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Der Spenden-Nepp: Wo die Kleidung wirklich landet, die wir spenden

Was hierzulande in den Altkleidercontainern von Hilfsorganisationen landet, wird andernorts zu Geld gemacht. Etwa in Mosambik, auf riesigen Secondhand-Märkten. WOMAN fragte bei Caritas, Rotem Kreuz und Humana nach.


Der Spenden-Nepp: Wo die Kleidung wirklich landet, die wir spenden
© Gerald Henzinger

Einhunderttausend Tonnen Gewand wandern in Österreich raus aus den Kästen und rein in die Altkleidersammlungen. Durchschnittlich mistet damit jeder von uns 12,5 Kilogramm Gewand aus. Jährlich! Weil es aber nicht im Müll landen soll, kommt es häufig in die Sammelboxen der Hilfsorganisationen: Caritas, Humana, Rotes Kreuz, Kolping stellen im gesamten Land solche zur Verfügung und sollen die Kleidung – zumindest jene 70 Prozent, die noch verwendbar sind – Bedürftigen zukommen lassen. So passiert es, wenn auch anders, als wir glauben. Denn ein Großteil wird nicht verschenkt, sondern verkauft …

Fremdfirmen beauftragt.
Andrea Winter, Sprecherin des Österreichischen Roten Kreuzes: „Die Spenden aus den Sammelcontainern kommen gar nie zu uns. Wir haben unter anderem das Recyclingunternehmen Öpula beauftragt, die Boxen zu entleeren. Pro Kilo erhalten wir zwischen fünf und zehn Cent. Dieses Geld fließt in die Arbeit unserer Organisation, in neue Rettungswägen oder -hubschrauber.“
Sonja Jöchtl, Kommunikationschefin der Caritas, dazu: „Es gibt mehr Kleiderspenden als Bedürftige in Österreich. Nur drei bis vier Prozent der Ware wird für Einheimische benötigt. Deshalb arbeiten wir mit Partnerfirmen, etwa Fairwertung, zusammen, die Gebrauchtware nach Afrika exportieren.“ Dass hier Gespendetes dort wieder gegen Geld verkauft wird, findet Andrea Winter nicht verwerflich: „Offenbar gibt es vor Ort Bedarf. Das Vorgehen wäre nur dann nicht für uns tragbar, wenn überhöhte Preise verlangt werden würden.“
Katharina Feldmann von Humana ergänzt: „Wir verkaufen 15 Prozent der Ware in unseren Shops in Österreich, der Reinerlös fließt in unsere Entwicklungsprojekte. Die restliche Kleidung geht an Schwesternorganisationen in Afrika.“

Die ganze Geschichte zur "Secondhand-Lüge" lesen Sie in WOMAN 15/2012.

Redaktion: Katrin Kuba