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Frauen nutzten Dating-App, um Kapitol-Stürmer beim FBI zu melden

Besser als das FBI? Frauen geben sich als Trump-Sympathisantinnen aus und matchen gezielt Kapitol-Stürmer auf der Dating-App "Bumble", um sie zu überführen. Genial.

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Frauen nutzten Dating-App, um Kapitol-Stürmer beim FBI zu melden

Unterschätze niemals das Beweispotential derer, die nach ein wenig Liebe suchen...

© 2021 Getty Images

Am 6. Jänner wurde das Kapitol in Washington D.C. gestürmt. Der rechte Mob zog auf Aufforderung Trumps zum US-Parlamentsgebäude. Fünf Personen starben bei den Ausschreitungen. Auch Rohrbomben wurden später sichergestellt.

Viele AngreiferInnen (wie der schräg aussehende, behornte Typ oben im Bild) sind sich trotzdem nach wie vor keiner Schuld bewusst und prahlen mit ihren Taten in den Sozialen Medien. Inzwischen ermitteln US-StrafverfolgerInnen, landesweit gab es Festnahmen...

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Dating-App-Userinnern ermitteln mit

Mehrere Frauen nutzten jetzt sogar die Dating-App Bumble für ein ganz besonderes Verführungsmanöver: Sie lockten ahnungslose Kapitol-Randalierer in die Falle, indem sie sich als Trump-Sympathisantinnen ausgaben. In weiterer Folge übergaben sie dann wichtige Infos ans FBI.

Die Demokratieverweigerer meinten nämlich tatsächlich, mit ihren Fotos der Proteste bei der Frauenwelt Eindruck schinden zu können - und teilten die Bilder (oder anders gesagt: das Beweismaterial) massenweise in ihren Dating-Profilen. Bumbles Slogan "Wo Frauen den ersten Schritt machen" passt in diesem Fall perfekt.



Wie sie das Ganze anlegten?

Die Frauen änderten bei Bumble in den Einstellungen ihre politische Präferenz auf "konservativ" , um gezielt an Bilder und Videos von Randalierern des Kapitol-Mobs zu kommen. Anders als bei anderen Apps können NutzerInnen auf Bumble potentielle Dates herausfiltern, die nicht die gewünschte politische Zugehörigkeit angegeben haben. Diese (zugegeben etwas hinterlistige) Fahndungsmethode erntete selbst Applaus von John Sipher, einem Veteranen des National Clandestine Service der CIA. Und der muss es ja schließlich *wirklich* wissen.



Bumble sperrt KapitolsstürmerInnen

Schnell gingen die Tweets über die Cyber-Ermittlungen der Bumble -Detektivinnen viral. Die Dating-App gab dazu am 12. Jänner eine Erklärung ab, in der verlautbart wurde, dass "Maßnahmen in Bezug auf Konten ergriffen wurden, die gegen ihre Regeln verstoßen" Es hieß auch, dass sie "Benutzer sperren, die als Teilnehmer am Angriff des US-Kapitols identifiziert wurden".



Obwohl sich Bumble so klar von den Unruhen distanzierte, schien die App die Bemühungen jener Frauen, die Strafverfolgung zu unterstützen, ebenfalls nicht wirklich zu tolerieren. Am 14. Jänner gab Bumble dann nämlich eine weitere Erklärung ab, in der es hieß, dass der "Politik-Filter vorübergehend deaktiviert" wurde, um Missbrauch zu verhindern.



...und das Internet war alles andere als begeistert

Auf die Frage nach der Motivation, den Politikfilter zu entfernen, soll Bumble der Presse folgendes mitgeteilt haben: "Wenn unsere KI-Technologie Fotos, Hasssymbole oder Textinhalte erkennt, die die Kapitol-Stürmung oder verwandte Aktivitäten verherrlichen, werden diese entfernt. Wiederholte Verstöße oder noch extremere Inhalten führen zur Sperrung des Nutzers oder der Nutzerin. "

Die Entscheidung von Bumble , den Filter zu entfernen, wurde in der Öffentlichkeit aber trotzdem weiter verurteilt.



Ein paar Stunden später ging der Filter dann wieder online...

Da das FBI den Aufstand vom 6. Jänner weiter untersucht, sind auch die Bumble -Ermittlerinnen weiter im Einsatz.