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Die heilende Kraft von ätherischen Ölen:
Den Wohlfühlfaktor einfach steigern

Ätherische Öle riechen nicht nur gut, sie bewirken auch eine ganze Menge. Von erster Hilfe bei kleinen Schnitten und Verbrennungen bis zur selbst gemachten hochwertigen Badeölmischung reicht die Palette. Wir sagen Ihnen, was in Ihrer Hausapotheke nützlich ist.


Die heilende Kraft von ätherischen Ölen:
Den Wohlfühlfaktor einfach steigern
© Corbis

Kleine, dunkle Fläschchen, meistens recht unscheinbar, aber wenn wir sie aufmachen, dann kommt uns eine wahre Duftexplosion entgegen. Und jede Menge Assoziationen. Ätherische Öle können viel mehr, als nur im Winter in der Duftlampe ein frisches Gefühl in die Wohnung zaubern. Tatsächlich sind die kleinen Geruchsbomben große Helfer im täglichen Leben.

Ätherische Öle wirken direkt auf das Geruchszentrum im limbischen System des Gehirns, dem auch der Sitz der Emotionen zugeschrieben wird. Automatisch wird jeder Geruch sofort mit einer Erinnerung oder Erfahrung in Verbindung gebracht. Dadurch beeinflussen die ätherischen Öle unsere Stimmung, wirken anregend, beruhigend, ausgleichend oder harmonisierend. Darüber hinaus haben sie auch nachgewiesene stärkende Wirkungen auf die Immunabwehr, wirken antiseptisch und keimtötend.

Wichtig ist die Qualität der verwendeten Öle. Wie überall gilt auch hier: nur echtes ist gut. Denn synthetische oder naturidente Öle täuschen unserer Nase zwar den Geruch vor, aber unser Gehirn kann diese Signale nicht verarbeiten. Steht 100 Prozent naturreines ätherisches Öl auf dem Fläschchen, dann ist die Qualität gesichert.

Am besten kaufen Sie ätherische Öle in Apotheken, Drogerien oder Reformhäusern. Bei Zitrusfrüchten sollten Sie darauf achten, dass die Öle biologische Qualität haben, da bei der Kaltpressung, durch die diese Öle gewonnen werden, Pestizide ins Endprodukt gelangen können. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen und werden als Chemikalien eingestuft. Unverdünnt auf der Haut oder wenn sie geschluckt werden, können sie reizend wirken. In Kinderhände sollten die Öle also nicht gelangen.

Auch ätherische Öle sind nicht unbegrenzt haltbar, allerdings gibt es große Unterschiede. Zitrusöle etwa altern relativ rasch und sollten innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden. Ihr Geruch wird dann muffig und verliert seine charakteristische Frische. Blütenöle dagegen werden mit der Zeit immer besser und entwickeln ihren Duft über mehrere Jahre. Üblicherweise sind die Fläschchen aber mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet.

Die gängigste Anwendung von ätherischen Ölen, die wir wohl alle kennen, ist in der Duftlampe. Einige wenige Tropfen genügen, um im Raum eine angenehme Stimmung zu zaubern. Die Öle können aber auch in der Badewanne, zum Massieren oder zum Inhalieren bei Verkühlungen verwendet werden, einige können sogar direkt auf die Haut aufgetragen werden.

In der Haushaltsapotheke

Kleine Helfer im Alltag, empfohlen von Priska Neulinger, Aromapraktikerin in St. Pölten.

Ein wahres Allheilmittel ist Lavendelöl . Es kann direkt auf die Haut aufgetragen werden und wirkt antiseptisch und entzündungshemmend. Es eignet sich bestens zur ersten Hilfe bei kleinen Verletzungen oder Verbrennungen.
Ein Tropfen Lavendelöl auf der betroffenen Stelle stillt eine kleine Blutung und verhindert das Entstehen von Brandblasen. Gleichzeitig desinfiziert es die Wunde ohne zu brennen und beruhigt nebenbei auch noch. Daher ist es auch für Kinder sehr gut geeignet.

Zitrusöle sorgen generell für eine heitere Stimmung und ein frisches Gefühl. Zitrone klärt und erfrischt, Orange und Bergamotte bringen Sonne ins Herz und heben die Stimmung. Ein echter Seelentröster ist Neroli, das Öl aus der Blüte der Orange. Es wirkt direkt auf das Herz und lindert die Schatten schlechter Erfahrungen.

Teebaumöl ist vor allem bei Hautproblemen sehr hilfreich. Es ist entzündungshemmend, wundheilend und pilzabtötend und wirkt gegen Akne und Herpes. Da es sehr hautschonend ist, kann es direkt aufgetragen werden, allerdings kann es dabei zu einem leichten Brennen kommen. Bei Zahnfleischentzündungen wird es als Mundspülung verwendet, einfach ein paar Tropfen ins Gurgelwasser geben.

Große Dienste bei Verkühlungen liefern Thymian , Majoran oder Cajeput . Eine Schüssel mit nicht zu heißem Wasser füllen, etwas Salz und das Öl in kleinen Portionen dazugeben, damit nicht alles auf einmal verdampft. Auch Kaltinhalation ist möglich, zum Beispiel im Büro oder unterwegs. Einfach ein bis zwei Tropfen auf ein Taschentuch geben und immer wieder daran schnuppern.

Für die Badewanne können Sie sich mit ätherischen Ölen eine ganz persönliche Mischung kreieren, zur Beruhigung mit Lavendel, zur Belebung mit Zitrusölen oder ein wohltuendes Erkältungsbad , z.B. mit Eukalyptus . Wichtig ist, das Öl mit einem Emulgator zu verrühren, da es sonst oben schwimmt und sich nicht mit dem Wasser mischen kann. Dazu eignen sich ein Tasse Milch oder etwas Obers, die den praktischen Nebeneffekt haben, die Haut weichzumachen. Geben Sie auch etwas Meersalz ins Badewasser, so wird dem Körper weniger Salz entzogen und die Haut wird weich und geschmeidig.

Ätherischen Öle kann man auch mit Putzen kombinieren . Einfach ein paar Tropfen ins Putzwasser geben, z.B. Zitrone für die Stimmung und Wacholder für die Reinigung und die Wohnung bekommt eine angenehme Atmosphäre.

Redaktion: Pia Kruckenhauser