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Der perfekte Laufschuh

Die richtige Wahl: Modelle gibt es unzählige, wie soll man da das passende finden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Schuhkauf.

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Der perfekte Laufschuh
© Boarding1Now/iStock/Thinkstock

Neutralschuh, Überpronierer, Sprengung, Vorfußläufer, Supponierer und mehr: Wer kann mit all diesen Begriffen ehrlich etwas anfangen? Dabei sind sie ausschlaggebend, wenn es darum geht, den richtigen Laufschuh zu finden. Wie du den Durchblick bewahrst und ganz sicher zum richtigen Modell greifst, weiß Franziska Mally vom mza (Medizinzentrum Alserstraße, mza.at), Sportgerätetechnikerin und Expertin für Laufanalysen.

Perfekter Sitz. Das Wichtigste ist, dass der Schuh richtig passt. Was logisch klingt, ist nicht immer selbstverständlich. Das Gefühl, wenn man drin steht, sollte angenehm sein, man darf vorne nicht anstehen und der Schuh soll nirgends drücken. Im Zweifelsfall lieber eine halbe Nummer größer nehmen, durch das Laufen geht der Fuß ein bisschen auseinander. Zu schmal ist also auch nicht gut, aber achte genauso darauf, dass du im Schuh nicht herumschwimmst. Idealerweise gibt es im Shop ein Laufband, auf dem du mehrere Schuhe testen kannst. Oft macht erst der Vergleich sicher, welches Modell das Beste ist. Achtung: Am Morgen ist der Fuß schmäler. Kaufe Laufschuhe deshalb immer am Nachmittag oder Abend.

Laufanalyse. Am besten macht man vor dem Schuhkauf eine Laufanalyse beim Experten (zum Beispiel bei einem Sportmediziner). Dabei wird festgestellt, wie der Fuß auf dem Boden aufkommt, und zwar mit Schuhen und ohne. Durch das Tragen von Schuhen sind wir es gewohnt, mit der Ferse zuerst aufzutreten. Das belastet das Sprunggelenk ziemlich stark – beim Laufen eher nicht so gut. Immerhin wird der Fuß bei jedem Schritt, je nach Geschwindigkeit, mit dem Drei- bis Sechsfachen des Körpergewichts belastet. Die natürliche Bewegung wäre, mit dem Vor- bzw. Mittelfuß aufzukommen. Interessanterweise funktioniert dieser natürliche Reflex bei rund acht von zehn Menschen, sobald sie barfuß laufen (mit Schuhen tun es nur vier von zehn). Weiters wird fest gestellt, ob der Fuß nach innen kippt (Überpronation) oder nach außen geht (Supination). Eine leichte Überpronation haben etwa sieben von zehn Läufern, wie Mally aus ihrer Praxis weiß. Das passiert durch den höheren Druck, mit dem man aufkommt. Schuld daran sind eine ungleich ausgeprägte Muskulatur oder eine leichte Fehlstellung der Beinachsen. Supination dagegen ist ziemlich selten.

Dämpfung. Die Dämpfung im Fersenbereich, Sprengung genannt, schützt vor zu starker Erschütterung, die auf Dauer schmerzhaft wäre. Es gilt: Je höher die Sprengung, desto besser ist der Schuh gedämpft. Vielläufer benötigen auf jeden Fall Dämpfung, sonst ruinieren sie sich die Gelenke.

Pronation. Wenn man beim Laufen stark nach innen kippt, sollte man einen Schuh mit besonderer Stütze in diesem Bereich kaufen. Hat man auch im normalen Leben eine Überpronation, empfiehlt Mally, einen Neutralschuh zu kaufen und speziell angefertigte orthopädische Sporteinlagen zu verwenden.

Vorfußlauf. Kommt man mit dem Vor- oder Mittelfuß zuerst auf, braucht man weniger Dämpfung, da die Belastung des Sprunggelenks nicht so stark ist. Auch dafür gibt es spezielle und besonders leichte Schuhe.

Barfußschuhe. Eine Weile lang galten sie als das absolute Must Have, diesen Trend sieht Mally aber wieder etwas abflauen. Die Schuhe zeichnen sich durch eine sehr geringe bis gar keine Sprengung aus. Beim Laufen trainieren sie das Fußgewölbe, allerdings sollte man zu Beginn damit vorsichtig sein. Die Expertin empfiehlt, mit zehn bis fünfzehn Minuten zu starten und langsam zu steigern. Als zweites Paar Schuhe machen sie aber auf jeden Fall Sinn und bringen Abwechslung ins Training.

Haltbarkeit. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Schuhs ist 1000-1500 km. Nach spätestens fünf Jahren sollte man ihn aber auf jeden Fall ersetzen, da das Material ermüdet. Für regelmäßige Läufer empfiehlt Mally unbedingt ein zweites Paar Schuhe zum Wechseln.

Themen: Fitness, Laufen