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Der Nonnen-Orden Abbaye de Notre Dame de l'Annociation will die Charts stürmen

"Sister Act" war gestern – jetzt kommen die Nonnen der Abbaye de Notre Dame de l'Annociation! Die Schwestern des abgeschiedenen, benediktinischen Orden nahe Avignon sind das Ergebnis einer weltweiten Suche nach den besten, weiblichen Sängerinnen gregorianischer Choräle – und werden demnächst die Charts stürmen.


Der Nonnen-Orden Abbaye de Notre Dame de l'Annociation will die Charts stürmen
© Decca Records

Elton John, The Rolling Stones, Amy Winehouse, U2 und Lady Gaga – all diese musikalischen Größen bekommen von nun an bei ihrem Plattenlabel Unterstützung. Und zwar nicht von einer süßen Rockerin oder einem schnuckeligen Schmusesänger, sondern tatsächlich von einem Chor von Nonnen.

Diese sind Teil eines antiken Ordens, der im 6. Jahrhundert seine Wurzeln hat und führen die Tradition eines abgeschotteten Lebens hinter verschlossenen Türen bis heute fort. Somit dürfen BesucherInnen und auch Angehörige ausschließlich durch ein Gitter mit den Schwestern kommunizieren – und das bis zu deren Tode.

Mutter Oberin Abbess war zu Beginn skeptisch, als sich die Sucher nach den weiblichen Chorälen an sie wandten: „Wir haben nie danach gesucht, es suchte nach uns. Zu Beginn waren wir besorgt, es könnte unser klösterliches Leben beeinflussen, also fragten wir den Heiligen Josef in den Gebeten. Unsere Bitten wurden erhört und wir dachten, dass dieses Album etwas Gutes ist, wenn es die Menschen berührt und ihnen hilft, Frieden zu finden.“

Damit ihr abgeschottetes Leben trotz musikalischer Karriere bleibt, filmen die Ordensschwestern ihre eigene Fernsehwerbung und fotografieren ihr eigenes Album-Cover. Auch die Manager von Plattenfirmen durften das Kloster nicht betreten.

So wurde auch Dickon Stainer, Geschäftsführer von Decca Records, der Eintritt ins Kloster verwehrt: „Ich überreichte ihnen den Vertrag durch das Gitter, sie unterzeichneten und reichten mir diesen zurück. Obwohl die Nonnen ihr Kloster nie verlassen, kann nun die ganze Welt der wahren Schönheit ihres Gesanges lauschen.“

Auf dem Album wird die antikste Form des gregorianischen Chorals zu finden sein, den die Nonnen achtmal am Tag singen. Diese ist auch die erste je niedergeschriebene Musik überhaupt.

Die ersten HörerInnen der Platte zeigen sich begeistert. So auch Lewis, A&R-Leiter bei Decca Records: „Wenn man den Gesang der Nonnen hört, so ist es wie ein unmittelbares Entkommen aus den Herausforderungen, dem Lärm und der Geschwindigkeit des modernen Lebens. Man bekommt einen flüchtigen Einblick in die geheime Welt des Friedens und der Ruhe.“

Im November erscheint das erste Album der Nonnen, „Voices – Chant from Avignon“, weltweit.

Redaktion: Marlene Altenhofer