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Die Ex-Schwimmerin Mirna Jukic im WOMAN-Talk über Liebe, Kroatien und mehr

Nach der Trennung von Tennisprofi Jürgen Melzer verabschiedete sich die Ex-Schwimmerin mehrere Wochen nach Kroatien. Jetzt ist sie wieder da – mit Plänen für die Zukunft. In WOMAN spricht sie über ihren neuen Job, die Geborgenheit in ihrer Großfamilie. Und verrät, dass sie mit ihrem Ex weiter in Kontakt ist.


Die Ex-Schwimmerin Mirna Jukic im WOMAN-Talk über Liebe, Kroatien und mehr
© Irene Schaur

Kroatien, Shanghai, Türkei: Dass Mirna Jukic, 25, sich im Sommer kaum blicken ließ, lag nicht daran, dass sie sich nach der Trennung von Tennishoffnung Jürgen Melzer zuhause einsperrte und ins Kopfkissen heulte. Sondern: an der Sehnsucht nach der alten Heimat! Geplant war der Kroatienurlaub bei der Sippschaft zwar ursprünglich á deux. Doch nachdem das Traumpaar Anfang Juli beschlossen hatte, nach zwei gemeinsamen Jahren wieder getrennte Wege zu gehen, packte Jukic – spontan wie sie ist – die Gelegenheit am Schopf und verlängerte ihren Aufenthalt im Süden. „Zwischendurch begleitete ich meinen Bruder Dinko noch zur Schwimm-WM nach China und fand bei einem Feriencamp in der Türkei heraus, dass ich künftig mit Kindern arbeiten will“, erzählt sie euphorisch und streicht sich durch die dunkelbraune Mähne, die sie neuerdings um ein paar Nuancen heller trägt. „Eine kleine Veränderung kann nie schaden, dachte ich mir, und ließ im Urlaub gleich meine Haare färben…“

WOMAN: Keine Höflichkeitsfloskel: Wie geht es Ihnen?

Jukic: Gut! Das sieht man doch (lacht) . Ich war die letzten zwei Monate viel unterwegs, vor allem in Kroatien, was mich sehr freut, weil ich nach langer Zeit wieder mal den ganzen dort verbracht hab. Das letzte Mal war das mit 12 so. Ich war in Split, Zadar, Porec und Zagreb, habe meine Onkeln, Tanten, Cousins, Cousinen und Freunde besucht. Das Meer und die Sonne genossen. Und meinen Ausflug im Nationalpark Krka – da war ich noch nie zuvor.

WOMAN: Sind Sie allein gereist?

Jukic: Ja, meine Eltern waren schon in Kroatien. Das Coole ist: Egal wo ich hinkomme, es gibt immer einen Platz zum schlafen für mich. Ein echter Vorteil mit so vielen Verwandten! Meine Mama hat einen Bruder, mein Papa drei Schwestern, und die haben alle Kinder. Meine Großcousinen haben alle zwei bis drei Kinder. Minimum.

WOMAN: Ein fortpflanzungswilliges Volk, die Kroaten!

Jukic: (lacht) Wir werden bestimmt nie aussterben! Früher war es normal, sieben oder acht Kinder zu haben. Mein Großvater hatte sehr viele Geschwister. Mittlerweile hat sich das ein bisschen reduziert. Und die Familienplanung altersmäßig nach hinten verschoben. Meine Freundinnen sind alle noch nicht soweit, Mütter zu sein. Die meisten habenstudiert, möchten erst eine gewisse Zeit arbeiten und das Leben genießen. Das ist gut so. Es gibt ja für alles die richtige Zeit im Leben.

WOMAN: Ergab sich die Kroatienreise spontan oder wären Sie mit Jürgen auch hingefahren, wenn Sie nicht Schluss gemacht hätten?

Jukic: Es war geplant, nur nicht so lange. Jetzt wurde mein Aufenthalt länger, ich hab’s genossen.

WOMAN: Man merkt Ihnen keinen Trennungsschmerz an. Wie verarbeiten Sie das?

Jukic: Jürgen und ich haben beschlossen, dass wir dazu nichts sagen. Das geht nur uns beide an. Es ist wie es ist, das Leben geht weiter. Ich bin nicht die erste und nicht die letzte auf der Welt, die so etwas durchmachen muss. Und für ihn gilt dasselbe.

WOMAN: Für welche Dinge noch haben Sie nun als Single wieder mehr Zeit. Oder sind Sie gar neu vergeben?!

Jukic: Nein, das bin ich nicht. Und ich habe jetzt nicht mehr Zeit als vorher für alles, was ich in meinem Leben machen möchte. Meine Beziehung hat mich nie gehindert.

WOMAN: Sie haben in der Türkei bei einem Sport-Camp Kindern eine Woche lang Schwimmunterricht erteilt.

Jukic: Genau, jeden Tag drei Stunden. Sie konnten zwischen Fußball, Modeln, Singen usw. wählen – und ihre Idole kennenlernen. Es gibt nichts Schöneres als Kindern weiterzugeben, was man kann und weiß. Mit meinen zehn Kindern lief es super. Keiner will der nächste Michael Phelps werden, in erster Linie zählte die Gaudi und ihr Interesse. Ich sage immer: je mehr Kids desto besser! Auch privat kann das einmal so sein. Das ist bestimmt abwechslungsreich, wenn auch nicht immer einfach.

WOMAN: Was haben die Kinder Sie gelehrt?

Jukic: Kinder sind immer lustig, fröhlich und haben überhaupt keine Angst, was auf der Welt passieren könnte. Diese Naivität ist für Zehnjährige normal, die wissen noch so wenig vom Leben im Vergleich zu Erwachsenen. Das ist auch der Grund, warum man sich im Alter ein bisschen verändert, sich mehr Sorgen macht, weniger angstfrei lebt. Ich probiere jetzt beim Sporteln nicht mehr Sachen aus, die ich als Mädchen einfach so getan habe. Da habe ich viel zu sehr Angst, dass ich mir weh tue. Die Vernunft bremst die Spontanität schon. Meine Ziel: die Balance zwischen beidem. Denn spontan sein, heißt frei sein!

WOMAN: Ist das eine Erkenntnis aus Dancing Stars? Da waren Sie so frei und streckten Ihren Knackpopo in die Kamera. Das war überraschend und zeugte von Selbstbewusstsein!

Jukic: Beim Absprung ins Schwimmbecken hat man meinen Hintern auch immer gesehen. Beim Mambo war es ein Showelement, am Höschen unter dem Kleid, stand sogar „Manamana“. Ich fand es witzig, die Nummer komödiantisch zu inszenieren, weil man zu diesem blöden Lied unmöglich ernst tanzen kann. Und trotzdem haben manche den Witz nicht verstanden und sich darüber aufgeregt, dass mein Popo extra bescheint wurde. Ich würde es wieder tun…Aber was stimmt, ich bin sicher durch Dancing Stars gereift. Weil ich gesehen habe, wie lernfähig ich bin und was ich alles zuwege bringe, wenn ich will. Ich kann mich sogar jetzt beim Tanzen in den Spiegel schauen. Früher war mir das schrecklich peinlich. Doch nun weiß ich, dass das normal ist und Selbstbeobachtung dazugehört. Aber es war eine Selbstüberwindung. Auch sich in den knappen Kleidchen hinzustellen und vor so einem großen Publikum eine super Performance abzuliefern.

WOMAN: Tanzen als fixes berufliches Standbein wäre nichts?

Jukic: Nööö. Gerhard und ich überlegen, mal Tanzworkshops zu machen. Aber bisher ist das nur eine Idee. Und davon habe ich ja viele. Publizistikstudium beenden: Bachelor ist fertig, jetzt beginne ich mit dem Masterstudium. In zwei Jahren will ich fertig sein. Wichtig ist mir mein Charity-Engagement: Am 17. September nehme ich beim „Sony Ericson Woman Run“ teil, mit dem Prominente diverse Sozialprojekte unterstützen können. Sollte ich ein Preisgeld kriegen, fließt das nach Vukovar, meine Geburtsstadt, damit dort der Bau eines Schwimmbades realisiert werden kann. Gerne würde ich künftig auch flippige Bademode designen und wenn’s gewollt wird, auch dafür modeln. Toll wäre auch ein Praktikum in einer Eventagentur, weil ich gut managen kann. Schon in der Schule war ich immer die Anführerin unserer Gruppenarbeiten, weil ich den Überblick habe. Ich brauche die Abwechslung, eine Aufgabe allein wird mir schnell langweilig. Ich habe viel zu viele Flöhe im Popo, muss ständig was bewegen. Wenn ich merke, etwas geht mir nicht leicht von der Hand oder sichtbare Erfolgserlebnisse bleiben aus, dann lasse ich es bleiben. Denn halbe Sachen mache ich nicht. Man muss sich selbst schon ein bisschen einschätzen können, ehrlich beurteilen können: Kann ich das oder gibt’s jemanden, der das viel besser kann. Doch so lange ich jung bin, will ich so viel als möglich ausprobieren.

WOMAN: Und wovon leben Sie bis zur Realisierung Ihrer Träume?

Jukic: Seit kurzem arbeite ich beim Österreichischen Schwimmverband. Ich entwickle Konzepte zur Nachwuchsförderung, kümmere mich um die Mannschaftsbetreuung, Administration und Organisation von Wettkämpfen und gebe Tipps beim Jugendkader. Da erzähle ich Ihnen zum Beispiel wie eine Profikarriere abläuft, wie man sich beim Training steigert und dass ohne Arbeit, Ordnung und Disziplin sowieso gar nichts geht. Nur mit einer guten Planung bleibt Zeit für Freunde und Kino. Das muss Kindern ein paar Mal gesagt werden, damit sie es kapieren. Ich weiß wie das bei mir damals war…

WOMAN: Arbeit, Ordnung, Disziplin: Muss ein Partner diese Erwartungen auch erfüllen?

Jukic: Ich weiß nicht, wie ein organisierter Mensch reibungslos mit einem kompletten Chaoten funktionierenkann. Das geht nicht gut. Aber den Traumpartner kann man sich nicht planen.Meist kriegt man dann genau einen mit Eigenschaften, die man nicht will. Der ideale Partner für mich wird irgendwann auftauchen. Ich glaube an die Liebe!

WOMAN: Jürgen hat auch manchmal in Ihrer Wohnung gewohnt. Bleiben Sie da wohnen oder brauchen Sie nun einen Tapetenwechsel?

Jukic: Ich wohne nach wie vor dort. Jürgen wohnt in seiner eigenen Wohnung. Ich war jetzt längere Zeit nicht in Wien, deshalb werde ich schauen, wie ich mich zurechtfinde. Ich glaube nicht, dass ich in der Wohnung etwas verändere. Fühle mich wohl und deshalb soll alles so bleiben wie es ist.

WOMAN: Könnten Sie sich vorstellen nach Kroatien zurückzukehren?

Jukic: Irgendwann in der Pension. Doch jetzt nicht. Meine Freunde dort jammern über die schlechten Jobperspektiven. Trotz Studium finden sie keine Arbeitsstelle oder bekommenmonatelang nicht ihre Gehälter ausbezahlt. Das macht mich betroffen, und gleichzeitig bin ich froh, dass ich mir hier in Österreich mein Leben aufgebaut habe.

WOMAN: Schicken Sie Ihren Freunden dann aushilfsweise Geld?

Jukic: Um Gottes Willen, nein, das wäre arrogant. Das würden sie nie von mir verlangen. Die meisten wissen, wie man sparsam mit Geld umgeht.

WOMAN: In Österreich genießen wir einen gewissen Wohlstand. Was, wenn Geld mal seine Bedeutung verliert: Worauf würden Sie nie verzichten können?

Jukic: Ich bin nicht reich und alles was ich besitze, ist hart erarbeitet. Es sind keine Millionen! Ich lebe in einer Mietwohnung, und definitiv nicht über meinen Verhältnissen. Aber ich habe im Jugoslawienkrieg mit fünf Jahren erlebt, wie es ist, alles, was man besitzt, binnen paar Sekunden zu verlieren, wenn eine Bombe einschlägt. Wir hatten ein Haus und einen Garten und dann brach plötzlich der Krieg aus. Mein Papa war weg und ich wusste nicht, ob ich ihn jemals wieder sehe. Es ist bis heute zerstört. Meine Mutter ist damals mit meinem Bruder am Arm, mir und einer Tasche mit ein paar Kleidern weggegangen… Geld, Schmuck und andere Wertsachen haben alle zurückgelassen. Denn nichts hatte einen größeren Wert als das Überleben. Für mich ist daher das Kostbarste, was ich verlieren könnte, meine Familie undmeine Freunde.

WOMAN: Vor kurzem tobte „Hurricane Irene“ in den USA. New York musste evakuiert werden. Zur gleichen Zeit fanden die US Open statt. Auch wenn er Ihr Exfreund ist: Bangten Sie um Jürgen?

Jukic: Natürlich. Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich mich nicht um Leute, die in meinem Leben sind, in einer solchen Situation sorgen würde? Das Gute ist, dass sie mir gleich schrieben, dass sie wohlauf sind. Jürgen war dort nämlich noch mit anderen Freunden und Kollegen und deren Frauen, mit denen ich auch befreundet bin.

WOMAN: Sie sind mit Jürgen also noch in Kontakt…

Jukic: Ja, wir haben uns nicht gestritten, sind im Guten und beidseitigem Respekt auseinander gegangen.

WOMAN: Das ist schön! Können Sie sich ein Liebesrevival vorstellen?

Jukic: Das ist etwas, das ich in einer Zeitung nicht besprechen möchte.

Interview: Petra Klikovits

Thema: Liebe