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Deine Yogamatte macht dich krank

Wir machen täglich Yoga, um uns zu entspannen. Was ist aber, wenn wir dadurch kranker werden als wir dachten?

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Wir kaufen uns jetzt alle eine andere Matte!

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Wir sind am Ende der Yogastunde, atmen in tiefen Stößen ein und aus und legen uns auf unsere Yogamatte, um die letzten ruhigen Minuten auf uns einwirken zu lassen. Wer fühlt sich nach einer Yogastunde nicht wie neu und so als könnte er der Welt trotzen? Beim Yoga geht es um die Verbindung von Körper, Geist und Seele. Es stabilisiert unser Nervensystem, verringert den Blutdruck und erhöht unsere Flexibilität und Ausdauer.

Was ist aber, wenn genau dieser Sport uns krank macht? Und was ist, wenn es nicht einmal am Sport selbst liegt, sondern an der Requisite, die man dafür verwendet?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eure Yogamatte je Feuer fängt, dafür ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eure Gesundheit, euren Hormonhaushalt und sogar eure Fruchtbarkeit beeinflusst sehr hoch. Das „Environmental Health Perspectives“ Magazin hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der der Zusammenhang zwischen Frauen, die schwanger werden wollen und ihre Aussetzung gegenüber Organophosphat-Flammschutzmitteln (PFR) untersucht wird. PFR sind chemische Mittel, die vor allem in Yogamatten, Sofas und Autositzen enthalten sind, um sie weniger brennbar zu machen.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher aus Harvard den Urin von 211 Frauen, die im Massachusetts General Hospital eine In-vitro-Fertilisation durchführen lassen wollten, auf PFR-Restbestände. Die Ergebnisse waren eindeutig: Knapp 94% der Untersuchten hatten DPHP und 80% ip-PPP im Urin. Diejenigen, die die höchsten DPHP und ip-PPP-Werte aufzeigten, hatten eine 10% geringere Wahrscheinlichkeit gar erst befruchtet zu werden, eine 31% geringere Chance, dass das Embryo erfolgreich im Uterus implantiert wird und eine 41% geringere Wahrscheinlichkeit tatsächlich schwanger zu werden.


Natürlich ist die Studie sehr limitiert, da sowohl Probanden als auch Ort und Zeit sehr spezifisch gewählt worden sind. Bessere Ergebnisse würde man durch eine viel größere Studie mit mehr Frauen, aus Unterschiedlichen Regionen, Ländern und Lebensumständen, erzielen.


Dass Yogamatten aber gesundheitsschädigend sind, ist nichts Neues. Die meisten Matten werden in Taiwan zu schlechten Arbeitsbedingungen produziert und werden aus Polyvinylchlorid oder auch PVC hergestellt. PVC wird vor allem für die Griffbarkeit und Rutschfestigkeit der Matten angewendet. Zudem ist es auch ein sehr günstiger Stoff, wodurch die Matten auch zu billigen Preisen verkauft werden können. Da PVC Plastik ist, muss dieser Geruch vor dem Verkauf gedämmt werden. Dies passiert normalerweise mit Pthalaten. Mit Blei und Cadmium wird die Matte stabilisiert.

Wenn wir Yoga machen stehen wir die ganze Zeit mit den Füßen auf einer Matter voller Toxine. Über die Fußsohle nehmen wir die meisten Giftstoffe auf. PVC gibt Dioxin ab, Phtalate beeinflussen unseren Hormonhaushalt und Cadmium kann das Gehirn schädigen. Nicht gerade die Art von Entspannung auf die wir so scharf sind!

Alternativen?

Doch gibt es Alternativen zu PVC- und PFR-haltige Yogamatten? Die ökologischsten Varianten sind eine Matte aus fair-trade Bio-Baumwolle, Naturkautschuk oder ein Teppich aus Hanf. Ansonsten gibt es auch Matten aus TPE (Thermoplastische Elastomere) Schaum, die ökologisch leicht recyclebar und PVC-frei sind. Diese sind definitiv besser als die gehypten Jute- und PER- (Polymer Environmental Resin) Matten, die immer noch aus PVC hergestellt werden, dieses aber nicht mehr mit Phtalaten behandelt wird. Das heißt die Umwelt leidet zwar noch immer, euer Hormonhaushalt aber nicht mehr.

Thema: Yoga