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Design aus Österreich: Mark & Julia

"Mit Mode drückt man aus, wer man ist, ohne dabei den Mund aufzumachen." - diese und weitere erfrischende Antworten erhielten wir vom heimischen Designduo im WOMAN-Interview.

von

Mark & Julia SS 2014
© Selina de Beauclair

Mark Stephen Baigent und Julia Rupertsberger lernten sich während ihrer Ausbildung an der Modeschule in Linz kennen, wurden enge Freunde und erkannten, dass ihr Geschmack und ihre Einstellung zur Mode sich beinahe deckten. Und so war es allzu naheliegend, gemeinsam ein Label zu gründen und schließlich als Mark & Julia die heimische Modewelt etwas aufzumischen.

Die erste Kollektion “Trigonomia“ wurde 2010 präsentiert, welche - auch dank der Unterstützung diverser Modebloggerinnen und -blogger - erstaunlich rasch von den "klassischen" Medien rezipiert wurde und darüber hinaus gleich den “Evoque“ Fashion Award abräumte. Von der ersten Erfolgswelle getragen, präsentierte man auf den Fashion Weeks in Berlin und Kopenhagen und nahm mit der dritten Kollektion „Hybrid“ gleich noch eine Nominierung für die Vienna Awards als „Best Newcomer“ sowie den „Ringstraßen Galerien Award“ mit.

Wir sprachen mit den beiden über einen typischen Tag in ihrem Leben, was sie geworden wären, wenn nicht der Wunsch zu designen da gewesen wäre und was sie an der Modewelt nicht mögen:

WOMAN: In welchem Alter habt ihr begonnen, euch für Mode zu interessieren? Und gab es vielleicht einen bestimmten Anlass dazu?
Julia: Als kleines Kind, hab ich schon Stunden an der Nähmaschine meiner Oma verbracht. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, etwas Greifbares zu kreieren und vielleicht auch anderen damit eine Freude zu bereiten.
Mark: Ich war immer schon fasziniert von Stoffen und Kleidern! Auch durch meine Mutter, die immer Puppenkleidung für die Puppen meiner Schwester gemacht hat (mit denen eigentlich nur ich gespielt habe) - also denke ich so ab dem 6. Lebensjahr vielleicht?

WOMAN: Was ist Mode für euch?
Julia: Mode bedeutet für mich, die freie und grenzenlose Visualisierung der Stimmung und Tagesverfassung. Es gibt keine Vorgaben und Regeln in meiner Modewelt. Jeder und jede kann das anziehen, was und wie er oder sie will.
Mark: Mit Mode drückt man aus, wer man ist, ohne dabei den Mund aufzumachen.

Mark & Julia: SS 2014

WOMAN: Wie würdet ihr bisher eure Reise durch die Modewelt beschreiben?
Mark & Julia: Wir wurden von Anfang an von unserem Umfeld unterstützt und anerkannt. Haben uns nie unterkriegen lassen und sind nach Rückschlägen immer wieder aufgestanden. Viel Motivation haben uns natürlich auch die Preise gegeben, die wir bis jetzt erhalten haben. Diese haben uns außerdem Aufmerksamkeit und Presse beschert. Pressetechnisch haben die ersten Bloggerinnen und Blogger ebenso den Stein ins Rollen gebracht. Danach wurden Printmedien sowie Rundfunk und Fernsehen auf uns aufmerksam. Schlussendlich war der Schlüssel zum Erfolg die Unbeschwertheit mit der wir an die ganze Sache heran gegangen sind.

WOMAN: Was hat euch zu eurer aktuellen Kollektion inspiriert?
Mark & Julia: Die neue Kollektion für den Sommer 2014 ist inspiriert von den Sherpa in Tibet. Wir haben aber kein traditionelles Gewand dieses Volkes entworfen, sondern haben uns eher den Grundgedanken des Wanderns und freien Bewegens in der Natur im Hinterkopf behalten. Der Einfluss der Sherpa kommt vor allem im Gesamtkonzept des Lookbooks, den Malereien und den Farben ans Licht. Der Name "Pertungba" bedeutet übersetzt "nackt". Was wiederum auf die transparenten, weiten Teile und das Wandern in Freiheit zurückführt. Wir haben außerdem mit zwei Wiener Kunstschaffenden kooperiert. Flo Rottensteiner hat die Leinwand gegen ein Mark & Julia-Blouson eingetauscht und sie mit seiner Malerei zu einer Special Edition verschönert. Hannah Wagner hat die Kollektion mit ihren außergewöhlichen Körperketten komplettiert.

Mark & Julia: SS 2014

WOMAN: Welche Persönlichkeit würdet ihr gerne in eurer Kollektion sehen?
Mark & Julia: Anja Plaschg von Soap & Skin, Patti Smith oder Karen O von den Yeah Yeah Yeahs.

WOMAN: Was würdet ihr tun beziehungsweise welchen Beruf würdet ihr ausüben, wenn ihr euch nicht mit Mode beschäftigt hättet?
Julia: Irgendwas im sozialen Bereich.
Mark: Ich wollte immer Mode machen oder Schauspiel.

WOMAN: Wo wart ihr vor 5 Jahren? Wo seht ihr euch in 5 Jahren?
Julia: Vor 5 Jahren war ich in der Modeschule in Linz und habe bei meinen Eltern am Land gewohnt. In 5 Jahren können wir hoffentlich von unserer Leidenschaft leben. Ob wir noch in Wien leben, bleibt dahingestellt. Im Moment fühle ich mich hier aber sehr wohl.
Mark: In 5 Jahren würde ich ebenfalls gerne von unserer Leidenschaft leben können. Ebenfalls würde ich gerne in 5 Jahre meine Familienplanung andenken.

Mark & Julia: SS 2014

WOMAN: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei euch aus?
Julia: Mail-Check beim Frühstück. Wenn ich nicht in die Arbeit (Nebenjob) muss, fahr ich in den Showroom auf der Kaiserstraße. Dort gibt es viel zu tun. Von handwerklichen bis hin zu organisatorischen Dingen, bei denen wir zum Glück auch oft Praktikanten zur Unterstützung haben.
Mark: Mails checken wenn ich im Showroom ankomme und dann ebenfalls tun was gerade so anfällt. Nebenbei Social Media-Arbeiten erledigen und Blogartikel schreiben.

WOMAN: Gibt es etwas in der Modewelt, dass euch nicht gefällt?
Julia: Mich stört oft die Oberflächlichkeit, die gewisse Leute an den Tag legen. Es gibt Menschen, die die Mode als das einzig Wahre im Leben sehen und sich auf Äußerlichkeiten versteifen. Mode sollte Spaß machen und das Leben bereichern, nicht bestimmen.
Mark: Ich stimme Julia voll und ganz zu - ich würde sagen Mode, meine Arbeit ist mein Leben - im Moment - aber trotzdem muss eine gewisse Balance herrschen und vor allem sollte wie gesagt das Ganze auch Spaß machen!

Mark & Julia

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