Ressort
Du befindest dich hier:

Das hilft bei trockener Haut

Zur Wintersaison kommen sie wieder, die kleinen Trockenheitsfältchen, das Spannungsgefühl, die schuppige Haut. Mit lästiger Trockenheit kämpfen viele sogar das ganze Jahr. Wir durchleuchten die Ursachen & verraten, was gegen das Jucken und Spannen hilft.

von

Das hilft bei trockener Haut
© istockphoto.com

Selbst wenn man sich eigentlich kaum über trockene Haut zu beschweren hat, fängt es jedes Jahr aufs Neue an: Plötzlich spannt das Gesicht, und auch die Haut am Körper (vor allem an den Beinen) fühlt sich staubtrocken an. Unser knapp zwei Quadratmeter großes Organ, die Haut, hat nämlich jetzt einfach zu viel Stress: Da wandern wir von den überheizten, schlecht gelüfteten Räumen, wo wir Feuchtigkeit verlieren, direkt in die Eiseskälte, bei der wir unser gutes Fett "wegbekommen". Und während wir so durch die Stadt spazieren und uns die Sonne anstrahlt, dringen ihre schädigenden UV-Strahlen in unsere tiefen Hautschichten. Doch damit nicht genug, "docken" auch noch feinste Umweltschmutzpartikel wie z. B. Abgase und Feinstaub an unserer Haut an. Puh, da haben die Zellen ja richtig viel zu tun!

Warum es manchmal juckt und spannt

Der Haut zu Leibe gerückt. Eigentlich kann sich unsere äußere Hülle wunderbar um sich selbst kümmern. Sie ist wie ein dreistöckiges Haus, bedeckt mit einem Ziegeldach. Der "Mörtel" des Dachs (oberste Hautschicht besteht aus Lipiden (Fettsäuren, Cholesterin und Ceramide). Um sich von außen durchzuschleusen, müssen Eindringlinge durch den Mörtel und die abgestorbenen Zellpartikelchen hindurch. Ist die Mörtel-Barriere nicht intakt, können sowohl Feinde in die Haut rein als auch "Gutes" wie Talg und Feuchtigkeit aus ihr hinaus verdunsten. Doch gerade die Talgdrüsen und ihre "guten Mörtel-Fette" (Lipide) entscheiden, wie gesund und geschmeidig unsere Hülle ist. Sinken die Temperaturen unter acht Grad Celsius, reduziert sich die Talgproduktion extrem. Der Fettsäureschutzmantel wird so durchlässiger. Die Folge: Die Haut ist trocken, reagiert empfindlicher auf Bakterien oder hautreizende Stoffe, und ungebetene Gäste wandern ein. Deshalb bedarf es bei Trockenheit, nicht nur im Winter, besonderer Pflege mit ein paar Tricks!

Wieso sie laufend zum Austrocknen neigt

Die Hau(p)t-Faktoren. Wer nicht nur zur Wollpulli-Saison trockene Haut hat, sondern fast das ganze Jahre über, hat mitunter auch eine genetische Neigung dazu. Da kann man dann eigentlich nichts dafür. Wofür wir aber schon etwas können und was wir auch eindeutig spüren: Wird die Haut falsch gereinigt und gepflegt, kann sie zur Trockenzone werden. Wie bereits gesagt, kann sich der Körper doch wunderbar reparieren. So verlieren wir zum Beispiel pro Minute 30.000 bis 40.000 Hautzellen und bauen in etwa genauso viele wieder auf. Doch allein schon durch aggressives Reinigen, Rauchen, zu viel an Sonne oder eine zu geringe Wasserzufuhr haben wir einen schlechten Einfluss auf sie. Auch das Stadtleben setzt uns optisch zu: Forscher fanden heraus, dass die Umweltverschmutzung Feuchtigkeit aus unserer Haut zieht. Der Anteil an Vitamin A und Squalan (beide für Geschmeidigkeit zuständig) in der obersten Schutzschicht ist bei jemandem, der in der City wohnt, nachweislich geringer.

Wie wir unser Organ optimal unterstützen

Das haut hin. Das erste Gebot für schöne Haut: Trinke viel Wasser! Trockenheit kommt mitunter tatsächlich von fehlender Feuchtigkeit IM Körper. Zweitens: Reinige deine Haut mild! Verzichte jetzt auf stark schäumende Reiniger, Produkte mit Alkohol oder Säuren. Ideal sind nun pH-neutrale Waschgoodies oder das Klären mit rückfettender Reinigungsmilch und -Ölen. Für Gesicht und Body sollte die Wassertemperatur nicht zu hoch sein. Also nicht heiß waschen oder duschen. Auch Peelings haben jetzt Pause (oder nur ein Mal pro Woche einsetzen). Dafür lieber dicke Masken aufschmieren und es sich auf dem Sofa gemütlich machen!

Turbo-Helfer: Wenn es mal etwas mehr sein muss

Verlässliche Wirkstoffe, wenn's juckt:

1


Urea
Der Harnstoff (früher vom Harn kanadischer Pferde hergestellt, jetzt synthetisch erzeugt) ist in vielen Produkten für trockene Haut und hilft maßgeblich, den Feuchtigkeitslevel zu erhöhen.

2


Pflanzliche Öle
Omega-3-reiche Öle können für Feuchtigkeit sorgen: Jojoba-, Argan-, Rosen- und Macadamiaöl sind einige von ihnen. Wichtig: Die Haut sollte feucht sein, wenn du das Öl einklopfst.

3


Rückfettende Produkte
Ein 15-minütiges Milchbad in warmem Wasser (mit Vollmilch) wirkt rückfettend.

4


Masken
Avocado, Honig und Algen sind echte Hautschmeichler. Sie reduzieren Irritationen und löschen den Durst der Haut.

Dos & Don'ts: Was unsere Haut mag & gar nicht braucht

Mit diesen Tipps hast du das ganze Jahr über einen strahlenden Teint:

1


Do
Wasser, grüner Tee und Hyalurondrinks durchfeuchten die Zellen von innen.

2


Do
Am besten seifen- und alkoholfreie Produkte für die Pflege & Reinigung wählen. Sie schonen den Säureschutzmantel.

3


Do
Dick eincremen – mit einer molligen Pflege (Wasser-in-Öl). Nur Feuchtigkeit allein reicht also nicht. Ideal sind Goodies mit Fettsäuren.

4


Do
Auch beim Körper auf waschaktive Seife & Tenside weitestgehend verzichten. Stattdessen lieber zu Duschölen oder rückfettenden Shower-Creams greifen.

5


Don't
Alles, was kratzt, zum Beispiel grobe, mechanische Peelings, auslassen. Höchstens ein Mal pro Woche ein ganz sanftes, enzymatisches machen. Apropos an der Oberfläche kratzen: Auch Wollpullis können reizen.

6


Don't
Keine heißen und zu langen Bäder. Sie greifen den Säureschutzmantel der Haut an. Und keinen Badeschaum, sondern lieber Öl- und Milchbäder (unter 36 Grad) zum Baden verwenden.

7


Don't
Heizungsluft entzieht Feuchtigkeit. Ein Luftbefeuchter ist für einen Ort, an dem man sich viele Stunden aufhält (Arbeitsplatz), sehr sinnvoll und sorgt für pralle Haut ohne Trockenheitsfältchen.

8


Don't
Abends nie ohne Abschminken ins Bett gehen. Der Umweltschmutz dringt bis in die Poren, auch wenn er mit bloßem Auge nicht sichtbar ist. Ölhaltige Cleanser binden die Schmutzpartikel perfekt, und Wasser spült sie weg.