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Darm an Hirn, bitte kommen!

Die Darm-Hirn-Achse: Wie die Psyche unseren Darm beeinflusst und umgekehrt.


Darm an Hirn, bitte kommen!
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Bestimmt kennst du das: Eine stressige Situation, ein wichtiger Termin oder eine Präsentation – plötzlich grummelt es im Bauch. Unser Darm meldet sich zu Wort. Doch das Ganze funktioniert auch umgekehrt! Heißt: Eine starke Darmflora hilft uns, trotz Stress die Nerven zu bewahren. Wie wir unserem Darm dabei unter die Arme greifen, liest du hier!

Dass zu viel Stress auf die Gesundheit schlägt, ist weitgehend bekannt. Doch auf wen hat es der Stress tatsächlich abgesehen? Im Visier steht unser Darm – mit 70 bis 80 Prozent aller Abwehrzellen der Sitz unseres Immunsystems, der maßgeblich über unser Wohlergehen entscheidet. Aber von Anfang an: Eigentlich ist Stress überlebenswichtig. Denn kurzzeitig schärft er unsere Sinne und treibt unseren Organismus durch die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe zu Höchstleistungen an. Wird diese einstige Ausnahmesituation, die uns früher auf der Flucht und im Kampf den Rücken gestärkt hat, zum Dauerzustand, wie es in unserer Gesellschaft häufig der Fall ist, kommt unser Körper nicht mehr zur Ruhe. Diese dauerhafte Erregung, der chronische Stress, stört unsere sensible Darmflora, die aus Milliarden von Bakterien besteht. Diese lebenswichtigen Helferlein in unserem Darm unterstützen nicht nur unsere Verdauung, sondern beeinflussen auch unser Immunsystem und bilden eine Schutzbarriere gegen fremde Keime und Erreger.

Stress fördert Entzündungen

Ständiger Stress kann Entzündungen im Darm fördern und der Darmflora schwere Schäden zufügen. Die Folge: Der Darm als leistungsstarker Schutz funktioniert nicht mehr optimal und wird durchlässig für fremde Keime und mögliche Krankheitserreger. Die Medizin spricht vom sogenannten „Leaky-Gut-Syndrom“, einem „löchrigen“ Darm. Unterm Strich: Wir sind anfälliger für Infekte, es kommt zu Verdauungsbeschwerden und allgemeinem Unwohlsein.

Zum Download: Wie der Darm die Psyche beeinflusst – hier klicken:

Die Darm-Hirn-Achse

Diese enge Verbindung zwischen Darm und Psyche, sprich unserem Gehirn, wurde längst in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen. Die Rede ist von der „Darm-Hirn-Achse“. Sie beschreibt die Wechselwirkung dieser beiden Organe. Die Kommunikation funktioniert dabei nicht nur über Nervenbahnen oder Darmhormone, sondern auch über Stoffwechselprodukte unserer Darmbakterien. Die Darmflora spielt somit eine Schlüsselrolle in der Kommunikation zwischen Darm und Hirn. Heißt im Umkehrschluss: Die Psyche hat Einfluss auf unseren Darm, und der Darm, genauer gesagt die Darmflora, hat Einfluss auf unsere Psyche. So ist unsere Darmflora imstande zu entscheiden, wie wir letztlich mit Stress umgehen. Neben Stress können aber auch andere Faktoren, wie ungesunde Ernährung, Antibiotika oder Infektionen, auf die sensible Darmflora einwirken und sie aus der Balance bringen oder ihre Artenvielfalt vermindern. Somit ist auch die Kommunikation zum Gehirn beeinträchtigt. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Depression und Burn-out können die Folgen sein. Viele gute Gründe, der Darmflora Gutes zu tun.

Stress über den Darm managen

Wie du in stressigen Situationen künftig besser die Nerven bewahrst? Hier die fünf besten Tipps für einen starken Darm:

DAS SCHMECKT DEM DARM!

Prä- und Probiotika sind die Lieblingsspeisen unseres Darms. Präbiotische Lebensmittel (grünes Gemüse, Samen, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte) sind reich an Ballaststoffen – diese dienen den guten Darmbakterien als Nahrungsgrundlage. Probiotika sind Lebensmittel (Sauerkraut, Kimchi, Joghurt), die von Natur aus probiotische Kulturen (Mikroorganismen wie Bakterien), denen eine gesundheitsfördernde Wirkung über den Darm zugeschrieben wird, enthalten oder damit angereichert sind. Hochwertige Präparate mit wertvollen probiotischen Bakterien erhältst du in der Apotheke.

ZUCKER? FINGER WEG!

Er füttert die „schlechten Darmbakterien“ und bringt so im Übermaß die Darmflora ins Ungleichgewicht.

MIT MAß & ZIEL!

Wir neigen dazu, viel und zu schnell zu essen. Schalte einen Gang zurück, denn wie heißt’s so schön: Gut gekaut ist halb verdaut!

BEWEGUNG BRINGT DEN DARM IN SCHWUNG!

Sie sorgt für die Steigerung der Darmaktivität und kurbelt darüber hinaus den Stoffwechsel an – Ausdauersport ist ideal.

WASSER MARSCH!

Trink über den Tag verteilt zwei bis drei Liter Wasser. Denn Ballaststoffe brauchen Flüssigkeit, um zu quellen.

von Patrick S .

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