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Der Bachelor: "Die sind wohl alle zu verkopft..."

Was für eine Folge! Die Frauen üben den Aufstand, zeigen sich betastungsunwillig und renitent. Oder wie es der "Bachelor" formuliert: "Die sind verkopft."


Der Bachelor: "Die sind wohl alle zu verkopft..."

Kristina drückt den "Bätschman". Nur Küssen, das ist nicht drin.

© RTL

Patsch. Patsch. Patsch. Hört ihr das? Patsch. Patsch. Patsch. Da ist doch dieses Geräusch ... Patsch. Patsch. Patsch. Nein, es ist nicht Yeliz "Steelhammer" Koc, die spontan in die Show zurückgekehrt ist, weil sie mit ihrem beherzten Schwinger zuletzt nur die linke Backe des "Bachelors" erwischt hat und da noch eine rechte übrig wäre. (Hier ein kleiner Reminder an dieses Highlight der TV-Unterhaltung:)

Patsch. Patsch. Patsch.

Ah, T'schuldigung. Ich merke gerade: Es sind meine eiskalten Händchen, die begeistert gegeneinander patschen. Hurra! Habemus Aufstand. Es herrscht Meuterei im Bikini-Knast!

Statt bei jedem nichtssagenden Satz (also allen) eines Männchens mit einbetoniertem Kukident-Grinser und säuberlich ondulierter Mähne in prä-orgiastische Verzückung zu verfallen, zeigen sich die "Bachelor"-Kandidatinnen 2018 miesepampelig: "Nö, keinen Bock mehr auf den Typ."

Also, wirklich jetzt, super Folge gestern! Patsch!

Daniel: "Howdie." Das klingt nach "Hau di." Aber wir sind da vermutlich etwas festgelegt.

Aber mal langsam und von vorne. Es geht nach Texas. Zum Reiten. Nein, nein. Nicht was ihr denkt. Also: Nicht ganz, ihr kleinen Schweinderl.

„Texas ohne Bullriding ist einfach nicht das wahre Cowboyleben," sagt der "Bachelor" und starrt mit seinem allerallerdreckigsten Grinser (als wäre sie eines dieser monströsen Rib Eye Steaks, die er beim Einzel-Date mit Carina in Folge 4 verkohlt hat) auf die Kehrseite von "Ich-hatte-schon-zig-Gangbangs"-Playmate Svenja, während die den mechanischen Bullen mit ihren Schenkeln quetscht und massiert, als ginge es darum, jede Mutter und Schraube ohne Verwendung der Hände nachzuziehen.

"Das hatte schon was Reizendes," beschreibt der "Bachelor" die Leistung und verschafft Svenja als Belohnung eine weitere Nahkontakterfahrung: "Svenja, wollen wir mal n’ Esel füttern?" Die will eigentlich gewohnt mundwinkelhängend über ihre Gefühle quasseln ("Ich wollte mit dir so darüber reden, wie das so mit uns ist..." ), aber dem "Bätsch" ist gerade so gar nicht nach extratiefem Emo-Talk, der freut sich lieber an anderen Tierchen: "Die Nasen sind so weich." Und: “Ich könnte hier stundenlang sitzen und die Dinger füttern,” begeistert er sich über die Baby-Esel deutlich mehr als für die sieben ausverlesenen Rest-Frauen, mit denen er da sonst durch Texas zottelt.

Maxime und das große "Ähhhhmmmm"

"Ja, also. Äh?"

Wie etwa Maxime, die jetzt zum Einzel-Date mit dem "Bachelor" muss. Maximes Rede-Anteil mit dem "Bachelor" belief sich bis jetzt auf penibel nachgezählte acht Sätze. Und selbst der reichlich nachgeschenkte Sprudel führt nicht dazu, dass die gegenseitige Abscheu so weit sinkt, dass Maxime und Daniel SPRECHEN wollen. Hier der minimalistisch ausgeformte Date-Soundtrack:

Bachelor: "Ich will, dass du einfach nur du bist."

Maxime: "Ja."

Bachelor: "Äh, wo waren wir stehen geblieben?"

Maxime: "Ich weiß nicht, jetzt habe ich irgendwie den Faden verloren."

Bachelor: "Äh, setzen wir uns mal auf die Couch."

Noch mehr Sprudel, der "Bätsch" versucht, auf dem extrasteifen Holzbänkchen eine extra maskulin-erotische Position zu finden – nur macht sich die Maxime trotzdem nicht extralocker, lässt sich dieses störrische Zickenmädchen partout nicht in die groß angelegte Kuss-Testreihe des "Bachelors" schieben. Daraus kann der "Bachelor" nur eines schließen: “Ich habe einfach den Eindruck, dass sie total verkopft ist."

Es ist herrlich – und es wird noch viel herrlicher. Denn wenig später zeigt Maxime, dass sie tatsächlich Köpfchen hat. Sie schließt ab mit ihrer würdefeien Kurzzeit-Lebensführung und eröffnet dem "Bachelor": "Du bist ein toller Mensch, aber du passt nicht so gut zu mir. Bei mir hat es leider nicht gefunkt." Haha. Der klassisch-höfliche "Du bist eine letztklassige Nulpe, zieh Leine" -Move: Maxime hat ihn drauf.

Patsch. Patsch. Patsch. DA IST ES ZUM ERSTEN MAL!

Kristina fürchtet eine Kalorienvergiftung und will auch nicht Schmusen

Samira, Bätsch und Kristina. Samira: "Ich will nicht heiraten." Bätsch: "Ich will, dass man meine Gesten schätzt."

Sind damit die produktionsseitigen Knickknack-Kalkulationen für diese Woche gegessen? Ein neuer Dreh-Tag, ein neuer Versuch. Samira und Kristina reiten mit dem "Bätschman" durch die Prärie, es gibt Bisons und Kühe und Bäume und Sträucher und der "Bachelor" bemüht schnell alle Blabla-Klischees von der "unendlichen Weite" und dem "Menschen, der sich plötzlich ganz klein fühlt."

Der Rest ist schnell erzählt. Eine Decke, viel Sprudel, ein paar Häppchen, ein paar Konversations-Versuche. Samira will zwar Mann und Kinder, aber keinen Ehering. Der "Bachelor" wieder findet, dass man jede seiner Gesten toll zu finden hat. So toll, dass man gleich eine Standleitung zu den zwanzig besten Freundinnen einrichtet, um immer sofort von seinen Großtaten zu berichten.

Wie das mit Samiras Hochzeits-Allergie in Zusammenhang steht, erklärt sich nicht. Spielt aber auch keine Rolle, die beiden reden munter aggro aneinander vorbei. Zum Einzel-Date darf dann Kristina. Die hat geschwiegen und den "Bachelor" angelächelt, vermutlich also ist sie nicht ganz so "verkopft".

Daniel spielt mit Marshmallows und Kristina Stopfgans

Weil Kristina prinzipiell nicht viel zu sagen hat (und wenn doch, dann ist es ohne Untertitel eher schwer verständlich), stopft ihr der "Bachelor" jetzt einen gegrillten Marshmallow in den Rachen. Mit Schokolade. Und Keksen. Fortan leidet Kristina unter einer alles betäubenden Kalorienvergiftung und steigt tatsächlich mit dem "Bachelor" in den Jacuzzi.

"Wenn’s da nicht so nass gewesen wäre, wäre der Wald abgebrannt," verkennt der "Bachelor" die Lage. Klar: Zwar ist der Whirlpool mit Kerzen umstellt, als hätte Tine Wittler schnell mal die Deko-Abteilung beim Leiner geplündert - das ist aber leider auch schon das einzige, was da auch nur irgendwie knistert. Der "Bachelor" schiebt sich durchs Wasser auf Kristina zu – und dann geschieht ... DAS:

Patsch. Patsch. Patsch. Wie wiederholen: Es ist eine fantastische, eine geradezu göttliche Folge.

Natürlich hat der "Bachelor" eine Erklärung dafür, dass Kristina seinen Lappen nicht im Rachen wollte: “Ich glaube, sie ist sehr verkopft."

Hahahahahaha! Wir werden nie wieder aufhören zu lachen. Nie wieder!

Geht's noch besser? Geht es!

Denn jetzt ist Jessica an der Reihe.

Jessica: "Gefühle? Nö."

Die ist blond. Die hat ein liebes G'schau. Die hat nicht den Kopf weggedreht, als der "Bachelor" ihr in Folge 5 die Zunge in den Mund gedrechselt hat. Jessica, die wird seine großen Gesten bestimmt gebührend honorieren. Aber hallo? Was macht Jessica? Die (Patsch! Patsch! Patsch!) verpasst dem "Bachelor" die nächste Breitseite. Verbal zwar nur, aber man nimmt als gichtfingriger Zuschauer ja alles, was man kriegen kann. "Bloß weil man geküsst hat, bedeutet das ja nicht, dass ich gleich verliebt bin."

Und später im Off setzt sie noch nach: "Ich will den doch nicht anlügen und so tun, als wäre ich total verknallt."

Liebes RTL! Woher habt ihr in diesem Jahr die "Ladys"? Die sind ja hier fast schon so was wie ein zart-feministisches Busen-Bataillon, ausgezogen, um einen selbstherrlichen Gockel vom Podest zu schubsen. Wir wollen nicht von einer Sternstunde der Frauenbewegung sprechen, aber ... na gut. Nein.

Zeit, die Dinge wieder in die richtige Ordnung zu rücken. Rosenvergabe. Dieser einzig verbliebene Rest-Moment, in dem der "Bätschman" die Oberhand behält, indem er über "Rein" und "Raus" bestimmt, indem der Mann den renitenten Weibern zeigt, wo verdammt in dieser Welt ihr Platz zu sein hat. An seiner Seite. Oder im "Dschungelcamp".

Samira will sich nicht "testfahren" lassen

Zumindest bis Samira um die Ecke biegt: “Lieber Daniel, ich hab mir so den ein oder anderen Gedanken gemacht.” Wir kürzen ab: Auch sie will keine Rose. “Wir sind alle keine Testautos. Ich bin ein Ferrari, mich muss man nicht testen. Alle zu küssen ist auch keine Strategie." (Patsch. Patsch. Patsch.)

Der "Bachelor" hängt da wie eine ausgefranste Flunder. Ratternd wirft er die behäbige Dampfmaschine in seinem Oberstübchen an. Ihm dämmert: Wenn die alle so verkopft sind und freiwillig von Bord springen, dann ... Verdammt. Dann bleibt ihm nur mehr übrig: Janine Christin.

Die Frau, die ihm einen Liebesbrief gepfriemelt hat. Ihm im Pool auf den Schädel und beim Line Dancing auf die Zehen gejumpt ist. Die ihn nach Art eines klammerfreudigen Känguruh-Babys komplettumschlingen will, und zwar körperlich wie emotional. Die Frau, für die er nach Ablauf der Show sofort eine einstweilige Verfügung beantragen muss, damit sie ihm sich auf einen Umkreis von 50 Kilometer nicht mehr nähern kann...

"Janine Christin. Das Schicksal hat mir eine Chance gegeben. Vielleicht ist es ein Zeichen? Willst du diese Rose?"

Janine Christin plärrt. Wir fürchten: Vor Freude. Und endlich ist die Ordnung in der "Bacheloren"-Welt wieder hergestellt.

PS.: Am 7. März kriegt irgendeine der restlichen Frauen die finale Rose. Spielt aber keine Rolle, denn ++ SPOILER ++: Der "Bachelor" soll längst mir IHR liiert sein.

Thema: Der Bachelor