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Lupus, eine Autoimmunerkrankung

Beim Lupus handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Abwehrmechanismen, die eigentlich vor Krebs und Infektionen schützen sollen, gegen das eigene, gesunde Geweben richten.

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Lupus, eine Autoimmunerkrankung
© Thinkstock

Selena Gomez schockte vor wenigen Tagen mit der Nachricht, dass sie angeblich an Lupus erkrankt sei. Doch was ist Lupus eigentlich?

Der Lupus, bzw. Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) zählt zur Gruppe der systemischen Autoimmunerkrankungen, was bedeutet, dass sich hier die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen das eigene, gesunde Gewebe richten. Das bedeutet, dass das gesamte Immunsystem die Eigenschaft verliert, zwischen eigenem Körpergewebe und Fremdstoffen zu unterscheiden. Es kommt zu chronischen Entzündungen der Haut, Gelenke, des Nervensystems und der inneren Organe. Diese äußerst schmerzhaften Phasen hoher Krankheitsaktivität wechseln sich meist mit Zeiten der Besserung ab, doch vollkommen geheilt ist man nie.

Ursachen?
Was genau die Ursachen für Lupus sind, konnte bislang nicht genau geklärt werden. Sicher ist jedoch, dass sich im Blut Antikörper gegen körpereigene Zellbestandteile bilden. Da der SLE in manchen Familien gehäuft vorkommt, geht man jedoch davon aus, dass eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung wahrscheinlich ist. Vermutet wird hier ein erblicher Fehler bestimmter Immunzellen. Das bedeutet, dass Zellen, die eigentlich "sterben" sollten, weiterleben.
Doch auch andere Faktoren könnten die Ursache für SLE sein. So zählt man auch Sonnenlicht, Stress, Hormone, Tabakkonsum und verschiedene Viren (vor allem EBV-Viren) zu den möglichen Ursachen von SLE. Außerdem können bestimmte Medikamente, wie Antiepileptika, Hormone und Antibiotika, bei manchen Menschen Lupus auslösen. Allerdings verschwinden in diesen Fällen die Symptome von Lupus nach Absetzen des jeweiligen Medikaments.

Wer ist davon betroffen?
Der systemische Lupus erythematodes ist eher selten (50 Fälle von 100.000) allerdings sind überwiegend junge Frauen im Alter von 15 bis 30 Jahren davon betroffen. Häufig tritt er auch erstmals im Anschluss an eine Schwangerschaft auf.

Symptome?
- Schmetterlingsförmige Rötung über Nase und Wangen
- Scheibenförmiger Hautausschlag auf Gesicht, Hals, oder Brust
- Starke Empfindlichkeit auf Sonnenlicht (starke Rötung oder Sonnenbrände nach nur wenig Sonneneinstrahlung)
- Nierenprobleme
- Geschwollene Beine
- Bluthochdruck
- Kopfschmerzen
- Rückenmarksprobleme, die Taubheit, Kribbeln und Schwäche an mehreren Extremitäten verursachen
- Schwindel
- Depression und starke Konzentrationsschwächen
- Geschwüre auf der Zunge bzw. an den Mundschleimhäuten
- Arthritis in den Gelenken der Finger, Hand und Knie
- Haarausfall
- Blutarmut
- Entzündungen der inneren Organe (Nieren, Herz, Lunge)