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Das will ich von dir wissen

Mirjam Weichselbraun & Klaus Eberhartinger: Wir baten die "Dancing Stars"-Moderatoren zum Interview. Und stellten ihnen dabei keine einzige Frage. Das übernahmen sie selbst.

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Das will ich von dir wissen
© Ernst Kainerstorfer

Auf der Show-Bühne sind sie seit sechs Jahren ein eingespieltes Team! Mit Schmäh und Sympathie punkten Fernseh-Lady Mirjam Weichselbraun, 32, und EAV-Urgestein Klaus Eberhartinger, 63, als Moderatoren-Duo im ORF-Quotenhit "Dancing Stars". Neben stressigen Proben für ihre Auftritte und durchorganisierten Presseterminen bleibt den Entertainern allerdings wenig Zeit sich wirklich kennenzulernen. Und einander das zu fragen, was sie vom anderen schon längst wissen wollten. Für WOMAN verabredeten sich die beiden Publikumslieblinge jetzt zum gemütlichen Talk über den Umgang mit dem Älterwerden, jugendliche Exzesse und den permanenten Druck von außen. Wir lauschten für dich mit …

Eberhartinger: Deine Tochter ist am Tag nach deinem Geburtstag zur Welt gekommen. Eigentlich ärgerlich. Das wär’ ein schönes Geschenk gewesen!

Weichselbraun: Ich bin mir nicht sicher, ob wir ein ganzes Leben lang unseren Geburtstag hätten teilen wollen (lacht). Warst du eigentlich damals bei der Geburt deines Sohnes dabei?

Eberhartinger: Ja und die ging irrsinnig schnell. Ich hab’ damals den Schluss draus gezogen: So schlimm is des a wieder ned! (lacht)

Weichselbraun: Du hast ja Medizin studiert. Hast du dich mit Geburten ausgekannt?

Eberhartinger: Ein bisschen. Ich hab immerhin vier Semester durchgehalten. Ich kann dich also zumindest zerlegen.

Weichselbraun: Aber nicht mehr zusammenbauen. Bereust du manchmal, dass du nicht Arzt geworden bist?

Eberhartinger: Wenn ich krank bin. Ich traue Ärzten nämlich nicht. Wenn ich was hab, geh ich gern zu einem zweiten.

Weichselbraun: Ich bin ein Hypochonder und habe das schlimme Problem, meine Symptome zu googeln. Was das betrifft, bin ich sehr ängstlich. Auch bei meiner Tochter.

Eberhartinger: Wer von euch hat den Namen Maja für euer Mädchen ausgesucht?

Weichselbraun: Mein Freund hat ihn vorgeschlagen und ich fand ihn schön. Jetzt aber zu dir! Ellen DeGeneres hat bei den Oscars gesagt: Das Wichtigste im Leben ist Jugend. Stimmst du dem zu und wärst du manchmal gern 30 Jahre jünger?

Eberhartringer: (schlägt die Hände überm Kopf zusammen und ruft laut): Na ned vielleicht! In seiner Jugend kann man sich nämlich ohne schlechtes Gewissen Exzesse erlauben.

Weichselbraun: Wie seinerzeit mit den EAV-Groupies?

Eberhartinger: Bei uns sind die Mädels nie in Ohnmacht gefallen …

Weichselbraun: Du hattest aber bestimmt ein paar Frauen aus dem Publikum …

Eberhartinger: Natürlich! Das war in unserer Anfangszeit, weil wir eine Unterkunft brauchten. Verpflegung und auch sexuelle Ablenkung (lacht). Irgendwann wird man aber g‘scheiter!

Weichselbraun: Das ist ein Vorteil, wenn man älter wird: Man findet zu sich selbst! Ich zum Beispiel mag mich heute um einiges mehr als vor zehn Jahren. Weil ich sehr viel genauer weiß, was ich will und vor allem, was ich nicht will. Davon profitiere ich privat und im Job!

Eberhartinger: 32 ist doch kein Alter! Ich finde ja, dass Frauen ab 30 so richtig aufblühen. Warte mal, wenn du mein Alter erreicht hast! Zu meinem 60er dachte ich mir: "Heast, Oida! Jetzt siehst schon ein bisschen das Dunkel am Ende des Tunnels.“

Weichselbraun: (überlegt kurz) Wann findest du dich eigentlich am schönsten, Klaus?

Eberhartinger: Wenn i nockat bin (lacht)! Ich laufe gern nackt in der Wohnung herum.

Weichselbraun: In welcher?

Eberhartinger: Na, in meiner. Aber gerne auch mal in deiner, wenn dich das nicht stört! In schönen Anzügen fühl’ ich mich auch sehr wohl. Ich mag nur nichts, was die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet!

Weichselbraun: Das seh’ ich immer ein bisschen kritisch! Es gibt natürlich Sachen, die mir nicht gefallen. Wenn ich aber merke, dass sich die Leute damit schön fühlen, denk’ ich mir: Was ist dran verkehrt? Das ist wie bei Kim Kardashian, wo alle während ihrer Schwangerschaft gesagt haben, dass sie keine engen Klamotten anziehen darf … Jo, mei, was regt’s euch
auf? Dann findet sie’s halt geil!

Eberhartinger: Apropos Schwangerschaft! Du hattest gleich nach der Geburt wieder eine Top-Figur. Viele Frauen sagen danach gern: Das dauert noch, bis die Kilos runter sind …

Weichselbraun: Recht haben sie! Die Leute finden’s super, wenn man nach einer Schwangerschaft noch schlanker ist als davor. Damit setzen sie einen sehr unter Druck! Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mich während meiner Schwangerschaft mehr gehen lassen sollen. Ich hab’ brav Sport gemacht und bin essenstechnisch nicht ausgeflippt.

Eberhartinger: Ich kenn' dich nur als disziplinierte Ernährungswissenschaftlerin!

Weichselbraun: Ja, ich will wissen, was ich esse!

Eberhartinger: Ich hau’ mir ab und zu Junkfood rein, bereue es verdauungsmäßig aber sofort. Wenn ich in Kenia bin, bin ich gezwungen, frische Sachen zu essen.

Weichselbraun: Und was isst du, wenn du in Wien im Hotel bist?

Eberhartinger: Ich bin ein passionierter Würstlstandler! Ich liebe Käsekrainer!

Weichselbraun: Bäh! Damit kannst du mich jagen!

Eberhartinger: Dann schnell das Thema wechseln (lacht)! Wie gut gehst du mit Kritik um? Ich bin darin ja sehr schlecht. Schon in der Schule war ich böse, wenn mich ein Lehrer kritisiert hat …

Weichselbraun: Ich lese kaum Sachen über mich, weil ich mir das immer schwer zu Herzen nehme. Da renn’ ich dann ein paar Tage mit dem Gedanken herum, was ich nicht alles ändern muss.

Eberhartinger: Du hast im Laufe deiner Karriere schon etliche Leute interviewt. Wer war dein schwierigster Interview-Partner?

Weichselbraun: Justin Bieber! Die himmeln den alle so an. Dabei ist er echt mühsam. Ihn zu interviewen macht keinen Spaß. Es muss ja niemand ein Interview geben. Nur ich finde, wenn einer zusagt, dann soll er sich auch z’ammreißen!