Ressort
Du befindest dich hier:

So beeinflusst der Darm deine Menstruation!

Während deiner Periode leidest du unter Schmerzen und starken Stimmungsschwankungen? Wie der Darm deine Menstruation beeinflusst - und wie du die Nebenwirkungen verringerst.

von

So beeinflusst der Darm deine Menstruation!
© iStockphoto

Diese verdammten Hormone! Mindestens einmal pro Monat übernehmen sie die Kontrolle. Menstruation. Oder, wie ich es auch manchmal liebevoll nenne: "Monstruation". Gnatschig, depressiv, aggressiv. Ich verwandle mich in ein kleines Monster.

Und gerade, wo ich denke, mit den Hormonen endlich eine passende Erklärung gefunden zu haben, lerne ich etwas Neues: Dass nämlich der Darm eine immensen Einfluss auf die Hormone und damit meine Emotionen hat. "Der Stress schlägt mir auf den Magen" oder "Schmetterlinge im Bauch" – all diese alten Weisheiten beruhen auf dem Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und allgemeiner Befindlichkeit.

Der Darm, der mit seinen zahlreichen Falten und Dellen eine 100mal größere Oberfläche als unsere Haut einnimmt, besitzt ein riesiges Nervensystem und eine schier gigantische Anzahl an Darmbakterien, das sogenannte "Mikrobiom". Dieses Mikrobiom wieder synthetisiert die Nährstoffe und hilft bei der Verdauung. Dabei setzt es Chemikalien frei, die Stimmung, Stoffwechsel und Immunfunktion regulieren. Als wäre das nicht genug, hilft es auch, das Östrogen-Niveau zu kontrollieren (weshalb man, Fun-Fact, die Teilmenge des Mikrobioms, die mit dem Östrogen-Metabolismus verbunden ist, als "Östrobolom" bezeichnet).

Der Darm und das liebe Östrogen: So beeinflusst das deine Periode

Östrogene, auch Follikelhormone genannt, sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone und werden hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet. Dann zirkuliert es durch deinen Körper zu deinem Uterus und den Brüsten sowie anderen Organen, bis es schließlich in deiner Leber landet und inaktiviert ist. Dann landet es im Darm, wo es inaktiv bleiben soll, ehe es den Körper mit dem Stuhlgang verlässt.

So zumindest sieht es normaler, gesunder Östrogenstoffwechsel aus.

Aus dem Gleichgewicht gerät die Sache, wenn sich unfreundliche Darmbakterien im Mikrobiom breit machen. Die nämlich erzeugen ein Enzym namens Beta-Glucuronidase – und ehe die Sache zu kompliziert wird, vereinfache ich es jetzt mal: Das Zeugs aktiviert das Östrogen in deinem Darm wieder. Was dazu führt, dass es einen Östrogen-Überschuss in deinem Körper gibt.

Das Problem: Zu viel Östrogen kann dafür sorgen, dass deine Periode länger und schmerzhafter ausfällt. Es besteht auch ein erhöhtes Risiko für Uterusmyome und Brustkrebserkrankungen.

So verbesserst du deine Darmgesundheit – und damit deine Menstruation

Zum Glück gibt es ein paar Möglichkeiten, wie du die Gesundheit des Mikrobioms verbesserst und damit den gesunden Östrogenstoffwechsel förderst:

  • Iss mehr Gemüse. Die in Gemüse enthaltenen Fasern fördern ein gesundes Mikrobiom und verringern die Aktivität des mikrobiellen Enzyms Beta-Glucuronidase.
  • Trink weniger Alkohol. Häufiger Alkoholkonsum verändert die Zusammensetzung des Mikrobioms – was ebenfalls zu einer höheren Beta-Glucuronidase-Aktivität führt. Forscher vermuten, dass die negative Wirkung des Alkohols auf das Mikrobiom das Brustkrebs-Risiko erhöht.
  • Nimm Probiotika. Laut dieser Studie verringert die orale Einnahme des Probiotika Lactobacillus acidophilus die Aktivität der Beta-Glucuronidase.
Thema: Darm