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Der 56. Wiener Opernball

Weniger Spektakel, dafür mehr "Ball der Künstler": Der Opernball ist gestern wohl dort angekommen, wo ihn Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh und Hausherr Dominique Meyer gerne sehen würden. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb fanden sich deutlich mehr internationale Stars bei dem Fest in der Oper ein als in den Jahren zuvor. "Wir sind auf dem richtigen Weg", zog die Organisatorin Bilanz.


Der 56. Wiener Opernball
© REUTERS/Lisi Niesner

Der Rote Teppich war ebenso bunt gemischt wie prominent. Teufelsgeiger David Garrett kam ebenso wie Supermodel Helena Christensen, Ex-Fußballprofi Lothar Matthäus, US-Schauspielerin Rosario Dawson, Boris und Lilly Becker. Die heimische Schauspielriege war etwa durch "Jedermann" Nicholas Ofczarek, die Schauspielerinnen Christiane und Maresa Hörbiger sowie Mimin Sunnyi Melles vertreten.

Glanzstück der Eröffnung war der Auftritt der rumänischen Sopranistin Angela Gheorghiu, die am Ball ihr Debüt gab. Die Künstlerin sang "Habanera" aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet und danach "I Could Have Danced All Night" aus dem Musical "My Fair Lady". Für ihren Auftritt zog sich Gheorghiu um, zunächst noch in schlichtem schwarzen Kleid auf dem Roten Teppich, kleidete sie sich für ihre Darbietung in ein rot-schwarzes Paillettenkleid. Begleitet wurde sie vom Wiener Staatsopernorchester, das seine Dabietung als Geschenk an Dominique Meyer wissen wollten. Dirigiert wurde es von Georges Pretre.

Für Bundespräsident Heinz Fischer ist der Opernball immer "eine Mischung aus Vertrautem und Neuem", wie er der APA sagte. "Also, an sich ist jeder Opernball ein bisschen anders, aber nicht viel anders. Es ist die Oper, es ist der gleiche Raum, es ist ein ähnliches Publikum", stellte er fest. Die Besonderheit der heurigen Veranstaltung sei unter anderem der Besuch des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon gewesen.

Für Fischer ist der Opernball sowohl Arbeit als auch Unterhaltung: "Es ist anstrengend, aber es ist auch ein Vergnügen." Anstrengend sei er, "weil man drei bis vier Stunden sehr konzentriert ist, sehr viele Gespräche führt, sich auf verschiedene Leute einstellt". Ein Vergnügen sei die Veranstaltung, weil "es ein wirklich schönes Bild ist, weil es ein bisschen eine Abwechslung zum Alltag ist". Die Bemühungen der Ballorganisatorin Desiree Treichl-Stürgkh, die Künstler auf dem Fest wieder in den Vordergrund zu rücken, honorierte er zwar, meinte aber auch: "Für einen Künstlerball ist er vielleicht zu groß. Da sind die Künstler doch eine eindeutige Minderheit."

Bundeskanzler Werner Faymann (S) freute sich unterdessen sehr, dass heuer im Vergleich zu den Vorjahren besonders viele Künstler den Opernball besucht haben: "Ja, es war ursprünglich immer ein Ball der Künstler und er ist es in gewisser Weise geblieben." Für ihn ist der Besuch des Opernballs "eher ein Vergnügen" als Arbeit, weil es dort im Vergleich zu anderen Tätigkeiten eher privat und entspannt zugeht und seine Frau ihn begleitet.

Auch Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (V) zeigte sich erfreut, dass heuer vermehrt Künstler den Weg in das Sangeshaus gefunden haben: "Ich sehe das als eine neue tolle Facette, die ich sehr begrüße." Die Eröffnung hat ihm heuer besonders gut gefallen - er war laut eigenen Angaben geradezu begeistert davon: "Ich habe gefunden, dass die gesamte Inszenierung außergewöhnlich gut war", lobte er.

Neben dem UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon feierten auch weitere internationale politische Vertreter in der Staatsoper: Faymann wurde vom kroatischen Ministerpräsidenten Zoran Milanovic begleitet, Spindelegger vom schwedischen Außenminister Carl Bildt und Wiens Stadtchef Michael Häupl (S) vom slowenischen Parlamentsabgeordneten und ehemaligen Laibacher Bürgermeister Zoran Jankovic.

(apa/red)