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Das 3. Geschlecht

Deutschland erlaubt als erstes Land Europas die Angabe "unbestimmt" in der Geburtsurkunde bei intersexuellen Menschen.

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Baby
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Eines von 2000 Neugeborenen weist Merkmale sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechts auf - angefangen von den Chromosomen bis hin zu ausgebildeten Geschlechtsorganen zweierlei Geschlechts. Damit die Behörden das Baby jedoch registrieren können, müssen sich die Eltern für ein Geschlecht "entscheiden". Mit später oftmals fatalen psychischen aber auch physischen Folgen für das Kind - da ebenso Operationen durchgeführt werden, um das Geschlecht auf eines zu minimieren.

Diesen Druck will nun eine Gesetzesänderung in Deutschland von den Eltern nehmen, denn man führte ab 1. November 2013 eine neue Geburtsurkunde ein, in welcher es neben "männlich" und "weiblich" noch eine dritte Auswahlmöglichkeit gibt - nämlich eine offene.

Intersexuelle Menschen können dann als Heranwachsende selbst entscheiden, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen oder dauerhaft unbestimmt bleiben. Auch in Reisepässen wird hierfür eine neue Kategorie geschaffen - neben M und F wird das X eingeführt.

Zwar noch nicht in Europa, aber weltweit haben einige wenige Nationen bereits ihre Gesetze angepasst um intersexuelle Menschen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und ihnen ihren bisherigen Leidensweg zu ersparen. In Australien, Bangladesch sowie Neuseeland sind drei Geschlechter zur Auswahl im Reisepass sowie in Indien im Wahlverzeichnis.