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Design aus Österreich: Pebelle

Kelly Osbourne, einige „True Blood“-Darstellerinnen, Whoopi Goldberg sowie Karen Elson wurden bereits in Modellen des österreichischen Labels gesehen. Wir wollten die Designerin dahinter einmal hören - im WOMAN-Interview.

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  • Pebelle
    Bild 1 von 14 © Michele Pauty fuer Pebelle
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    Bild 2 von 14 © Michele Pauty fuer Pebelle

Das heimische Label Pebelle macht die Welt mit seinen Kreationen Stück um Stück ein bisschen bunter und fröhlicher. Denn dank selbstentwickelten Färbetechniken führt Designerin Petra-Isabelle Kräutner die tie-dye-Methode - die gute alte Knüpfbatik - heraus aus den 70er Jahren in die Neuzeit. Jedes Modell ist handgefertigt, erhält einen liebevollen, anarchistischen Touch und ist damit ein Einzelstück. Ebenso wie die vielbeschäftigte Designerin, Kostümbildnerin und Redakteurin Petra-Isabelle Kräutner, die aber zum Glück Zeit für uns gefunden hat und ein kurzes Gespräch:

WOMAN: In welchem Alter hast du begonnen, Dich für Mode zu interessieren? Und gab es vielleicht einen bestimmten Anlass dazu?
Petra: Mode war immer ein Thema bei mir. Dank meiner Großmutter, die eine unglaubliche Sammlung an tollen Teilen hatte. Durch den Krieg und die danach herrschende Armut, hat sie fast alles selbst genäht. Und so fand ich in ihrem Kleiderschrank Pepita-Kostüme aus den 50ern, Kleider wie sie Jackie O. getragen hätte und wilde 70er Samtkleider. Natürlich gab es auch Hüte, Perücken und eine Riesen-Sammlung an Schuhen aus jedem Jahrzehnt dazu. Schon im zarten Alter von 5 haben eine Schwester und ich Modeschauen für Oma und Opa gemacht. In etwa demselben Alter fing ich auch an, für Barbies Kleider zu entwerfen und penibel auf A4-Blätter zu zeichnen.

Pebelle Sommer 2013

WOMAN: Wie würdest Du bisher Deine Reise durch die Modewelt beschreiben?
Petra: Meine bisherige Reise war unkonventionell, oft (positiv) überraschend und abenteuerlich. Ich buche keine Pauschalreisen und Fertigpakte und liebe Individualreisen. Genauso gehe ich bei Pebelle vor.
So findet man Pebelle kaum auf Messen oder sonstigen großen Mode-Umschlagplätzen. Meine Philosophie ist es, dass ich auf die Leute zugehe, ich sehe mich als fliegende Händlerin. Ich reise viel und sehe mir Shops an und überlege mir ob ich dort mit meiner Ware vertreten sein will. Wenn ja, dann trete ich direkt in Kontakt mit den Inhaberinnen oder Inhabern, lasse meine Ware ansehen und vor allem „angreifen“ – damit erreiche ich mehr als bei einer Fashion Week. So zuletzt in Genf, wo Pebelle ab September in drei Shops vertreten sein wird.

WOMAN: Ist Wien für Dich eine Modestadt?
Petra: Ja, durchaus. Wien hat eine durchaus herzeigbare Modeszene, man denke nur an Avantgardisten wie Mark & Julia oder auch Superated. Durch ein im internationalen Vergleich doch sehr vielseitiges System an Förderungen kann jede Person einen Schritt am Modeparkett wagen. Ich finde es faszinierend, wie viel hier eigentlich passiert. Da werden Magazine, Labels, Shops und sogar Verlage gegründet, eine Unmenge an Märkten abgehalten und gebloggt. Mode ist ein Lebensinhalt geworden und beschäftigt in unserer Stadt sicher mehr Menschen (auch professionell) als noch vor 20 Jahren. Und diese sind auch noch gut vernetzt.
Was mir abgeht sind Förderungen für Modeschaffende, die trotzdem noch ein Nebenstandbein in einem normalen Job haben. Oder Quickies für kurzfristige Projekte.

Pebelle Sommer 2013

WOMAN: Was hat Dich zu Deiner aktuellen Kollektion inspiriert?
Petra: Ich arbeite nicht wirklich mit Kollektionen, eher mit Mini-Serien. Jedes Teil von mir ist ein Einzelstück. Ich habe mich mit den neuen Arbeiten einfach mehr darauf konzentriert, von meinem Nischenprodukt, den Strumpfwaren, weg zu gehen und wirklich mehr Mode zu produzieren.
So finden sich diese Saison wunderschöne hochtaillierte Denim-Shorts und feine Seidenkleider im Sortiment. Sogar eine Hutkollektion ist geplant.

WOMAN: Hast Du einen persönlichen Favoriten daraus?
Petra: Ja, ich habe eine Mini-Edition an maritimen Baumwoll-Shorts gestaltet. Mit ihrem verspielten Schnitt und der wunderschönen Indigofärbung sind sie ein Hingucker und trotzdem gut kombinierbar.

Pebelle Sommer 2013

WOMAN: Welchen Star würdest Du gerne in Deiner Kollektion sehen?
Petra: Ich kann mit Stolz behaupten, dass meine Teile schon von Whoopi Goldberg, Kelly Osbourne sowie einigen „True Blood“-Darstellerinnen in der Serie getragen wurden. Es macht aber eigentlich NULL Unterschied für mich, wer es trägt. Jede Person, die sich darin wohl fühlt, macht mich glücklich.
Ah, doch, letztes Jahr war ein Pebelle Cardigan in der UK-Vogue zu sehen. Als ich die Bilder bekam, war ich höchsterfreut, dass eine meiner Lieblings-Sängerinnen, Karen Elson, ihn trug. Nicht nur dass sie als Model mit ihren wunderschönen, roten Haaren perfekt darin aussah, als Ex-Frau von Jack White (The White Stripes) vertritt sie auch perfekt das, was ich gerne zeige: den Rock’n Roll in uns.

WOMAN: Welche Fashion-Sünden verbergen sich in Deinem Kleiderschrank oder zumindest in Deiner Erinnerung?
Petra: Ach, ich bin 38 Jahre alt, da kommt einiges an Sünden zusammen. Man freut sich aber sehr, wenn man sieht, dass diese Sünden dann auch irgendwann wieder topmodern werden und man sie reuelos aus dem Schrank holen kann.

Pebelle Sommer 2013

Fotos: Marlene Rahmann
Model: Beate Barton - Wiener Models
Make-up: Katharina Lenz
Styling Assistenz: Caleb Kylander

Pebelle Sommer 2013

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