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Das wollen Working Mums nicht hören

Schlechtes Gewissen? Mache Schluss damit! Du bestimmst deinen Alltag und musst es nur dir selbst recht machen. Mit den Tipps von Familiencoach Katharina Hofer-Schillen konterst du cool auf mühsame Aussagen von anderen.

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Das wollen Working Mums nicht hören
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Die perfekte Familie? Gibt es nicht! Also entspanne dich, und lebe deinen Alltag so, wie er für dich passt! "Niemand muss ein gesellschaftliches Klischee erfüllen, die Menschen denken ohnehin, was sie wollen", bringt es Katharina Hofer-Schillen ("Die Mami-Challenge", Marie von Mallwitz Verlag, € 19,90) auf den Punkt. "Frauen, die sich gegen den Beruf und für die Familie entscheiden, werden belächelt. Mütter, die möglichst schnell wieder arbeiten wollen, werden ebenso schief angeschaut." Die richtige Devise: Stehe zu dir und deiner Entscheidung. Dann strahlst du dieses Selbstbewusstsein auch aus. "Wir Frauen wollen uns immer rechtfertigen. Davon müssen wir uns lösen", so die Kommunikationsexpertin. Wie das geht? Probiere es doch mal mit diesen schlagfertigen Antworten ...

Wie schaffst du das alles nur?

Antwort: "Einen Gang zurückschalten und Luft rauslassen."

Hinter dieser Frage steckt oft auch Bewunderung, deshalb ist im Konter gleichzeitig auch ein Ratschlag verpackt. Das Motto von Katharina Hofer-Schillen, selbst zweifache Mutter (Maximilian, 11, und Lena, 10): "Minimaler Einsatz mit maximalem Ergebnis. Zu Hause nicht immer nur das sehen, was nicht gemacht ist. Es muss nicht immer alles perfekt sein. Diese Erkenntnis entspannt." Wenn die Kids unterwegs sind, tue dir was Gutes, und nimm dir Ich-Zeit. Der Geschirrspüler kann auch später noch ausgeräumt werden, und auch Wäsche, Staubsauger & Co. werden sich nicht beschweren, wenn du sie liegen lässt. Die Expertin rät: "Ich schaffe klare Dates mit mir, die ich auch im Planer eintrage. Das lädt meine Akkus auf."

Was!? Du arbeitest schon Vollzeit/Teilzeit/80 Prozent?

Antwort: "Ja, genau."

Eine kurze, knappe Auskunft – ohne Entschuldigung, ohne Erklärung. Denn egal welches Modell du dir ausgesucht hast, für dich ist es das richtige. "Es ist auch immer eine Frage der Interpretation", beschwichtigt Autorin Katharina Hofer-Schillen. "Im ersten Moment fühlen wir uns bei solchen Fragen oft angegriffen und empfinden sie als vorwurfsvoll. Sie könnten aber genauso gut ein Kompliment sein: 'Wow, wie kriegst du das hin? Beneidenswert!' Dann fällt eine Antwort gleich viel leichter."

Mutest du dir nicht zu viel zu?

Antwort: "Das ist mein Naturell. Ich arbeite sehr effektiv in kurzer Zeit. Und ich weiß, wie ich mein Leben in Balance halte."

Diese Frage kennt auch die Expertin bestens: "Mein Umfeld, ausgenommen mein Mann, hat immer das Gefühl, dass ich mich übernehme, weil ich so viele Dinge auf einmal mache. Aber ich weiß, dass ich noch nicht am Limit bin." Ganz wichtig dabei: die Work-Life-Balance. Jeder muss seine individuelle Belastbarkeitsgrenze kennen, und wissen, wie das eigene Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann. "Organisation, Orientierung, ein strategisches Zeitmanagement und ein gut funktionierendes Netzwerk gehören hier dazu", weiß Katharina Hofer-Schillen. "Ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen und nicht alles allein schaffen zu wollen. Man darf Schwäche zeigen, auch bei den Kindern. Wenn es bei mir im Job nicht so rund läuft, erzähle ich es ihnen. Dann wissen sie, es hat nichts mit ihnen zu tun."

Und wer passt auf die Kinder auf?

Antwort: "Sie sind bei wunderbaren Vertrauenspersonen."

"Oft bekommt man mit dieser Frage gleich den Stempel der Rabenmutter aufgedrückt und verfällt leicht in die Position, Rechenschaft beziehen zu wollen", kennt Hofer-Schillen die Situation. "Das muss aber nicht sein. Wenn man weiß, dass das Kind in guten Händen ist – ob im Kindergarten, bei der Oma, dem Au-pair oder der Nachmittagsbetreuung."

Hast du nicht Angst, dass du bei den Kids zu viel verpasst?

Antwort: "Nein, wir verbringen die gemeinsame Zeit sehr intensiv."

Die Antwort signalisiert, dass in der Familie viel Wert auf Qualitätszeit gelegt wird. "Es ist nicht entscheidend, wie viel Zeit Sie mit Ihrem Nachwuchs verbringen. Wichtig ist, ihm jeden Tag ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Dann verpasst man auch nichts. Punkt." Schaffe dir mit deinen Kindern Rituale: eine Runde spazieren gehen, zusammen in einem Buch lesen, ein tägliches Abendessen Ganz wichtig: Schul- oder Theateraufführungen, Fußballspiele, Elternsprechtage & Co. sollten fix eingetragene Pflichttermine sein.

Wie geht es den Kindern mit der Fremdbetreuung?

Antwort: "Sehr gut. Würde es nicht funktionieren, müssten wir eine Alternative finden."

Ganz einfach. "Wenn sich die Kleinen unwohl fühlen oder Sie als Eltern, das Betreuungsumfeld infrage stellen, werden Sie nach einer anderen Möglichkeit suchen."

Wie bringst du Job & Familie unter einen Hut?

Antwort: "Wir, meine Familie und ich, sind ein tolles Team."

So hast du gleich zu Beginn klargestellt, dass du nicht alleine für alles verantwortlich bist. Die gesamte Familie ist involviert, Aufgaben und Herausforderungen werden geteilt. Hofer-Schillen stellt klar: "Es ist nicht immer einfach, aber wenn man weiß, welche Werte einem im Leben wichtig sind, kann man seinen Alltag beruflich und privat danach ordnen." Ein Tipp für die Organisation: Mache eine Dienstbesprechung. "Planen Sie Sonntagabend die Woche im Detail durch, und tragen Sie sich alle To-do's ein: Job, Arzt, Kosmetik, Freunde, freie Zeit, die Termine der Kinder und des Partners. Und dazu notieren Sie sich: Wer muss wann welches Kind holen? Welche Hilfe wird an welchen Tagen gebraucht? Auch wenn nicht immer alles zu 100 Prozent planbar ist, die Orientierung schafft Ruhe." So startest du gelassener in die Woche, und das gröbste Chaos bleibt aus.

Wozu bekommt man eigentlich Kinder, wenn man keine Zeit mit ihnen verbringen möchte?

Antwort: "Das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht gerne mit den Kindern zusammen bin."

"Das ist ein echter Frontalangriff! Schwierig, hier cool zu bleiben", so die Autorin. "Auch meine Kinder haben absolute Priorität, und ich genieße jede Minute mit ihnen. Aber dass ich, sobald die Zeit reif war, wieder meinem Beruf nachgehen wollte, stand von Anfang an fest. Meine Familie hält mir den Rücken frei." Außerdem: Viele Mütter haben nicht die Wahl, sie müssen arbeiten gehen. Eine andere Möglichkeit wäre auch, die Frage komplett zu überhören und das Thema zu wechseln. Oder man geht zum Gegenangriff über: "Das frage ich mich auch! Vor allem, wenn ich sehe, dass sich die Kinder ihre Finger den ganzen Tag am Handy wundscrollen."

Kind & Karriere? Da bleibt irgendwas auf der Strecke ...

Antwort: "Es funktioniert, wenn man gut aufgestellt ist. Das eine schließt das andere nicht aus."

"Diese Rückmeldung regt zum Nachdenken an", sagt Hofer-Schillen. "Bei den meisten hapert es nämlich nicht an der Kompetenz, sondern am Vorstellungsvermögen. Wenn man wieder in den Job einsteigen möchte, dann gibt es viele Wege." Neben dem Beruf, den man vor den Kindern hatte, gibt es auch andere Möglichkeiten. Auch mit einem Fernstudium, Weiterbildungskursen oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit kann man sich weiterentwickeln. Hofer-Schillen: "Man muss sich nur trauen und Chancen erkennen."

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