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Designerin Katherine Hooker im WOMAN-Talk

Sie kennt Kate Middletons Taillenumfang auf den Millimeter. Die britische Designerin Katherine Hooker ist die persönliche Schneiderin der Herzogin von Cambridge. WOMAN traf sie zum exklusiven Gespräch.

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Designerin Katherine Hooker im WOMAN-Talk
© Stefan Gergely

Ungeschminkt, zerzaustes Haar und mit Lesebrille auf der Nase – so begrüßt uns Designerin Katherine Hooker, 49, als wir sie zum Interview in der Wiener Innenstadt treffen. Die unscheinbare Britin, vor allem für ihre stylishen Mäntel bekannt, ist niemand Geringerer als die persönliche Modemacherin von Kate Middleton, Herzogin von Cambridge. Erstmals stellte sie bei einer Modenschau ihre Kollektion auch bei uns vor. „Ich sollte für die Fotos noch ein bisschen Wimperntusche auftragen“, schmunzelt Hooker und verrät: „Das Unscheinbare ist eine Krankheit von uns Designern! Wenn du bei einer Fashion Week backstage bist, fragst du dich, wo all die Obdachlosen herkommen. Dabei sind es Kollegen von mir! Kaum einer macht optisch was her. Mir ist auch wichtiger, dass meine Kunden im Mittelpunkt stehen.“ Und dazu gehört, wie gesagt, seit mehr als acht Jahren auch Kate, die sich regelmäßig maßgeschneiderte Mäntel anfertigen lässt.

Alle Kunden sind gleich. „Ein Jahr nachdem ich 2003 als Designerin zu arbeiten begonnen habe, kaufte Kate ihren ersten Mantel bei mir“, erzählt Hooker. „Seither kleide ich sie und ihre Schwester Pippa ein. Kate ist sehr stilsicher und weiß, was ihr steht. Ihre Outfits haben Kraft und unterstreichen ihre starke Persönlichkeit.“ Königliche „Extrawürstln“ gibt es in Hookers Shop in London aber auch seit Kates Hochzeit mit Prinz William am 29. April 2011 nicht. „Ich behandle all meine Kunden gleich. Außerdem ist Kate eine sehr unkomplizierte, bodenständige und liebenswürdige Person. Wir sind zwar nicht miteinander befreundet, aber ich muss zur Begrüßung auch keinen Knicks machen“, lacht Hooker, die vor ihrer Karriere im Mode-Business jahrelang in der Filmbranche als Creative Director tätig war. „Ich habe alles ausprobiert: Werbung, Musikvideos, Kinofilme. Ich mochte meinen früheren Job sehr, aber ein eigenes Label zu haben ist etwas ganz anderes. Es ist wie mein Baby, fordert meine ganze Aufmerksamkeit, und trotzdem wird’s mir nie zu viel.“ Nachdem sie selbst keine Kinder hat, konzentriert sie sich eben ganz aufs Business. „Ich habe meine große Liebe leider erst vor ein paar Jahren kennengelernt. Wir wollten auch gern ein Kind, nur hat es nicht funktioniert.“ Die Britin nimmt den unerfüllten Kinderwunsch dennoch gelassen. Weil man das Leben nehmen muss, wie es kommt. Und man aus allem das Beste machen sollte. Diese innere Einstellung rührt noch aus der Zeit am Set: „Wenn du beim Film arbeitest, wird dir schnell klar: Improvisation ist alles. Dieser Sichtweise verdanke ich meinen heutigen Erfolg.“

Die Anfänge. Trotzdem war der Neubeginn als Designerin kein Spaziergang. Und auch keine von heute auf morgen beschlossene Sache. Hooker erinnert sich: „Ich war damals 35, als ich spürte, dass ich einen anderen Weg einschlagen will. Also bin ich viel gereist, um mir darüber klar zu werden, was ich konkret machen möchte. Ich war auf der ganzen Welt unterwegs, und mir kamen die verrücktesten Ideen. Anfangs wollte ich sogar Zelte entwerfen.“ Eine ihrer Reisen führte Hooker schließlich nach Indien. „Seit Jahren begleitete mich die Vorstellung von einem ganz bestimmten Mantel! Ich konnte aber nie einen finden, der mir wie angegossen passte. Immer wieder musste ich an einen denken, den ich mir mit 18 in einem Secondhandshop in Jerusalem gekauft hatte. Er gehörte davor einem jungen Burschen. War aus schwarzer Seide, in den Achseln sehr hoch geschnitten, mit engen Schultern. Perfekt! Als ich in Indien war, suchte ich einen Schneider auf. Gemeinsam mit ihm probierte ich mich am Schnittzeichnen aus, um ein ähnliches Modell zu entwerfen.“ Aus diesem Muster ließ sich Hooker dann sechs Mäntel nähen, um sie in London zu verkaufen. Mit dem Gewinn wollte sich die Globetrotterin weitere Reisen finanzieren. Mit Erfolg! „Meine Freunde waren verrückt nach dem Design! Binnen einer halbe Stunde hatte ich alle sechs verkauft. Und jedes Mal, wenn meine ‚Abnehmer‘ mit den Mänteln unterwegs waren, wurden sie von Leuten auf der Straße darauf angesprochen. Dank der Mundpropaganda kam dann schließlich alles ins Rollen …“

Erfolgsgeschichte. Mittlerweile hat sich Hooker mit den maßgeschneiderten Mänteln längst einen Namen gemacht. Neben Kate und Pippa zählen viele weitere Stars zu ihrer Kundschaft. Wie Yoko Ono, Witwe von Beatles-Legende John Lennon. Oder Country-Sängerin Taylor Swift: „Ich war ganz aus dem Häuschen, als ich erfuhr, dass sie meine Mode trägt!“ Und dann wären da noch Zara Philipps, die Enkelin der Queen, Sophie Wessex, Gattin von Prince Edward, sowie Fergies Töchter Beatrice und Eugenie. Jetzt, wo England so verrückt nach ihren Kollektionen ist, fühle sie sich stark genug, ein ganzes Modeimperium aufzubauen, scherzt Hooker. Im Online-Shop kann man schon seit einiger Zeit eine „ready-to-wear-collection“ bestellen ( www.katherinehooker.com ). „Wenn eine E-Mail mit Sonderwünschen bei mir einlangt, nehme ich darauf gerne Rücksicht.“ In wenigen Wochen soll es auf ihrer Homepage mittels Online-Tool außerdem möglich sein, Mäntel selbst zu kreieren. „So kann jeder seinem Stil treu bleiben. Meine Mode soll schließlich für jeden tragbar sein!“ Hooker hat also noch viel vor. Auch die Liste ihrer VIP-Kunden möchte sie erweitern: „Es wäre toll, wenn Michelle Obama bei mir einkaufen würde. Sie ist eine Frau mit Klasse!“ Wer weiß, vielleicht wird ja schon bald was draus. Wenn Kate der First Lady beim nächsten Treffen flüstert, wer ihre einzigartigen Mäntel entwirft …

Thema: Design

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