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Zwischen Fetisch und High Fashion

Ihre erste Kollektion zeigte sie in London – und wurde prompt ausgezeichnet. Marina Hörmanseder, Österreichs neuen Stern am Fashion-Firmament, über Alexander McQueen und ihr eigenes Label.

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  • Martina Hörmanseder
    Bild 1 von 9 © Bernhard Musil
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Eine Gratwanderung zwischen Fetisch, High Fashion und Verspieltheit – so beschreibt die Wiener Modedesignerin Marina Hörmanseder ihren experimentiellen Stil. Hörmanseder, die vor drei Jahren in die Trend-Metropole Berlin zog, um an der renommierten Modeschule ESMOD zu studieren, gilt als neuer Stern am Fashion-Firmament.

Ihre Diplomkollektion wurde mit der "Goldenen Nadel" ausgezeichnet, ihre erste Kollektion wurde in London gezeigt, beim britischen Top-Label Alexander McQueen absolvierte sie eine Schnupperzeit – und nun arbeitet sie an ihrem eigenen Modelabel.

Wir trafen die aufstrebende Designerin exklusiv zum Talk.

Martina Hörmanseder
Designerin Martina Hörmanseder, Österreichs neuer Stern am Fashion-Firmament, im Talk über Alexander McQueen, Fetisch-Mode und ihr eigenes Label.

WOMAN: Vom Wirtschaftsstudium in die Mode-Branche – woher kam der Sinneswandel?
Marina Hörmanseder: Eigentlich wollte ich schon immer schon als Modedesignerin arbeiten. Das fertige Wirtschaftsstudiums war einerseits ein Wunsch meiner Eltern – was ich im Nachhinein gut nachvollziehen kann – andererseits wollte ich mir ein Basiswissen für meine eigene Modelabel-Gründung aneignen. Das Wirtschaftsstudium hilft mehr jetzt am Weg in die Selbstständigkeit sehr viel.

WOMAN: Mode ist also dein Kindheitstraum gewesen?
Marina: Nein, eigentlich wollte ich Zoo-Direktorin in Schönbrunn werden. Der Traum, als Modedesignerin zu arbeiten, kam, nachdem meine Mutter mir auf unserer alten Nähmaschine das Nähen beigebracht hatte. Als ich mein erstes selbst genähtes Werkstück – eine Puppe – in der Hand hielt, wusste ich: Das will ich machen! Ich liebe es noch heute, den handfesten, greifbaren Output meiner Arbeit vor mir zu sehen.

WOMAN: Du hast soeben dein Diplom abgeschlossen, deine Kollektion bereits auf der London-Graduation-Show gezeigt und von einer internationalen Jury den Preis “Die goldene Nadel” für ausgezeichnetes Design verliehen bekommen. Wohin führt es dich nach diesen ersten großen Erfolgen?
Marina: Ich möchte den Sprung ins kalte Wasser wagen und mein eigenes Label gründen. Ich habe durch meine nun erste Kollektion erfahren, wie großartig das Gefühl ist, seine eigenen Entwürfe auf dem Laufsteg zu präsentieren und Erfolg damit zu haben. Dieses Gefühl von Euphorie und Stolz ist einfach großartig!

Martina Hörmanseder
Leder, Schnallen und Bandagen formen Accessoires, Headpieces, selbstgeformte Korsetts oder Blazer und Röcke.

WOMAN: Gibt es schon einen Namen?
Marina: Trotz internationaler und sprachlicher Schwierigkeiten möchte ich mein Label nach meinem Namen "Marina Hoermanseder" nennen.

WOMAN: Deine erste Kollektion besteht ja zum größten Teil aus Leder. Wird dein Markenzeichen “Experimentieren mit Leder” auch in den nächsten Kollektionen zu sehen sein?
Marina: Auf jeden Fall! Ich habe eine große Liebe zum manuellen Arbeiten mit Materialien. Da eignet sich Leder einfach großartig. Auch werde ich sicherlich weiterhin unkonventionellere Showpieces kreieren, allerdings auch tragbare Teile einbauen, um meine Kollektion verkäuflich zu machen. Bekanntlich tragen die wenigsten Frauen Leder-Corsagen auf der Straße. Ich möchte aber versuchen, meinem gewagtem Stil treu zu bleiben. Meine Kollektionen sollen eine Gradwanderung zwischen Fetisch, High Fashion und Verspieltheit sein.

WOMAN: Soll dich dein Label auch wieder nach Wien führen?
Marina: Wien wird immer meine zu Hause bleiben. Ich bin aber auch realistisch und weiß, dass ich international mehr Erfolg haben werde. Meine Mode ist sehr unkonventionell und gewagt. Da ist der österreichische Markt nicht unbedingt der richtige. Hier liebt man es doch klassischer. Da passe ich zur Zeit doch besser ins künstlerische Berlin. Aber wer weiß? Vielleicht irgendwann.

WOMAN: Gibt es einen Designer, den du dir als Vorbild nimmst?
Marina: Auf Gund meiner tollen Erinnerungen an mein Praktikum bei Alexander McQueen : Natürlich dieses Label! Aber auch den verspielten und humorvollen Stil von Charles de Castelbajac finde ich großartig. Privat liebe ich die progressiven Schnitte von Yohji Yamamoto und Proenza Schouler.

WOMAN: Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Marina: Hoffentlich in der Entscheidungsfindung, auf welcher Fashion Week ich als nächstes zeigen möchte (lacht )! Ich werde vor keinem Standortwechsel zurückschrecken. Asien, USA aber auch Europa: Ich könnte mich überall wohlfühlen – solange ich meinen Traum verwirklichen kann.

Mehr Infos: www.marina-hoermanseder.com

Martina Hörmanseder
Marina Hörmanseder: Wiener Designerin auf dem Sprung ins internationale Mode-Biz

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