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Das Gipfeltreffen der Society-Reporterinnen: Isabella Großschopf, Lisa Trompisch & mehr

Sie wollten immer schon wissen, welcher Promi strippt, betrunken im Mistkübel liegt und aus Prinzip erst um 2 Uhr früh Rede und Antwort steht? Zum Jahresende lüften wir die letzten Geheimnisse.


Das Gipfeltreffen der Society-Reporterinnen: Isabella Großschopf, Lisa Trompisch & mehr
© Roland Unger

Es ist ihr tägliches Brot auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten, die Spleens der Reichen und Schönen zu ertragen. Die wahren Gesichter hinter manchen Masken zu entlarven. Und geerdet zu bleiben, wenn schwindelige Promis die Society-Journaille an die steilsten Abgründe der Seele führt. „Deshalb am besten gleich nach Veröffentlichung geistig löschen und vergessen, sonst haut’s einem ja den Vogel raus“, nehmen Kurier-Menschen-Chefin Marion Hauser, Krone-Adabei-Boss Karin Schnegdar und Seitenblicke-Magazin-Kiebitz Isabella Großschopf ihre Aufgabe mit Humor. Profil-Salondame Ro Raftl tanzt überhaupt nur noch im energetischen „Schutzmantel“ übers Gesellschaftsparkett, schließlich lauert allerorts die Gefahr, von aufmerksamkeitsdürstenden Zeitgenossen als gratis Kummerkastentante eingespannt zu werden. Oder wie Heute-„Leute“-Lady Lisa Trompisch schon mal als „Watschenmann“ für miese Launen. WOMAN-Societychefin Petra Klikovits plauderte mit ihren VIP-Forscherkolleginnen über Scheinwelten, Zicken und Exhibitionisten.

WOMAN: Meine Damen, welcher Promi hat euch 2011 mit Wortspenden oder Aktionen emotional am meisten gebeutelt?

Raftl: Ludwig Hirsch natürlich! Dass sich der aus dem Fenster wirft, hätte ich mir nie gedacht. Sicher hatte er einen Hang zur Melancholie. Die hat er als Künstler auch in seine Lieder verpackt. Ich denke nur an „Komm großer schwarzer Vogel“. Aber darüber zu singen und diesen Schritt wirklich zu tun, da liegen noch ein paar Verzweiflungen dazwischen. Angst vor Krankheit, Leiden... Ich war echt schockiert! Kannte ihn ja fast seit seinen Anfängen…

Hauser: Mir ging’s beim Suizid von Gunter Sachs, dem letzten Playboy, so. Er war bekannt für seinen extrovertierten Lebensstil. Sachs hat – so wie Hirsch - auch wegen seiner unheilbaren Krankheit entschieden, lieber zu sterben.

Trompisch: Ich finde es wahnsinnig mutig, wenn jemand so eine letzte Entscheidung trifft. Überhaupt kommt mir vor, dass 2011 das „Jahr der Offenheit und des Mutes“ war. Fußballtrainer Frenkie Schinkels gestand, dass er an Panikattacken gelitten hat.

Großschopf: Ich finde überhaupt, dass Promis öfter mit verlogenen Tabus brechen sollten - wie etwa Thomas Klein. Der Almdudler-Boss hat offen über Depressionen und Suizidversuche gesprochen, und gerade sein zweites Buch darüber veröffentlicht. Am Land giltst du als depressiver Mensch ja immer noch als verrückt, und hörst dauernd "Jetzt reiss' di z'amm!" Umso wichtiger, wenn Promis diesbezüglich etwas bewegen! Endlich!

Trompisch: Vorausgesetzt, die Leser spüren, dass echte Emotionen dahinterstecken.

WOMAN: Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier – bei ihm überschüttete sich sein Vater mit Benzin und zündete sich an, bevor seine Schwester das gleiche tat – wirkt bei Interviews oft abgebrüht, wenn er über seine Gedanken dazu spricht.

Schnegdar: Ja, ohne jede menschliche Regung. Total unecht.

Raftl: Man kann’s auch umdrehen und sagen: Grauenhaft, wie weit soll sich dieser Exhibitionismus noch steigern?!Ein so genannter Promi sollte doch vor allem was leisten, auf der Bühne brillieren. Zumindest war's früher so. Heut ist einer schon ein Held, wenn er sich medial auskotzt, mit seinen privaten Schicksalsgeschichten hausieren geht.

Großschopf: Ich krieg' Kotzkrämpfe, wenn Mausi Lugner ihre Nachfolgerin, das Katzi, zum Beauty-Doc zerrt, sich dort mit ihr fotografieren lässt - obwohl die Arme eh nur mehr gefühlte 32 Kilo 'ois a Nasse' wiegt - und sich dann auch noch als ihre psychologische Stütze aufspielt, indem sie ihr bei der Brustvergrößerung beisteht.

Hauser: Da geht’s nur um Eigen-PR für den Lugner-Clan, nicht darum, anderen bulimischen Menschen zu helfen. Und weil das kontraproduktiv ist, kommt der Lugner mit Katzi auf meiner Seite nicht vor. Außer rund um den Opernball. Da muss nicht ich auch noch draufsteigen. Man muss manche Promis wirklich vor sich selbst schützen. Und die Leser vor deren schauderhaft verkauften Seelenstriptease.

Raftl: Ziemlich peinlich finde ich augenblicklich die Aufregung um das ungeborene Kaiser-Baby! Wen soll's interessieren, ob Martina Kaiser vom Kindsvater verlassen wurde? Jetzt steht sie jeden Tag wegen diesem Vaterschaftstest in der Zeitung.

Großschopf: Vorallem nicht, nachdem sie gelesen haben, dass sich die Frau Kaiser einen Kinderwagen um 900 Euro leisten will, bzw. sich Sorgen macht, sich diesen nicht leisten zu können. Hallo!? So viel verdienen viele Alleinerzieherinnen nicht einmal monatlich! Das ist wirklich degoutant und ich frage mich, was als nächstes kommt. Ultraschallfoto mit der Headline: "Sie sieht ihrem Vater schon ähnlich"? Man muss doch Achtung vor seinem ungeborenen Kind haben. Martina Kaiser tut ihrem Baby da nix Gutes. Schlimmer war's nur noch bei Boris Beckers unehelicher Tochter Anna: Die wird ein Leben lang mit dem Stempel "Besenkammerkind" herumlaufen.

Raftl: (wirft sich kopfschüttelnd eine Schmerztablette ein, weil sie Zahnweh hat) Was is das für a G'sellschaft? Die Martina Kaiser ist eine hübsche DJane, wenn man so will. Aber in den letzten zehn Jahren hat kein Hahn nach ihr gekräht. Vermute, sie is aufmerksamkeitsüchtig, weil sie früher bekannt war. Nimmt jede Gelegenheit wahr, wieder wahrgenommen zu werden. Lieber schlechte Presse, als gar keine.

WOMAN: Andere erfinden Sachen. Seit Evi Walderdorff wissen wir, dass man es auch ohne Einladung auf die Monaco-Hochzeit schafft! Es reicht blühende Phantasie!

Raftl: (lacht) Besser als Kleptomanin! Herrlich! Überhaupt sind alle Schmankerln köstlich, die sie uns liefert. Ich erinnere mich noch an ihre Anfänge. Da war sie 28, drall und munter, aber schon etwas schrill. Soll auf Strippoker-Partys nackt auf Tischen getanzt haben, erzählten sich die Herren. Aber damals gab's ja den Graf Wilderich noch nicht, ihren Ehemann, den "Feuerwehrhauptmann"! Er arbeitet bei einer Brandschutzversicherung oder so. Über die Affäre mit dem irrtümlich und stressbedingt eingesteckten Kosmetikzeugs hat sich echt jeder gefreut!
Schnegdar: Wundert’s dich? Die Walderdorff hat ja auch schon jeden genervt.

Großschopf: Die Story gefiel auch den Lesern, weil es endlich mal jemanden von den Oberen Zehntausend derklatscht hat. Groß in der Gegend herumschreien „Wer bin i? Wer war i!“ – und dann im Duty Free Tester einsackeln! Geht’s noch? Dafür ist sie jetzt tief gefallen. Welcher Promi lässt sich im Hauskleid in der Armenküche fotografieren? Das ist unter jeder Würde.

Schnegdar: Die Leut’ verzeihen viel zu schnell. Schaut euch nur Schwarzenegger an.

Hauser: Richtig, der kommt ungeschoren davon!

Trompisch: Für viele Männer ist er der große Hero!

WOMAN: Der noch dazu im ORF zum Superpromi 2011 gewählt wurde. Er bekam sogar eine Trophäe! Was war hier die Leistung?

Trompisch: Vielleicht, dass er’s geschafft hat, mit der Ehefrau und der Geliebten unter einem Dach zu leben. Ich finde das nur dreist!

Raftl: Diese Wahrheit ist eine Ohrfeige für viele Frauen, weil die bildschöne, reiche Maria gegen eine wirklich unattraktive Haushälterin komplett abgestunken ist. Diese Frau muss schon besondere Qualitäten haben.

WOMAN: Lewinsky-Qualitäten?

Raftl: Nein, menschliche Qualitäten. Sie wird mütterlich sein, fürsorglich und bissl streng. Alle Männer sind ja völlig von ihren Müttern paralysiert und ein Leben lang beeinflusst. Deshalb predige ich allen Freundinnen: "Laßt's eure Buben los!" Die Aurelia Schwarzenegger, der liebe Gott und a g'sunde Watschen waren vermutlich immer das Wichtigste für den Arnold. Und die Bedienerin erinnert ihn wahrscheinlich an seine Mama.

WOMAN: Der Tiergarten Gottes ist groß. Eitle Gockel, schräge Vögel, giftige Schlangen: alles dabei. Wen streichelt ihr gerne und wer geht euch tierisch auf die Nerven?

Hauser: Ich mag schräge Vögel. Ben Becker ist so einer.

Schnegdar: Ich finde den überhaupt nicht cool.

Hauser: Er ist schon ein Haudegen und besetzt eine Schiene, die es in Österreich ja so nicht gibt.

Raftl: Bei mir war er anfangs auch aufbrausend, aber dann tätschelt man ihn, und er wird zahmer.

Schnegdar: Nur wehe, man spricht ihn auf sein Alkoholproblem an. Oder findet ihn in der Nacht im Mistkübel vorm „Triangel“.

Hauser: Dann derfängst gleich eine wie dieser Wiener Regisseur im Herbst, den er krankenhausreif prügelte.

Trompisch: Mich hat mal der Udo Jürgens zusammengebrüllt, weil wir ihn mit einem jungen Mäderl an der Bar fotografiert haben. Er hat verlangt, dass wir in der Sekunde das Foto löschen. Otto Retzer hat damals die Situation entschärft.

WOMAN: Tu dir nichts an! Mir keifte kürzlich Mavie Hörbiger „Fuck You“ ins Telefon, nur weil ich sie fragte, ob es stimmt, dass sie wieder schwanger sei.

Raftl: Eine ziemlich preziöse Dame halt!

Großschopf: Super, hab ich gelesen! Die oft sehr seltsamen Reaktionen der Promis gehören viel öfter geschrieben.

Trompisch: Aber es ist eine heikle Frage bei Promiladys. Da sind’s immer angerührt. Ich war auch nicht grantig, als ich zum Rauchen aufgehört habe, ein bisserl „blader“ wurde und Leute scharenweise zu mir kamen: „Gratuliere, wann ist es denn soweit“?

Raftl: Aber Tatsache ist: die junge Hörbiger ist nicht schwanger.

Hauser: Ja eh. Nur kann man das in einem anderen Ton auch sagen. Vor allem, wenn man schon direkt nachfragt und nicht nur drauf losschreibt. Wie ich damals beim zweiten Baby von Nina Proll (lacht) . Mir raunte fünf Minuten vor Redaktionsschlussstress ein Kollege zu, dass das Kind mit Kaiserschnitt zur Welt kam. So ging’s in Druck. Die Proll tobte, als wäre ihr Anatol jetzt ein Kind zweiter Klasse.

Raftl: (schelmisch) Wie kannst du nur?! Es ist doch schon eine ideologische Frage, ob Bett oder Badewanne! Der Frau Proll war's eben wichtig, dass jeder weiß, dass sie es aus eigener Kraft geschafft hat.
Schnegdar: Erinnert’s euch noch, als wir über die Jukic immer geschrieben haben, dass sie einen Bauch hat, als sie noch mit Jürgen Melzer zusammen war.

Hauser: Deshalb geht sie jetzt nicht mehr ans Telefon.

Großschopf: Aber schimpfen kann's wie die Hörbiger (lacht) . Ich habe einmal bei "Dancing Stars" einen Streit zwischen ihr und Jürgen Melzer verfolgt – Gott, der Gerechte! Melzer hatte nichts zu melden. Und es war ihr auch völlig egal, ob du da als Society-Journalist daneben stehst. Ich wiederhole jetzt die Schimpfwörter an dieser Stelle nicht - andererseits: Mir hat das gefallen, und wir haben von diesem Streit auch im Heft berichtet. Weil's wenigstens gemenschelt hat! Die Mirna Jukic ist von „gekünstelt“ und „affektiert“ weit entfernt. Da sind wir wieder bei dem Punkt: Die Leser wollen Wahrhaftigkeit.

Hauser: Man kann gar nicht genug Aufklärungsarbeit leisten. Vor kurzem bekam ich einen Brief, wo sich ein Leser mokierte, dass ich überhaupt über George Michael geschrieben habe. Sein ausschweifender Lebensstil als schwuler sei schuld an seiner schweren Lungenentzündung. Keiner werde schwul geboren, das sei eine heilbare Krankheit. Und das glauben Leute im dritten Jahrtausend!

WOMAN: Hat also „Austro-Messias“ Alfons Haider umsonst bei „Dancing Stars“ mit einem Mann getanzt?

Schnegdar: Aber nein, die Spießer konnten sich erregen. Und nachdem Niki Lauda fleißig dagegen wetterte, wurde es auch ein wunderbar künstlicher Skandal.

Raftl: Der Niki sorgt sich eben um seine Zwillinge, dass sie verwirrt sein könnten, wenn sie im Fernsehen zwei Männer beim Hüftkreisen sehen. Spätestens in der Schule werden auch die Lauda-Kinder mit der harten gesellschaftlichen Realität konfrontiert. Und es gibt immer mehr schwule Eltern.

Großschopf: Für Niki war vorallem die Sensationslust ein Drama! Und, mal ehrlich: Der Alfons kokettiert gern mit seiner Homosexualität - und führt sie auch immer wieder als Grund an, wenn etwas nicht so läuft, wie er das gerne hätte. Das finde ich persönlich sehr schade.

Hauser: Stimmt! Selbst der DJÖtzi hat sich irgendwann einmal weiterentwickelt.

WOMAN: Welche Promis rauben euch noch den Schlaf?

Großschopf: Michael Niavarani macht das mit nächtlichen Weckrufen um 2:15 Uhr! Tagsüber schläft er ja gern lang, arbeitet viel und ist unerreichbar. Also bleibt mir keine Wahl, als abzuheben, wenn ich mit ihm sprechen will!

Raftl: Ich halte viel vom Mailverkehr. Da kann man in Ruhe entscheiden, wem man was antwortet. So muss man sich nicht alles anhören, was einem C-Promis ins Ohr blasen.

WOMAN: Ärgerlich ist es nur, wenn sie uns als gratis Seelenklempner sehen und plaudern, aber dann nichts davon in der Zeitung lesen wollen.

Großschopf: Die Rausstreicher sind mir die Liabsten! Erst trommeln und dann geben’s nur die Larifari-Sätze frei.

Hauser: Mir passierte das mit Franzi van Almsick, die ja Pampers-Botschafterin ist. Also eh eine harmlose Geschichte…

Raftl: Na sog des net!

Hauser: (lacht) Sie erzählte mir ungefragt und im Beisein ihres Managers, der PR-Beauftragten und meinem Diktaphon heitere Episoden von ihrem Sohn. Am nächsten Tag forderte sie plötzlich die Autorisierung ein und strich ohne Genierer alle Passagen über ihren Sohn heraus. Ich: „Wissen’S was, Sie können mich mal! Ich habe zwei Zeugen und Ihre Worte auf Band.“ Daraufhin verlor die PR-Firma von Österreich den Auftrag, „weil sie mich nicht im Griff hatten“.

Raftl: Die Deutschen sind die Schlimmsten! Sie haben einen vollkommen anderen Humor, verstehen selten, was wir meinen! Selbst wenn etwas noch so positiv gemeint ist, sinds ang'fressn! So ging's mir auch mit dieser Spinattante. Wie heißt die noch gleich?

Hauser: Verona Pooth! Deshalb sag ich immer: Gegenlesen ist eine Unart!

Raftl: Ja! Früher gab’s das nicht.

Schnegdar: Die Sarah Wiener wollte von mir sogar mal einen läppischen Zehnzeiler über ein Kochbuch vorgelegt bekommen.

Großschopf: Die kommt bei mir gar nimmer vor. Mit der hatte ich das Erlebnis der dritten Art. Nach außen immer super natürlich, doch in Wahrheit eine Zicke!

Schnegdar: Bei der Wiener bewahrheitet sich der Spruch: Jede gute Tat rächt sich! Die meckert immer. Angeblich kann sie eh gar nicht kochen.

Raftl: Ich hatte mir der nie ein Problem. Ich kenne schon ihre Mutter! (schmunzelt)

Trompisch: Ich hatte mal einen Megawickel mit Wolfgang Ambros. Der hat einfach vor seinem gemeinsamen Konzert mit Georg Danzer ein ausgemachtes Interview geschmissen. Danzer ist, total nett und spontan, eingesprungen. Das war gerade zu der Zeit, als bekannt wurde, dass er Krebs hat. Das war sicher eines meiner berührendsten Interviews.

WOMAN: Mit welchen Promis steht ihr aufs Kriegsfuß?

Raftl: Frau Schiller spricht nicht mehr mit mir.

Hauser: Mit mir hat sie zwei Jahre nicht gesprochen. Wenn sie’s aushält! Irgendwann ist eine kleine Juxgeschichte wieder verziehen und das Vertrauen wieder hergestellt.

Raftl: Oder nie. Klaus-Maria Brandauer ließ einmal zehn Jahre die Journaille büßen, weil ein Reporter, den er für seinen Freund hielt, nach dem Tod seiner geliebten Frau Karin intime Details über seinen Seelenzustand veröffentlicht hat. Aber da versteh ich Brandauers Enttäuschung und Wut. Das war Vertrauensbruch, Missbrauch einer Freundschaft. Manche Dinge muss ein Journalist einfach für sich behalten können, egal ob der Herausgeber Druck macht oder nicht. Vertrauen wird aber oft auch belohnt. Irgendwann bekommt man eine feine Exklusivstory. Nur geht heut alles so schnell. Viel zu viele Medien, Facebook, Internet. Da hält eine G'schicht ja keine halbe Stunde mehr.

WOMAN: Vor allem seit Promis auf Facebook ihre Gedanken unzensuriert herausposaunen.

Hauser: Und sich dann aufregen, wenn Journalisten, mit denen sie virtuell befreundet sind, über den geänderten Beziehungsstatus berichten. Dann sollen’s aus Facebook bitte auch gleich draußen bleiben!

WOMAN: Martina Rupp und ihr Freund Thomas Smolej sind so ein Fall. Erst geben sie Interviews frei, dann echauffieren sie sich künstlich.

Raftl: Kinder, ihr seid's noch nicht so alt wie die Rupp. Die ist in einem gewissen Alter und will eben zeigen, dass sie es auch noch kann. Aber dann ist es ihr wieder peinlich oder sie lässt sich von irgendwelchen Konservativis beeinflusst. Mit 50 ist dieses "Heiß-Kalt-Heiß-Gefühl" total normal.

Schnegdar: Die Lidia Baich postet auch sehr gerne...

Raftl: Die hat echt ein Pech. Das ist eine wirklich gute Geigerin!

Schnegdar: Und worin besteht das Pech?

Raftl: Na im H.-C. Haas (ihrem Ehemann, von dem sie ein Baby erwartet) ! Lidia war kleinen Exzessen nie abgeneigt, aber mit HC gab's zu viel Party! Zum Glück verfiel er Anfang des Jahres dem Gesundheitswahn, und sie leben extrem gesund. Mine Hoffnung ist, dass sie sich durchs Kind rückbesinnt, und mehr als Geigerin in Erscheinung tritt als mit Societytreiben. Aber gibt auch Karrieren, die unter Ehe und Kindern verblassen. Brigitte Karner war vor der Heirat mit Peter Simonischek eine gefragte (Film-) Schauspielerin. Dann zwei Kinder, Folie für die Family, schade, dass sie jetzt fast nur noch Lesungen macht...

WOMAN: Vielleicht können zwei Alphatiere nicht koexistieren!

Schnegdar: Sag das nicht! Schau dir die Fiona und den Karlheinz an. Die sind schon sechs Jahre selig miteinander.

Hauser: Und wenn sie mal nach Österreich kommt, betrinkt sie sich auf Galas, stänkert mit Fremden und lässt sich dabei filmen wie sie auf Karlheinz Schoss sitzt.

Raftl: Ich frage mich, warum die überhaupt noch nach Wien kommen. Warum bleiben’s nicht in Capri und geben a Ruah? (teilt den restlichen Kuchen) Man darf nie das letzte Stück essen!

WOMAN: So will’s die Etikette. Und was lernen wir sonst noch von Promis?

Raftl: Dass wir's mit dem Seikilosliedchen halten sollen, dem ältesten musikalischen Dokument der Menschheitsgeschichte. Ein Mann ließ es seiner Frau auf den Grabstein meißeln: "Solange du lebst, tritt auch in Erscheinung. Traure über nichts zu viel. Eine kurze Frist bleibt zum Leben. Das Ende bringt die Zeit von selbst."

Interview: Petra Klikovits