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Design aus Österreich: GLOBALCITIZEN

Die Designerin Agnes Aistleitner sollte man keinesfalls über ihr junges Alter definieren, sondern über die themenübergreifenden Ideen, die in ihr schlummern.

von

Global Citizen Kollektion ilusión
© Sigrid Mayer

Das heimische Label GLOBALCITIZEN sowie dessen Designerin Agnes Aistleitner machen einiges anders als die anderen. Und das ist definitiv gut so. Beispielsweise muss ja nicht alle zwei Jahreszeiten eine neue Kollektion auf den Markt kommen, sondern einfach saison-unabhängige Kollektionen, wie aktuell „ilusión“. Darüber hinaus versucht man neue Wege der Präsentation zu finden, aber auch die Produktionswege zu überdenken und sozialer zu gestalten.

So wurde für „ilusión" eine mexikanische Organisation als Partner gefunden, die ein Netzwerk von indigenen Künstlern und Künstlerinnen gebildet hat und jene durch faire Bezahlung unterstützt, jahrhundertealtes, traditionelles Handwerk der Stickerei und Perlenweberei zu bewahren. Aistleitners Entwürfe wurden mit der mexikanischen Handwerkskunst kombiniert und die einzelnen Stücke schließlich von pensionierte Schneiderinnen und Schneider in Österreich fertig gestellt.

Die Designerin sprach mit uns über ihre Zukunft, ihre Vergangenheit und ihre Sicht der Mode:

WOMAN: In welchem Alter hast du begonnen, Dich für Mode zu interessieren? Und gab es vielleicht einen bestimmten Anlass dazu?
Agnes: Ich habe mich bereits als Kind mit Bekleidung auseinandergesetzt, für mich war es faszinierend, fertige Kleidung zu zerlegen und sie in anderer Form zusammen zu nähen oder sonst zu deformieren und ihr eine neue Gestalt zu geben.

WOMAN: Was ist Mode für dich?
Agnes: Mode ist für mich zeitlos, ich mag es nicht mit Trends zu gehen oder ständig neue Kleidung zu kaufen, Mode ist zu einem gewissen Grad eine Ausdrucksform einer Person, wir verändern uns nicht ständig, warum sollten wir uns immer verschieden anziehen? Mode ist für mich auch Ästhetik, aber wie kann etwas ästhetisch sein, wenn es nicht dementsprechend würdig produziert ist? Soziale Produktion und ein Hintergedanke hinter den Teilen sind für mich von Mode nicht wegzudenken.

Global Citizen Kollektion ilusión

WOMAN: Wie würdest Du bisher Deine Reise durch die Modewelt beschreiben?
Agnes: Es war sehr aufregend, Mode ist überall und überall verschieden. Japan und Ägypten waren sehr konträr, es war so anders und spannend. Besonders geprägt haben mich jedoch auch meine Praktika in Los Angeles und New York - die vielen Gedanken und Ideen zu Mode sind beeindruckend.

WOMAN: Was hat Dich zu Deiner aktuellen Kollektion inspiriert?
Agnes: Mexiko. Bei der diesjährigen Kollektion arbeite ich mit einem Social Business aus Mexiko zusammen, dort werden indigene Frauen und Männer im ganzen Land vernetzt und sie werden darin unterstützt jahrhunderte alte Traditionen zu bewahren und diese auf den modernen Markt zu bringen. Und von diesen Traditionen habe ich mich inspirieren lassen und sie in meine Kollektion eingebaut.

Global Citizen Kollektion ilusión

WOMAN: Hast Du einen persönlichen Favoriten daraus?
Agnes: Mein persönlicher Favorit ist die Bluse mit dem verkehrten Ausschnitt.

WOMAN: Welche Persönlichkeit würdest Du gerne in Deiner Kollektion sehen?
Agnes: Tilda Swinton und Marina Abramovic.

WOMAN: Was sind deine aktuellen Pläne und/oder Ziele?
Agnes: Zurzeit arbeite ich an einem politischen Bildungsprojekt, einer Online-Lernplattform namens Wahlzuckerl, diese geht vor der Wahl Anfang September online. Auf der Plattform kann man sich zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen weiterbilden. Ich habe auch noch einiges mit meinem Modelabel Globalcitizen geplant aber das werde ich noch nicht verraten. ;)

Global Citizen Kollektion ilusión

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