lang Frühstück servieren. Da ich mich aber nie entscheiden kann, nehme ich oft Speck (Nomen est Omen) mit Spiegeleiern, dazu ein Croissant mit Marmelade und ein Joghurt mit frischen Früchten. Was ich außerdem ziemlich regelmäßig (vor allem in der Früh) trinke, ist Kokoswasser. Seit meinem Thailandurlaub bin ich ein richtiger Kokosnuss-Junkie geworden und merke, dass mir das richtig gut tut.

WOMAN: In welchen Läden kaufst du am liebsten ein?
Bianca Speck: Mein absolutes Lieblingsland (sowohl von den Leuten, wie auch von der Mode) ist England. Gib mir paar Stunden in London und ich garantiere dir, dass ich vor lauter Shoppingtaschen tragen meine Arme kaum mehr spüre (lacht).

WOMAN: Was machst du in deiner Freizeit?
Bianca Speck: Meine Freizeit verbringe ich unglaublich gerne mit meinen Freunden. Ich finde, dass ich mittlerweile in einem Alter bin, in dem sich die Spreu allmählich vom Weizen getrennt hat und ich kann mich glücklich schätzen ein paar ausgewählte Leute meine Freunde nennen zu dürfen. Am liebsten testen wir neue Restaurants, weil gutes Essen für meine Lebensqualität wesentlich ist.

WOMAN: Ich habe gelesen, dass du einen Mopsmischling hast!
Bianca Speck: Ich war früher Mitglied bei Animal Care und deswegen schon öfters in den Tierheimen in Ungarn und in Tötungsstationen in Rumänien. Tierschutz ist mir allgemein sehr wichtig und so bin ich auch zu meinem Hund gekommen. Ich bin ein totaler Tierliebhaber und finde, dass man den Charakter eines Menschen erkennt, in dem man sieht, wie er mit Tieren umgeht.

Bianca Speck - Curvy Supermodel aus Österreich

WOMAN: Du studierst ja eigentlich Psychotherapiewissenschaft. Ist das Modeln für dich nur ein Nebenherjob?
Bianca Speck: Ich studiere seit meinem 19. Lebensjahr Psychotherapiewissenschaften und habe bereits vor 2 Jahren meinen Bachelor-Titel gemacht. Nun bin ich am Ende meines Magistersemesters. Ich finde der Beruf des Therapeuten hat keine Altersbeschränkung, was beim Modeln nicht der Fall ist. Sollte ich wirklich das Glück haben und als Model gebucht werden, werde ich mir bestimmt überlegen, den Beruf des Therapeuten in späteren Jahren weiterzuführen und würde mich in jungen Jahren eher auf das Modeln konzentrieren.

WOMAN: Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Bianca Speck: Ich bin ein unglaublicher Beziehungsmensch und das Single sein erfüllt mich nicht wirklich. Daher hoffe ich, dass ich in den nächsten Jahren einen Mann finde, der mich so liebt, wie ich bin, um dann in 10 Jahren zu zweit (oder vielleicht sogar schon zu 3.) bei einem Gläschen Wein die schönen Momente des Lebens zu genießen. Wenn ich in 10 Jahren noch immer in der Modelbranche sein sollte, kann ich dann wirklich sagen, dass ich es geschafft habe.

WOMAN: Zum Thema Körperbewusstsein und Selbstbewusstsein: Was rätst du jüngeren Mädchen?
Bianca Speck: Man könnte jungen Mädchen so unglaublich viele Dinge raten – „Steh zu dir“ - „vergleiche dich nicht mit anderen“ - „sei stolz auf dich und deinen Körper -
Fakt ist aber, dass die Sätze alles nichts bringen, wenn man jung ist und die Probleme manchmal größer wirken, als die mögliche Lösung. Selbstbewusst durch's Leben zu gehen und nicht auf die Meinung anderen zu hören, erlernt man nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, denn jedes Erlebnis und jede Situation macht einen reicher an Erfahrung. Ein Grund für mich in dieser Show mitzumachen war es auch, jungen Mädchen zu zeigen, dass es okay ist, nicht dem Mode-Idealbild zu entsprechen, sich trotzdem im Bikini zeigen zu dürfen und auch noch stolz auf sich und seinen Körper sein darf. Wenn ich eine Weisheit weitergeben müsste, die mir oft im Leben geholfen hat, dann halte ich viel von dem Satz : "Lerne die Dinge zu akzeptieren, die du sowieso nicht ändern kannst.“

Bianca Speck treffen:

Jeden Montag ab 19 Uhr gibt es ein „cometogehter“ mit Bianca Speck im Red Lion Pub, wo sich das "Curvy Supermodel" gerne für junge Mädchen Zeit nimmt, um mit ihnen über das Thema Figur und Selbstbewusstsein zu sprechen.

Die nächste Folge von "Curvy Supermodel. Echt. Schön. Kurvig" könnt ihr am Montag, den 24. Juli 2017, um 20:15 Uhr auf RTL2 sehen.

Kommentare

Autor

Sorry, aber sie sieht leider so künstlich aus. Außerdem zieht sie immer wieder die gleiche Schnute. Ich möchte sie eher nicht als Vorbild. Die aufgespritzten Lippen, Wangen und gemachte Brust steht nicht für ein gesundes Köperbewisstsein. Ein Idol trägt Kurven und Makel mit Stolz.. Ein Schrei nach Aufmerksamkeit

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