Ressort
Du befindest dich hier:

Darm: Spiegel der Gesundheit

Als zentrales Organ regelt der Darm die Verdauung, produziert Hormone, steuert das Immunsystem & kommuniziert mit dem Gehirn. Läuft es im Bauch nicht rund, hat das Auswirkungen auf den ganzen Körper.

von
Kommentare: 0

Darm: Spiegel der Gesundheit
© istockphoto.com

Die menschliche Gesundheit ist eine komplexe Sache. Sie wird von den unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Viele davon sind der Medizin noch gar nicht wirklich bekannt. Deshalb ist es auch oft schwer, Krankheiten richtig zu diagnostizieren und die Ursachen dafür zu finden. Aber kein Grund zur Verzweiflung. Erstens lernt die Wissenschaft täglich dazu, zweitens weiß man mittlerweile trotzdem recht viel darüber, wie unser inneres System arbeitet. Dass der Darm zum Beispiel ein Schlüsselorgan ist, stellt niemand mehr infrage. In ihm laufen Verdauung, Immunsystem, Nervenzellen und mehr zusammen. Beinahe im Wochentakt gibt es neue Erkenntnisse darüber, was er und die rund 100 Billionen Bakterien, die in ihm leben, alles beeinflussen. Wichtigste Erkenntnis: Eine Unzahl an Krankheiten und Beschwerden, von denen man das nie glauben würde, haben hier ihren Ursprung. Welche das sind, warum das so ist und was man dagegen tun kann, erklären wir hier. Und wir stellen Hotels vor, die Entgiftungsprogramme für einen gesunden Darm anbieten.

Schaltzentrale

Unser Verdauungstrakt versorgt den ganzen Körper. Das Immunsystem ist hier beheimatet, Hormone werden produziert, gute von schlechten Nahrungsbestandteilen getrennt und Schadstoffe abgeleitet. Außerdem beherbergt der Darm ebenso viele Nervenzellen wie das Gehirn, und diese kommunizieren sehr rege miteinander. Man spricht ja auch vom Bauchgehirn bzw. vom Bauchgefühl. Hier werden wichtige Entscheidungen getroffen. "Unser Darm und sein Mikrobiom, also die Bakterien, die ihn bevölkern, beeinflussen unseren Gemütszustand und unsere Leistungsfähigkeit enorm", weiß Dr. Alex Witasek, Allgemeinmediziner und Darm-Experte. Doch leider funktioniert dieses Gesundheitszentrum im Bauch nicht immer reibungslos. Falsche Ernährung und stressiger Lebensstil bringen es aus dem Gleichgewicht. Erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt, sind Blähungen, Verstopfung, Durchfallneigung, ständiges Völlegefühl oder Bauchschmerzen. "Das sind aber nur die Anzeichen, die wir selber mit dem Darm in Zusammenhang bringen", weiß Witasek. "In Wirklichkeit hängt eine Vielzahl an weiteren Beschwerden mit diesem Organ zusammen." Zum Beispiel Rückenschmerzen. Der Darm ist nämlich an der Wirbelsäule befestigt. Arbeitet er nicht ordentlich, kann er durch Ablagerungen ausleiern. Das zieht dann an der Wirbelsäule bzw. drückt auf die Reflexzonen an Lendenwirbeln und Schultern. Daraus können sogar chronische Schmerzen entstehen. Auch leichte Inkontinenz (z. B. beim Husten oder Lachen) hängt damit zusammen. Hier drücken schlaffe Darmpartien auf die Blase, bei heftigen Bewegungen tropft es ein bisschen. Wird der Darm mit Entgiftung von alten Rückständen befreit, erhält er durch neugewonnene Elastizität seine ursprüngliche Form zurück, die Probleme lösen sich oft wie von selbst.

Bakteriengewimmel

Verantwortlich dafür, dass im unteren Trakt alles rund läuft, ist das Mikrobiom. Ein ungesunder Lebensstil mit viel Stress, schlechter Ernährung, zu wenig Bewegung und Schlaf bringt es rasch aus dem Gleichgewicht. Die Folge, wie Dr. Witasek erklärt: "Der für die Verdauung zuständige Parasympathikus schaltet sich aus. Den Darmbakterien werden nur halb verdaute Speisen vorgesetzt. Diese vergären oder verfaulen dann, die dabei entstehenden Gifte können sich im Körper ausbreiten. Dazu kommt, dass das Immunsystem nicht mehr reibungslos arbeiten kann, die Hormonproduktion wird negativ beeinflusst und der Austausch zwischen Bauch und Gehirn funktioniert nicht mehr so gut." Die Folge sind verstärkte Infektanfälligkeit, Entzündungsherde im Körper, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und schlechte Stimmung bis hin zu Depressionen wegen Serotoninmangel. Die gute Nachricht: Wir können ganz leicht etwas dagegen tun, indem wir unseren Lebensstil ändern. Die wichtigsten Regeln: Langsam und in Ruhe essen, zu gesunden Lebensmitteln greifen, viel trinken, Freiräume schaffen, regelmäßig Sport treiben, damit die Stresshormone abgebaut werden, ausreichend schlafen und dem Darm immer wieder einmal durch Entgiftung eine Pause gönnen.

Durchlässig

Doch woher kommen die vielen weiteren Krankheiten, die mittlerweile mit dem Darm assoziiert werden, wie Migräne, Blasenentzündung, Arteriosklerose oder Rheuma? Dafür verantwortlich ist das Leaky Gut Syndrom, die medizinische Bezeichnung für einen durchlässigen Darm. Durch schlechte Ernährung, zu viel Alkohol, Medikamente, Gärung im Darm, Gluten- oder Histaminunverträglichkeit wird die Darmschleimhaut grobmaschiger. Als Folge gelangen Substanzen in den Blutkreislauf und damit in den gesamten Körper, die dort nichts verloren haben. Diese pathogenen Keime können riesige Schäden anrichten. Auch hier ist der richtige Ansatz eine Darmsanierung. "Doch Achtung, eine bloße Kur mit Probiotika reicht hier nicht mehr", betont F. X. Mayr-Arzt Witasek. "Denn die guten Darmbakterien müssen sich auch festsetzen können. Ist das Milieu im Darm sehr schlecht, kann man zuführen, so viel man will, mit dem nächsten Stuhlgang ist alles wieder weg. Die richtige Therapie ist eine Darmsanierung unter ärztlicher Aufsicht. Dabei wird schonend gegessen, mit Bauchmassagen die Verdauungstätigkeit und Entgiftung angeregt, viel Ruhe und Bewegung sollen Stress abbauen. So kann sich das Mikrobiom erholen, die Darmschleimhaut regeneriert sich."

Früh anfangen

Wie sich das Milieu zusammensetzt, das wird übrigens schon früh im Leben bestimmt. "Die Grundlagen werden bei der Geburt gelegt", weiß Anita Frauwallner, Expertin für Probiotika, da wandern die verschiedenen Bakterienstämme ein. Passiert die Geburt auf natürlichem Weg, wird dabei der Darm des Neugeborenen automatisch mit den Bakterienstämmen der Mutter besiedelt. Bei einem Kaiserschnitt dagegen erfolgt die Besiedelung willkürlich. Ein weiterer Punkt ist das Stillen: "Dabei gelangen Bakterien aus dem Darm der Mutter über die Milch zum Säugling. Das Immunsystem baut sich quasi selbst auf", erklärt Frauwallner. Was aber, wenn ein Kind nicht gestillt werden kann? Neue Forschungen weisen darauf hin, dass Probiotika mit speziellen Bifidobakterien und Lactococcen den Darm des Säuglings positiv beeinflussen können.

Bakterienkiller

In weiterer Folge ist es gut, wenn das Immunsystem des Kindes möglichst viele Keime kennenlernt und sich merkt. Dann ist es im späteren Leben gut gewappnet. Ein gesundes Mikrobiom enthält bis zu 500 verschiedene Bakterienstämme, jeder Einzelne hat seine ganz spezifische Aufgabe im empfindlichen Gleichgewicht. Dessen größter Feind ist das Antibiotikum. Frauwallner: "Ein Antibiotikum unterscheidet nicht zwischen gut und schlecht, es tötet möglichst viel. Muss man es einnehmen, sterben dadurch 30-40 Bakterienstämme ab, zum Teil unwiederbringlich." Doch was tun, wenn Antibiotika unbedingt nötig sind? Wie beim Leaky Gut Syndrom kann man über gesunde Ernährung den passenden Nährboden wiederherstellen. Nimmt man begleitend zur Antibiotikatherapie gleich Probiotika ein, werden die abgestorbenen Bakterienstämme postwendend zugeführt, der Schaden hält sich in Grenzen. Zusatzplus: Je ausbalancierter die Darmflora, desto eher bekommt man Übergewicht in den Griff. Denn man weiß, dass manche Bakterien die Nahrung besonders gut verwerten. Das Mikrobiom kann man mit entsprechenden Probiotika aus der Apotheke (WOMAN hat bereits darüber berichtet) ausgleichen.

Wechselwirkung

Und so eine Balance bringt noch viel mehr: Neue Forschungen weisen darauf hin, dass sich auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder Autoimmunerkrankungen dadurch verbessern. Die haben zwar nicht unmittelbar mit dem Verdauungsorgan zu tun. Doch muss der Körper keine Infekte, Entzündungen und mehr bekämpfen, kann er diese Energie für das Immunsystem nützen, das sich so besser um diese Probleme kümmern kann. Höchste Zeit also, unserem Darm mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Hier gibt's die besten Darmsanierungs-Programme

Weissenseerhof
Das Bio-Vitalhotel am Weissensee in Oberkärnten hat sich auf Darmsanierung und Komplementär-Medizin spezialisiert. Beim Abschalten und Stressabbau hilft die wunderschöne Umgebung zusätzlich. Das achttägige F. X. Mayr-Paket mit zwei ärztlichen Untersuchungen, Bauchbehandlung, Detoxpeeling, Basenbad und Leberwickel gibt es ab € 1.290,-. Nächster Termin: 11. Mai. weissenseerhof.at

Vollererhof
Nahe Salzburg gelegen, bietet der Vollererhof ein umfassendes Wellness- und Kurprogramm. Die Darmsanierung nach F. X. Mayr wird mit viel Bewegung und TCM kombiniert. Detox-Intensiv-Programm (5 Tage) mit ärztlichem Check, Lymphdrainage, Wickeln und Gesichtsbehandlung gibt es ab € 985,-. vollererhof.at

La Pura
Im mystischen Waldviertel bietet das La Pura Frauen exklusiv ein ausführliches medizinisches Angebot mit Wellnessfaktor. Besonders empfehlenswert sind die verschiedenen Entgiftungsprogramme. Umfassende F. X. Mayr-Therapie (10 Tage) mit zwei Artzterminen, individueller Therapieplanung, fünf Bauchbehandlungen, drei Massagen, Peeling, Packung und Gesichtsbehandlung ab € 2.232,-. lapura.at