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Ich war auf einem Date mit Bachelorette-Kandidat Daniel

Nach Folge fünf war für ihn bei der Bachelorette Schluss. Bei uns bekam Austro-Kandidat Daniel jetzt eine zweite Chance. Wie er sich gemacht hat? Lest selbst!

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Ich war auf einem Date mit Bachelorette-Kandidat Daniel
© WOMAN

Es gibt Dinge, auf die ist man nicht besonders stolz und man macht sie trotzdem: Den Ex stalken. Ins Meer pinkeln. Und: Die „Bachelorette“ schauen. Wenn man aber erst einmal den Mut aufgebracht hat, sich zu outen, kommt man drauf: Man ist alles andere als allein damit. Man kommt plötzlich mit Leuten ins Gespräch, mit denen man sich nicht so oft unterhält, weil man bei ihnen bislang eher weniger Bezugspunkte vermutete. Die TV-Junggesellin als gesellschaftliches Gleitgel. Auch nicht schlecht …

Jedenfalls: Donnerstag Früh ist es bei uns in der Redaktion DAS Thema: Mit wem hat sie gestern Abend geschmust? Hat sie mit ihm auch geschlafen? Sie hat, oder? Wieso gerade mit ihm???

Ein bisschen Blabla und ganz viel Selbstdarstellertum

Dann kam die Nachricht, dass ich mit Daniel Chytra, 35, einem der beiden österreichischen Rosen-Anwärter, ein Interview führen kann. Darf. Soll. Muss. Ich geb’s zu, ich war ziemlich zwiegespalten. Hin- und hergerissen zwischen zwei nicht unbedingt noblen Gedanken … Einerseits überlegte ich mir: Was soll da schon groß dabei rauskommen? Außer ein bisschen Blabla und ganz viel Selbstdarstellertum. Andererseits fand ich die Idee recht witzig: Auf ein Date mit dem Ex-Bachelorette-Kandidaten – und ihn ein bisschen bearbeiten, interviewtechnisch. Auch meine Kolleginnen haben mich bestärkt: „Frag ihn, ob sein Ego jetzt im Keller ist!? Anfangs war er ja noch ziemlich siegessicher und vorlaut …“ Deshalb habe ich mir schließlich einen Interview-Termin mit ihm ausgemacht.

Wie war das für das Ego?

Donnerstagabend im Wiener Lokal „Spelunke“, zwei Stockwerke unter der Redaktion. Die Schlussproduktion für das nächste Heft war gerade vorbei, mein Hirn leer, ich müde und ich muss zugeben, mir wäre es nicht unrecht gewesen, hätte er das Interview spontan abgesagt. Hat er aber nicht gemacht. Stattdessen wartete er überpünktlich, 50 Minuten vor unserem Termin, im Lokal. Ich weiß das, weil ich vorhin noch schnell im Supermarkt war und am Gastgarten vorbeigegangen bin. Also auf zum Interview!

Die Zeit, bis der Kellner kam, überbrückten wir mit Smalltalk: Wie geht’s? War ein langer Tag. Hm, ja, bei mir auch … Lass uns anfangen, gut? Super, und danke, dass du dir die Zeit für mich nimmst … Als er kam, bestellten wir beide weißen Spritzer.

Einstiegsfrage: Du bist in Folge fünf rausgeflogen. Was hat’s mit deinem Ego gemacht, als du keine Rose mehr bekommen hast?
Daniel: Ich hab ja vorher schon gemerkt, dass es sich zwischen uns nicht ausgeht. Dann sitzt du mit den anderen Jungs in der Villa und grübelst und bekommst alle möglichen Wahnvorstellungen. Du zweifelst gleich mal an dir. Im Endeffekt war das Ausscheiden also eine Erleichterung. Sie hat sehr deutlich gezeigt, wer ihre Favoriten sind. Trotzdem: Die Zeit war cool und ich nehme viele positive Erfahrungen aus der ganzen Sache mit raus.

Und mediale Aufmerksamkeit …
Daniel: Klar, aber das war nicht meine Intention. Ich führe ein sehr geerdetes Leben, habe meine eigene Firma, mit der ich mein Geld verdiene.

Du hast dir also wirklich versprochen, über das Format deine Traumfrau kennenzulernen?
Daniel: Ja. Und ich bin noch immer davon überzeugt, dass es klappen kann. Du hast dort kein Smartphone, keine Ablenkung von draußen, kannst dich voll und ganz auf die Situation einlassen.

Sein Handy vibriert. Er fummelt es aus seiner Hosentasche und drückt unter dem Tisch darauf herum.

So viel zur digitalen Auszeit …
Daniel: Sorry, ich krieg die Krise. Ich muss es ausschalten. Mich rufen so viele Frauen auf meiner Privatnummer an! Die findet man ja leicht heraus.

Und was sagen sie?
Daniel: Hi …

Also hebst du ab!
Daniel: Ich muss. Weil ich nicht weiß, ob es beruflich oder privat ist.

Wie verlaufen die Gespräche dann weiter?
Daniel: Sie sagen, sie wollen mit mir reden. Ich denk mir an der Stelle ja noch immer, dass es ums Tandemfliegen geht …

Was ist mit Instagram? Wie viele Nachrichten erreichen dich dort?
Daniel: Ich hab 10.000 unbeantwortete in meinem Postfach.

Geh!
Daniel: Schau!

Er hält mir sein Handy hin und scrollt hinunter.

Daniel: Da kommen hunderte am Tag rein. Ich schaffe es nicht, auf alle zu antworten.

Da könnte aber auch die Traumfrau dabei sein.
Daniel: Ja.

Kurze Pause. Wir nehmen beide einen Schluck vom Spritzwein.

Daniel: Weißt du, ich würd mich schon gerne wieder richtig verknallen. So mit Spazierengehen Hand in Hand. Im Auto sitzen bei roter Ampel und schmusen. Dieses verwirrende Gefühl erleben, das alles auf den Kopf stellt. Schmetterlinge im Bauch haben … Und plötzlich kommt einem vor, dass jedes Liebeslied, das sie im Radio spielen, für einen geschrieben ist. Das ist das Coole am Verliebt sein. Aber das ist jetzt auch schon wieder länger her.

Wie lange denn?
Daniel: Ein Jahr. Aber so komplett seit Jänner.

Komplett?
Daniel: Frauenlos. (Verlegenes Lachen.) Ohne Techtelmechtel. Ohne Schmusen. Ohne jeglichen Frauenkontakt. Das brauchst du aber ja nicht schreiben!

Ja, ja …
Daniel: Freches Lachen.

Wenn du eine Kontaktanzeige für dich schalten müsstest – was würde drin stehen?
Daniel: Wie jetzt?

Na, Schmusekater sucht …
Daniel: Ich bin einer. Und sehr romantisch, herzlich und einfühlsam auch. Ich mag’s, miteinander zu lachen und ich muss mit ihr reden können. Kommunikation ist für mich die Basis jeder Beziehung. Was ich noch bin: Sehr tierliebend. Ich hab zwei Katzen und einen Border Collie.

Vor dem Verabschieden gibt’s dann wieder ein bisschen Smalltalk. Daniel geht nächsten Samstag zum Gabalier-Konzert. Er mag seine Musik. Nur „Halapalu“ taugt ihm nicht so. Er erzählt von Wörtern, die er beim Dreh nicht verstanden hat. „Sie haben mich gefragt, was ich mache, wenn es in der Villa ,Beef‘ gibt. Ich dachte, sie starten in der Villa eine Grillerei. Ich hatte mich schon gefreut, dabei ist das ein anderes Wort für ,Auseinandersetzung‘. Das wusste ich bislang nicht.“ Dann: „Tschüss, baba, hat mich gefreut. Danke noch einmal …“

Im Lift, am Weg runter ins Restaurant, hatte ich mir überlegt, was mich erwarten würde: Irgendein abgehobener Typ und viele Momente, in denen ich das Universum innerlich anflehen würde, die Zeit schneller vergehen zu lassen.

Was mich tatsächlich erwartet hat: ein eigentlich ganz netter, bodenständiger Kerl.