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Darum fühlt es sich so an, als ob die Zeit schneller vergeht, wenn du älter wirst

Als Kind haben die Sommerferien ewig gedauert, als Erwachsene war gerade erst Weihnachten und jetzt ist schon wieder August. Aber warum vergeht die Zeit gefühlt immer schneller? Dazu gibt es eine wissenschaftliche Erklärung.

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Zeit verfliegt
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Drei Wochen Zeit für ein Projekt? Das geht sich bequem aus! Zack - am letzten Tag versucht man verzweifelt die Deadline noch zu schaffen, weil die Zeit viel zu schnell vergangen ist. Als Kind jedoch war ein einziger Tag eine gefühlte Unendlichkeit. Und für dieses Phänomen, dass sich die Zeit immer schneller verflüchtigt, je älter man wird, gibt es sogar wissenschaftliche Erklärungen und Theorien.

Dr. Christian Yates, Dozent für mathematische Biologie an der Universität von Bath, verfasste dazu einen umfassenden Beitrag auf "The Conversation": Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass wir mit steigendem Alter immer vertrauter mit unserer Umgebung werden und nicht mehr auf all die Details um uns herum achten, da wir ja ohnehin jeden Tag in der gleichen Wohnung sind, den gleichen Weg zu Arbeit gehen beziehungsweise am selben Arbeitsplatz sind.

Für Kinder ist die Welt noch neu und ungewohnt, daher verwenden sie mehr Aufmerksamkeit und mehr Hirn auf all das, was sie umgibt und sie versuchen dies zu verarbeiten: "Die Theorie legt nahe, dass genau dieser Umstand die Zeit für Kinder langsamer verlaufen lässt als für Erwachsene, die in ihrer Routine stecken."

Der biochemische Hintergrund dessen ist die innere Mechanik, dass bei Menschen, die von ihrer Umgebung intellektuell stimuliert werden, weil sie diese nicht kennen, das Glückshormon Dopamin vom Körper ausgeschüttet wird. Quasi der Urlaubseffekt, wenn wir uns in einem anderen Land oder einer anderen Stadt gleich viel entspannter und glücklicher fühlen. Kinder sowie Jugendliche haben diesen Effekt noch viel stärker als Erwachsene, da ab circa dem 20. Lebensjahr der Dopaminspiegel generell sinkt.

Darüber hinaus sehen wir die Zeit immer in Relation zu unserem gesamten Leben. Als 7-Jährige, die noch nicht so viele Wochen erlebt hat, wie eine 42-Jährige, werden diese daher auch als länger wahrgenommen, da jede Woche einfach ein längerer Teil des Lebens ist - und dieser Teil wird prozentuell immer geringer.
Für eine 10-Jährige ist ein Jahr ganze 10 Prozent ihres gesamten Lebens - bis zum nächsten Geburtstag zu warten erscheint da noch ewig lange; für eine 50-Jährige sind es nur mehr 2 Prozent - da verfliegt ein Jahr dann eben gefühlt wie im Flug.

Daher kann sich die Zeitspanne, die man im Alter zwischen fünf und zehn Jahren erlebt, genauso lang anfühlen wie die Zeit zwischen dem 40. und 80. Lebensjahr. Und das zeigt noch viel mehr, wie kurz so ein Leben sein kann und warum wir das Beste daraus machen sollten: und zwar jetzt und nicht irgendwann.

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