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Der „Bachelor“ beschert RTL Top-Quoten

Billig, willig – alles Fake? Millionen sehen auch heute wieder zu, wie der blonde Hamburger Paul, alias der „Bachelor“ aus 20 Frauen EINE aussuchen darf. Wie entwürdigend ist die Show für Frauen? Und: Suchen die Kandidatinnen gar nicht nach der großen Liebe, sondern sind nur gekaufte Darstellerinnen?


Der „Bachelor“ beschert RTL Top-Quoten
© Marc Collins

Wenn Mann und Frau sich einander annähern, sehen wir gerne zu. Das war schon bei „Herzblatt“ so, das ist im wahren Leben so. Voyeurismus nennen es böse Zungen, menschliche Neugier die Verständnisvollen und die TV-Sender - nun, die sprechen vom "ganz großen Gefühl". Seit Wochen nun sucht der Hamburger Event-Organisator Paul (30) als „Bachelor“ (sprich: "Bettschäla") auf RTL die große Liebe. Gleich 20 junge Frauen, allesamt wie aus der Model-Kartei entsprungen, buhlen am Drehort Kapstadt um seine Gunst.

Wie real ist die Liebe? Traumkulisse, schöne Frauen und ein wenig von dem, was der TV-Sender unter Romantik versteht: Derlei beschert regelmäßig Traumquoten: Bis zu 15,3 Millionen sind dabei, wenn der "Bachelor" Paul mit Rosen seine Gunst bezeugt. Doch wie echt ist die Suche nach der Liebe wirklich? Rund 3.000 Euro, so wird kolportiert, erhalten die Kandidatinnen für die Teilnahme an der Kuppelshow. Und: Ist es nicht ein klein wenig entwürdigend, wenn 20 junge Frauen um einen ihnen bis vor Drehstart unbekannten Mann buhlen? Einen Mann, der seine Rosen vor allem an diejenigen verteilt, die bei Einzel-Dates durch knappe Kleidung und eine gewisse Willigkeit überzeugen?
Die 27jährige Grazerin Bernadette Kaspar war eine der Kandidatinnen, wurde jedoch vom Junggesellen bereits nach kurzer Zeit aus dem Rennen gekickt. Kaspar selbst kann sich jetzt erst einmal über ihren Medienauftritt amüsieren: "Paul ist halt blind." Für WOMAN.at zog sie ein Resümee.

WOMAN.at: Was hat Sie bewogen, an der Kuppelshow "Bachelor" teilzunehmen?

Bernadette Kaspar: Klar wollte ich einen netten Mann kennenlernen. Aber ein riesiger Anreiz war natürlich die Reise nach Kapstadt, der Tafelberg, die Villa, in der wir wohnen konnten. Das sind Erlebnisse, die man nicht jeden Tag hat.

WOMAN.at: Gab es auch enttäuschende Momente?

Kaspar: Ja. Als ich Paul, den "Bachelor" das erste Mal gesehen habe. Ein blonder Mann ist gar nicht mein Typ.

WOMAN.at: Trotzdem haben Sie geweint, als Sie keine Rose von ihm erhielten...

Kaspar: Aber nicht wegen ihm. Er ist gar nicht mein Traummann und mir völlig egal. Aber ich war traurig, dass ich nicht länger in Kapstadt bleiben konnte – und auch die anderen Mädels sind mir ans Herz gewachsen.

WOMAN.at: Haben Sie es nicht als entwürdigend empfunden, als hübsche junge Frau mit anderen Kandidatinnen um einen Mann zu kämpfen?

Kaspar: Überhaupt nicht. Die Zeiten ändern sich. Warum soll man einen Mann heutzutage nicht über eine TV-Show kennenlernen können?

WOMAN.at: Es gibt viele Stimmen, die meinen, dass die Sendung ein kompletter Fake sei...

Kaspar: Natürlich wurden alle Kandidatinnen einem Casting unterzogen. RTL wollte ja sicher gehen, dass keine dummen Frauen dabei sind, die sich nicht artikulieren können. Dass die Sendung für Gesprächsstoff sorgen wird, war allen Beteiligten klar. Aber es ist kein Fake.

WOMAN.at: Hat die Show Ihre Karriere als Model angekurbelt?

Kaspar: Sie hat mir auf keinen Fall geschadet. Ich habe einige Angebote auf dem Tisch – und werde jetzt von Köln aus weiter Gas geben.

WOMAN.at: Und privat? Ist Ihnen der Traummann abseits der TV-Kameras über den Weg gelaufen?

Kaspar: Ich bin auf dem besten Weg, auch privat mein großes Glück zu finden...

(red)