Ressort
Du befindest dich hier:

Die verrücktesten Bewerbungsfragen

Knifflige Aufgaben bei der Jobsuche: Wir haben für euch die verrücktesten Bewerbungsfragen. Plus: Drei Expertinnen verraten, was dahintersteckt.


Die verrücktesten Bewerbungsfragen
©

Schon im ersten Teil haben wir euch außergewöhnliche Fragen präsentiert, die Personaler den Bewerbern stellen. Expertinnen haben verraten uns, was dahinter steckt - hier Teil 2:

Sagen wir, Sie sind tot. Was denken Sie, würde in Ihrer Grabrede gesagt werden?

Julia-Britta Kospach: "Der Recruiter möchte eine Charakterbeschreibung erhalten. Selbstreflexionsfähigkeit und Kommunikationsstärke sind gefragt! Passende Antworten darauf kann man nicht pauschal nennen. Ein No-Go wären witzig gemeinte Aussagen mit einer negativen Grundaussage. Zum Beispiel: ,Er ist sein ganzes Leben lang immer zu spät gekommen.‘"

Sie sind auf die Größe eines Bleistifts geschrumpft und in einem Mixer gefangen: Wie befreien Sie sich?

Christa Schirl-Russegger: "Das lösungsorientierte Denken wird getestet. Wie viel Spaß hat man daran, Lösungen zu finden? Und wie kreativ geht man an die Aufgabenstellung heran? Wenn einem spontan nichts einfällt, sollte man sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schlagen Sie dem Interviewer vor, die Antwort per Mail nachzureichen."

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie mache ich mich als Interviewer?

Manuela Lindlbauer: "Eine Frage des Selbstbewusstseins – traut sich der Bewerber, seinem Gegenüber ein ehrliches Feedback zu geben? Und wie formuliert er Kritik? Wichtig ist, die Rückmeldung stets zu begründen. Etwa mit: ,Ich habe das Gefühl, Sie stehen zurzeit sehr unter Stress und hatten keine Zeit, das Interview vorzubereiten.‘"

Welche Songs beschreiben Ihre Arbeitsweise?

Lindlbauer: "Die Liederwahl lässt Rückschlüsse auf das Verhalten
des Arbeitnehmers zu. Wählt man zum Beispiel einen langsamen Song, könnte man als verträumt wahrgenommen werden."

Erklären Sie einem Blinden die Farbe Lila ...

Kospach: "Man will den Bewerber herausfordern, testen, wie groß dessen Frustrationstoleranz ist, und sehen, wie spontan die Person antwortet. Idealerweise lässt man seiner Kreativität freien Lauf. Es gilt: Der Inhalt ist weniger wichtig als die Herangehensweise an das Problem. No-Gos: resignieren, verweigern oder ,Ich weiß nicht‘ murmeln."

Ihr Haus steht in Flammen, und Sie wissen, dass Familie, Haustiere und Elektrogeräte in Sicherheit sind. Welchen Gegenstand retten Sie?

Kospach: "Ein Gegenstand, den man besonders gerne hat, kann viel über eine Person, ihre Vorlieben, Eigenschaften und Lebensweise aussagen. Mein Tipp: Nennen Sie etwas, das einen sehr hohen persönlichen Wert hat. Das erzeugt Sympathie! Und begründen Sie Ihre Antwort gut, um zu viel Interpretationsspielraum zu vermeiden."

Wie müsste Ihr Traumboss sein? Wer wäre Ihr Horror-Chef?

Schirl-Russegger: "Inwieweit passt die Führungskultur des Unternehmens zum Bewerber? Bekomme ich gerne viel Feedback, brauche ich klare Vorgaben, oder kann ich mich nur dann richtig entfalten, wenn ich sehr selbständig arbeiten darf? Am besten man kommuniziert deutlich, worauf man Wert legt. Auch umgekehrt."

Wenn Sie mit jemandem zu Abend essen könnten: Wer wäre das?

Lindlbauer: "Damit können Allgemeinbildung und persönliche Interessen abgeklärt werden. Spreche ich mit meinem Wunsch-Gegenüber über Politik, Opernball oder Fußball? Interessiert mich, wie er seine steile Karriere hingelegt hat? Oder will ich lieber mehr Privates erfahren?"

Wie wuürden Sie den Berg Fuji bewegen?

Kospach: "Diese Frage ist eine unbeantwortbare. Schlagfertigkeit, Kreativität, Überzeugungskraft, Humor und Lösungsorientierung werden hier hinterfragt. Humorvoll antworten!"

Haben Sie jemals einen Stift vom Büro mitgenommen?

Schirl-Russegger: "Wer hat das noch nicht gemacht? Antworten Sie am besten ehrlich. Das wirkt authentisch!"

Melanie Zingl, Katharina Domiter