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Die Kärntner Dichterin Ingeborg Bachmann erlebt im Bombenhagel ihre erste Liebe

Aus dem Nachlass der sensiblen Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) erscheint das "Kriegstagebuch" aus dem Jahr 1945. Und daran anschließend Briefe ihres ersten Freundes: Ein nach Großbritannien emigrierter Wiener Jude, der als Besatzungssoldat heimkehrt.

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Die Kärntner Dichterin Ingeborg Bachmann erlebt im Bombenhagel ihre erste Liebe
© Suhrkamp

Das eigentliche Kriegstagebuch der großen österreichischen Dichterin umfasst nur sechs eng beschriebene DIN A4 Seiten, Ingeborg Bachmann, die Tochter eines Nazi-Mitläufers, freut sich über einen Ausbildungsplatz an der Klagenfurter Lehrerbildungsanstalt, obwohl sie viel lieber an einer Universität studieren möchte. Die Russen haben bereits Wien erobert und sind im Vormarsch gegen Süden. "Ich habe einen Sessel in den Garten gestellt und lese. Ich habe mir vorgenommen, weiterzulesen", schreibt die knapp 18 jährige, "wenn die Bomben kommen." Der Krieg ist aus und Kärnten wird von den Engländern besetzt. Unter den Soldaten ist ein junger Wiener Jude, der 1938 noch rechtzeitig fliehen konnte, Jack Hamesh, geboren als Jakob Fünfer. "So ist das also. Alle reden über mich, und natürlich auch die ganze Verwandtschaft. ,Sie geht mit dem Juden'", schildert Bachmann den Antisemitismus noch nach Kriegsende. Erstmals sind in diesem Band die liebevollen Briefe zu lesen, die Jack der "lieben, lieben Inge" geschrieben hat. Die Antworten der Dichterin sind leider verloren gegangen.

Thema: Liebe

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