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Die völlig verrückte Sache mit den Knöpfen

Es gibt sie, die Rätsel des Alltags. Wusstest du zum Beispiel, warum Damenblusen und Herrenhemden anders geknöpft werden? Eben! Der verrückte Grund.

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Die völlig verrückte Sache mit den Knöpfen

Bei Frauen sind die Knöpfe auf der linken Leiste, das Knopfloch auf der rechten

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Kennt ihr das? Da sitzt ihr in einer Runde mit Freunden – und ganz plötzlich stoßt ihr auf ein Rätsel des Alltags. Etwa: Warum haben Hosen einen Reiß- und keinen Klettverschluss? Oder eben: Warum sitzen bei Damenblusen die Knöpfe auf der linken, bei Herrenhemden auf der rechten Seite?

Immerhin handelt es sich hierbei um ein zwar winzigkleines, aber doch ein Zeichen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Faktum ist: Bei der unterschiedlichen Knöpfung von Damen- und Herrenhemden handelt es sich um ein Relikt einer alten Tradition, die einfach unhinterfragt in die heutige Zeit portiert wurde.

Weil wir derlei Wissen zwar nicht für essentiell, aber doch lustig und interessant halten (und wir davon ausgehen, dass es euch genauso geht) , bringen wir euch die wichtigsten und kuriosesten Theorien zur verschieden gesetzten Knopfleiste bei Männern und Frauen näher.

Warum werden Männerhemden und Frauenblusen anders geknöpft?

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Theorie 1: Es geht um die Waffe. Bei Herrenhemden sitzen die Knöpfe auf der rechten Leiste, das Knopfloch auf der linken. Eine Theorie besagt, dass anno ewig her Ritter und Edelmänner zumeist Schwerter trugen. Da das Gros der Menschen Rechtshänder ist, war es einfacher und praktischer, die Knöpfe mit der linken Hand zu öffnen, während die rechte die Waffe nicht aus der Hand ließ. Hinweise darauf sehen die Knopfforscher in der alten Porträtmalerei. Hier hält der wackere Held meist eine Hand in der Mantelöffnung – von rechts nach links. Die Waffen-These lässt sich sogar in die Zeit der Jäger und Sammler zurückverfolgen. In der Rolle des Mannes als Jäger war es nötig, die Waffe von links nach rechts zu ziehen. Wäre diese an der rechten Seite eines Kleidungsstückes befestigt, so hätte der Säbelzahntiger den Kerl verspeist, noch eher dieser den Steindolch umständlich zücken hätte können.

Alles fein und gut. Aber diese Theorie erklärt freilich noch nicht, warum dann die Knöpfe bei Damenblusen auf der LINKEN Seite sitzen. Deshalb:

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Theorie 2: Die Babys sind schuld. Auch bei den Frauen gibt es mehr Rechts- als Linkshänder. Weshalb die meisten ihre Kinder auf dem linken Arm tragen, um den rechten relativ frei zu behalten. Liegt nun die Öffnung ihrer Bluse auf der rechten Seite, so können sie die Knöpfe mit der freien Hand fürs Stillen schneller öffnen.

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Theorie 3: Die Wahrheit liegt auf dem Rücken der Pferde. Es klingt ein wenig kurios – aber was weiß man schon? Da Frauen früher im Damensitz auf dem Pferd ritten und sich dabei eher auf die rechte Seite drehten, verhinderten die auf der linken Seite gesetzten Knöpfe, dass der kalte Wind ungehindert durch die Blusenöffnung blasen konnte.

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Theorie 4: Es geht um puren Gender-Trotz. Die Anfänge der Industrialisierung, in der auch zahlreiche Herstellungsprozesse standardisiert wurden, fallen mit dem Entstehen der ersten Frauenbewegungen zusammen. Eine (vielleicht ein wenig boshafte) These besagt, dass die vorwiegend männlichen Hersteller kleine Unterschiede in der Kleidung benutzten, um die vermeintlich großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu betonen. In diesem Falle wäre die Link-Rechts-Knöpfung weniger eine Frage der Praktikabilität denn der Gender-Philosophie.

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Die vernünftigste These. In frühen Vorzeiten waren Knöpfe ein Privileg wohlhabender Frauen. Diese mussten sich nicht selbst an- und auskleiden, sondern verfügten dazu über eine Heerschar von Zofen. Diese waren zumeist Rechtshänder. Und taten sich leichter, wenn sie die Knöpfe am beblusten Korpus der Adeligen mit eben dieser Hand aufzwirbelten. Und auch wenn das tägliche Ankleiden mittlerweile eine DIY-Angelegenheit ist, so wurde dieses Wohlstands-Relikt einfach übernommen.

Von wegen UNISEX

Stört uns die unterschiedliche Knöpfung eigentlich? Nein. In Wahrheit ist es uns nämlich ziemlich egal, ob Männer ihre Knöpfe mit der rechten oder der linken Hand öffnen und ob es dabei Unterschiede gibt. Interessant ist einzig, dass die meisten Labels, "Unisex" noch immer männlich dominiert verkaufen. Das "Oxford Button-Down"-Hemd von Hersteller American Apparel etwa verfügt über die männliche Knöpfung: Knöpfe rechts, Knopfloch links.

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