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Deutschland führt Masern-Impfpflicht ein

In Österreich sind alleine im Jahr 2019 134 Fälle von Masern-Erkrankungen aufgetreten. In Deutschland will man dem Anstieg der Erkrankungen nicht länger zuschauen, am Mittwoch hat die Regierung die Masern-Impfpflicht beschlossen.

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Deutschland führt Masern-Impfpflicht ein
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Kaum eine Debatte wird so emotional geführt, wie jene um die Impfpflicht. Während es eine solche in Österreich nicht gibt, hat Deutschland nun die Masern-Impfpflicht beschlossen. Ab März 2020 sollen Kinder nur noch in Kinderbetreuungseinrichtungen gehen dürfen, wenn sie gegen Masern geimpft sind. Ansonsten drohen den Eltern hohe Bußgelder. Der Bundestag muss dem Gesetz zwar noch zustimmen, nachdem es aber vom Kabinett abgesegnet ist, ist die Impfpflicht quasi beschlossene Sache.

Wie schaut's in Österreich aus?

Bis zum 10. Juli 2019 in Österreich 134 Erkrankungen aufgetreten waren - zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2018 wurden insgesamt 77 Masernfälle verzeichnet. Eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent mit zwei MMR-Vakzine-Dosen wurde erneut nicht erreicht, stellt das Gesundheitsministerium aktuell in einem "Kurzbericht Masern" fest.

Der Bericht zeigt weiter: Österreich hat kaum Fortschritte gemacht. "Die Durchimpfungsraten für das Jahr 2018 unterscheiden sich fast nicht von den Durchimpfungsraten des Jahres 2017, so dass das Ziel einer 95-prozentigen Durchimpfungsrate mit zwei Impfdosen noch immer nicht erreicht wurde", stellte das Gesundheitsministerium fest. Das Ziel der 95-prozentigen Durchimpfungsrate sollte erfüllt werden, um dem Ziel der Masernelimination, wozu sich Österreich gegenüber der Weltgesundheitsorganisation WHO verpflichtet hat, näher zu kommen.

Bei den Zwei- bis Fünfjährigen erreiche man die 95 Prozent zumindest bei der ersten Impfdosis. Bei der zweiten Impfung liege die Durchimpfungsrate jedoch bei ungefähr 82 Prozent hieß es. Das bedeutet, dass 47.000 Kinder in dieser Altersgruppe eine zweite MMR-Impfung erhalten sollten. In der Altersgruppe der Sechs- bis Neunjährigen liegen die Durchimpfungsraten für die erste Dosis ebenfalls bei 95 Prozent, für die zweite Dosis allerdings nur bei 89 Prozent. Hier tut sich bei rund 27.000 Kindern eine Impflücke auf.

Und was ist mit den Erwachsenen?

"Die Zehn- bis 18-Jährigen sind generell sehr gut geimpft. Hier wird sogar mit der zweiten Impfdosis das Ziel einer 95-prozentigen Durchimpfungsrate knapp erreicht", heißt es in dem Kurzbericht. Hingegen liegt bei den 19- bis 30-Jährigen nur eine komplette Durchimpfungsrate von knapp 70 Prozent vor. Erst seit 1997 wird die zweite Impfdosis bei MMR (beide Impfungen erfolgen im ersten Lebensjahr) empfohlen. Von dieser "Lücke" sind noch rund 350.000 Erwachsene betroffen.