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Die 10 größten Fitness-Irrtümer

Langsames Joggen verbrennt mehr Fett, Stretching verhindert Muskelkater. Die verbreitetsten Irrtümer rund um das Thema Fitness unter der Lupe.


Die 10 größten Fitness-Irrtümer

Welche Binsenweisheiten zum Thema Sport tatsächlich stimmen und welche Sie getrost wieder vergessen können.

• 1. Langsames Laufen verbrennt mehr Fett!
Irrtum, wer schnell läuft, verbrennt sogar mehr Fett. Mit steigendem Tempo setzt der Körper zwar immer mehr Kohlenhydrate um und anteilsmäßig dazu weniger Fett. Dennoch wird in Summe mehr Fett verbrannt als beim langsamen Laufen. Allerdings werden Untrainierte in Bereichen höherer Geschwindigkeit nicht lange durchhalten, weil ihre Ausdauer noch nicht gut genug ist. In der Folge verlieren sie schnell die Lust an der Bewegung, und statt Spaß folgen Kommentare wie "Das ist nichts für mich“. Daher kommt die Empfehlung, erst in niedrigen Pulsbereichen - also langsam - zu trainieren und auf die Art die Grundlagenausdauer zu verbessern, um später das Tempo zu erhöhen.

• 2. Muskelkater ist ein Zeichen, dass man etwas geleistet hat!
Denkste. Muskelkater zeigt an, dass man den Körper schlichtweg überfordert hat. Denn ab einer gewissen Anstrengung kann der Körper die Belastung nicht mehr abfedern, kleine Verletzungen der Muskelfasern sind die Folge. Im Übrigen ist auch die Annahme falsch, dass man einfach am Tag danach die Bewegung, die zum Muskelkater geführt hat, wiederholen soll. Besser: Sanfte Bewegung fördert die Durchblutung und hilft dem Körper, die Entzündung zu beheben. Aber auch Wärme durch spezielle Kissen oder in der Sauna oder Infrarotkabine ist ideal, um den Körper bei der Regeneration zu unterstützen.

• 3. Nordic Walking ist nur etwas für ältere Menschen!
Waren Sie schon einmal walken? Nein? Eben. Richtig ausgeführt, mit ständigem Stockeinsatz und bei flottem Tempo, lassen sich beim Walken ordentlich Kalorien verbrennen. Denn dabei kommen 70 Prozent der gesamten Muskulatur zum Einsatz. Der Sport eignet sich nur deswegen so gut für (ältere) Anfänger, weil er in einem niedrigen Pulsbereich stattfindet. Wichtig: Arme und Beine arbeiten gegengleich, und die nach hinten gehende Hand wird immer geöffnet. Dieser zusätzliche Pumpeffekt stärkt die Unterarme. Bei Zweifeln lohnt sich auf alle Fälle eine Trainerstunde!

• 4. Stretchen verhindert Muskelkater!
Stimmt nicht. Dieser Irrglaube beruht auf der Annahme, dass Muskelkater von einer verkrampften Muskulatur herkommt, was man vor einigen Jahrzehnten fest geglaubt hat. Heute weiß man, dass dem nicht so ist, sondern dass der Schmerz mit kleinen Verletzungen der Fasern zusammenhängt. Und warum diese besser werden sollten, wenn man man sie zusätzlich beansprucht, lässt sich beim besten Willen nicht erklären. Dennoch ist Dehnen und Stretching nicht sinnlos: Denn es macht beweglich, und wer beweglich ist, verletzt sich nicht so schnell. Übrigens sollte man immer erst nach dem Sport und nicht schon davor stretchen!

• 5. Schwimmen schont die Gelenke!
Das hängt davon ab. Wenn die Technik stimmt, dann ist diese Aussage richtig. Die meisten Hobbysportler haben allerdings gar keine Ahnung, was richtiges Schwimmen überhaupt bedeutet. Brustschwimmen mit hoch aus dem Wasser ragendem Kopf fällt leider nicht in die gelenkschonende Kategorie. Diese Art zu schwimmen schadet den Nackenwirbeln und lässt den Rücken durchhängen.
Wie es richtig geht: Gerade mit dem Kopf nach unten ins Wasser legen, der Kopf wird dann bei jedem Armzug automatisch aus dem Wasser gedrückt. Wer das nicht kann, sollte einfach auf das schonendere und viel einfachere Rückenschwimmen wechseln. Aber etwas nicht zu können heißt nicht, dass man es nicht lernen kann! Ein Schwimmkurs oder zumindest einige Trainerstunden lohnen sich auch noch bei Erwachsenen.

• 6. Nur Ausdauertraining verbrennt Fett!
Stimmt nicht ganz. Beim Krafttraining verbrennt man zwar nicht so viel Fett wie beim Ausdauertraining, allerdings baut man Muskelmasse auf, und große Muskeln verbrennen insgesamt mehr - und das auch in den Ruhephasen. Außerdem verbessert es die Haltung, was sich nicht zuletzt auch auf das Wohlbefinden und die Optik auswirkt. Denn eine gute Haltung lässt Sie gleich viel größer und schlanker erscheinen. Fazit: Auch Krafttraining lohnt sich!

• 7. Starkes Schwitzen ist ein Zeichen, dass jemand nicht fit ist!
Irrtum, genau das Gegenteil ist der Fall. Der Körper lernt beim Training, effektiver abzukühlen, und leitet das Blut eher in Richtung Haut, um die Körpertemperatur auszugleichen. Macht aber nichts, denn nach der Anstrengung geht man ohnehin gerne duschen.

• 8. Die Fettverbrennung beginnt ab 30 Minuten Bewegung!
Stimmt nicht. Ab dem Moment, in dem man mit dem Training startet, werden die Verbrennungsmotoren hochgefahren. Und egal, ob ich 30 Minuten laufe oder die Treppe statt dem Lift nehme, am Ende des Tages zählt nur, wie viele Kalorien man konsumiert und wie viele davon wieder verbraucht hat.

• 9. Irgendwann ist man zu alt, um noch mit Sport zu beginnen!
Blödsinn! Leistungssportler wird man wahrscheinlich keiner mehr, aber steigern kann man sich in jedem Alter. Viele Menschen fangen erst mit 30 oder 40 Jahren an, intensiv Sport zu betreiben - nämlich dann, wenn man sich nicht mehr einfach nur so durchschummeln und man die Folgen von einigen Festtagen in ein paar Tagen weghungern kann. Viele dieser spätberufenen Hobbysportler finden dann auch Gefallen daran und nehmen sogar regelmäßig an Marathons oder Triathlons teil. Sie sind vielleicht schon älter als 40? Keine Ausreden! Für mehr Sport ist es nie zu spät. Man kann sein bewegtes Leben auch noch später starten. Denn in dem Fall gilt tatsächlich: Besser spät als nie.

• 10. Bei Seitenstechen sollte man einfach weiterlaufen!
Die Ursache von Seitenstechen ist noch nicht geklärt, es wird aber vermutet, dass dieses mit einer Minderdurchblutung des Zwerchfells zusammenhängt. Sollte Seitenstechen auftreten, heißt es auf jeden Fall, einen Gang zurückzuschalten und entweder etwas langsamer weiterzumachen oder, wenn das nicht geht, ein paar Minuten zu gehen, bis es besser geworden ist, um dann wieder zu laufen oder zu walken zu beginnen. Anschließend aber nicht wieder im selben Tempo losstarten! Denn dass dieses nicht passt, hat der Körper bereits kommuniziert.

• 11. Man kann Fett gezielt an bestimmten Stellen abbauen!
Leider geht es nicht so leicht. Wenn man Fett abbaut, verschwindet es immer zuerst am Busen und im Gesicht, und dann erst folgen die ungeliebten Pölsterchen. Mit spezieller Gymnastik etwa für Bauch, Beine und Po kann man allerdings die Muskeln an diesen Zonen formen. Das sieht man!

• 12. Bei Rückenschmerzen muss man die Rückenmuskeln stärken
Stimmt schon, aber nicht nur. Denn auch die Bauchmuskeln tragen einen großen Teil zur Stabilisierung des Rückens bei, und wenn diese nicht stark genug sind, kann das auch zu Rückenschmerzen führen. Deswegen machen Kurse zur Stärkung des Rückens keinen Sinn, wenn die Bauchmuskeln nicht berücksichtigt werden. Also: Unbedingt ein Bauch-Workout in den Trainingsplan einfließen lassen!

• 13. Sport lässt Cellulite verschwinden!
Im Allgemeinen verbessert sich die Hautstruktur durch die bessere Durchblutung, wenn man sich viel bewegt. Ob man Dellen mit Sport allein wegbekommt, ist eine andere Frage. Auch die genetische Veranlagung sowie die Ernährung spielen eine Rolle.

Thema: Fitness