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Der große Finanz- & Budget-Check von WOMAN: „Dafür geben wir unser Geld aus!“

Budget-Check: Ausgeben? Sparen? WOMAN fragte fünf Frauen, wie sie es mit ihren Finanzen halten. Plus: warum die Wirtschaft auf uns Ladys hofft.


Der große Finanz- & Budget-Check von WOMAN: „Dafür geben wir unser Geld aus!“
© Roland Unger

Auf Urlaub war ich schon ewig nicht mehr, obwohl ich sehr gerne reisen würde. Aber ich habe mich für mein eigenes Unternehmen entschieden und mein ganzes Vermögen investiert“, erklärt Sabine Maxwald, 35, warum sie jedes Mal zu Monatsende mit mehr als 200 Euro im Minus ist. Vor kurzem erst hat die Burgenländerin das Eltern-Kind-Zentrum „Villa Hase“ samt kleinem Kaufladen eröffnet und diesem Traum alles andere untergeordnet. „Privat gebe ich nur Geld aus, um Lebensmittel und Haushaltsartikel zu kaufen.“ Die Kosten für den Kindergarten der vierjährigen Tochter übernimmt die Uroma, „die zweite Urli zahlt für Ronja in einen Bausparvertrag ein“. Auch in Sachen Kleidung hat Sabine eine günstige Lösung gefunden: „Bei mir gibt es Flohmärkte für Baby- und Kindergewand, da finde ich auch etwas für meine Kleine. Und ich selbst bekomme von einer Freundin Getragenes geschenkt.“

Richtig budgetieren.
Die eigene Geschäftsidee umsetzen, das Studium finanzieren, sich eine Eigentumswohnung oder ein Haus leisten: Frauen investieren in Wünsche, Träume, Lebensziele. Damit man sich nicht übernimmt, hat Marie-Christine Pranter, WOMAN-Juristin und zertifizierte Mediatorin, einen simplen, aber effektiven Vorschlag: „Eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung schafft noch immer einen hervorragenden Überblick zur Finanzlage.“

Wofür aber zahlen Frauen am meisten? Werden vor allem Schuhe, Schmuck und Kleider gekauft? Oder wird in Vorsorge und Kinder investiert? Wir fragten fünf Frauen – vom Single über die Unternehmerin bis zur zweifachen Mama in Karenz – nach ihrem Budgetplan. Das Ergebnis: detaillierte Aufstellungen, die von Betriebs- bis Windelkosten alles beinhalten.

Bettina Traxler, 38, ist Innenarchitektin und hat ihr Gehalt als Single zur alleinigen Verfügung: „Bis vor einem Jahr habe ich trotzdem jede Investition notiert. Das habe ich mir abgewöhnt, weil ich mir für mein hart erarbeitetes Geld auch mal was gönnen möchte, ohne schlechtes Gewissen.“ Wohnaccessoires, Schuhe und Kleidung gehören dazu, aber auch der Friseurbesuch. „Der ist ein Muss!“

Was kostet wie viel?
Laut aktuellster Konsumerhebung der Statistik Austria gehen etwa bei einer Familie mit zwei Kindern 20 Prozent der Ausgaben für Wohnen und Energie (Betriebskosten) drauf, gefolgt von Kosten für Auto samt Treibstoff und Lebensmittel. Am unteren Ende der Verbrauchsaufzeichnungen: Nur 1,6 Prozent fließen in Bildung, lediglich 2,4 Prozent in Gesundheit. Bei Zweifachmama Christina Steszgal, 35 und karenzierte Unternehmerin ( www.juwelen-vom-ex.at ), hat aber gerade das höchste Priorität: „Wir sind alle privat versichert. Bei den Geburten meiner Töchter habe ich den Unterschied bemerkt.“

Für Rechts-Expertin Pranter ein Zukunftstrend: „Alles, was die seelische und körperliche Gesundheit unterstützt, wie Training, Mediation, Paarberatung, wird einen höheren Stellenwert bekommen. Auch, um für die Herausforderungen des Alltags gewappnet zu sein.“ Einen anderen Trend hat die Boston Consulting Group in einer neuen Studie aufgespürt: Frauen werden als Konsumentinnen von vielen Unternehmen nicht wahrgenommen, haben sie durch Beruf, Familie und Haushalt doch kaum Zeit für sich. Dabei sind in Österreich Frauen für 70 Prozent der jährlich rund 145 Milliarden Euro Konsumausgaben verantwortlich. Wir entscheiden also mehrheitlich, wofür das Geld verwendet wird.

KLICKEN: Die Finanzen der fünf Protagonistinnen!

Redaktion: Katrin Kuba