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Die Macht der Venus: die positive Kraft des weiblichen Zyklus für alle Bereiche nutzen

Es gibt diese gewissen Tage im Monat, an denen wir uns umwerfend fühlen – und dann gibt es diese anderen Tage, an denen wir uns am liebsten unter der Bettdecke verkriechen wollen und das Haus oder die Wohnung unter keinen Umständen verlassen wollen. Wir zeigen Ihnen, wie man die positive Kraft des weiblichen Zyklus für sich selbst nutzen kann!


Die Macht der Venus: die positive Kraft des weiblichen Zyklus für alle Bereiche nutzen
© Corbis

Jede Frau kennt sie – diese gewissen Tage im Monat, an denen alles glatt läuft und die eigene Ausstrahlung umwerfend ist: Das Haar glänzt, die Haut ist wunderbar zart, und wie durch ein Wunder lächelt uns der attraktive Kerl in der U-Bahn an. Beinahe fühlen wir uns wie eine Liebesgöttin. Kein Wunder also, dass US-Gynäkologin Rebecca Booth, 50, diese fruchtbare Zeit die Venus-Woche nennt. In ihrem Buch „Venus Week – Wie Ihre Hormone Sie unwiderstehlich machen“ ( MVG Verlag um € 17,90) geht die Ärztin nicht nur auf die einzelnen Phasen des monatlichen Zyklus ein, sondern gibt auch gezielt Tipps, wie Frauen ihr Wohlbefinden fördern können. Wir haben die besten Empfehlungen für Sie zusammengestellt.

Beobachtung.
Bevor Sie Ihre Venus wachküssen, müssen Sie genau über Ihren Zyklus Bescheid wissen. Dieser startet mit der Menstruation und kann 21 bis 35 Tage dauern. Wenn Sie sich nicht sicher sind, in welcher Phase Sie sich gerade befinden, beginnen Sie ein Zyklus-Tagebuch (Start mit dem ersten Tag der Regelblutung). Ein weiteres Hilfsmittel ist die Temperaturmethode. Dabei wird täglich gleich nach dem Aufwachen mit einem digitalen Thermometer die Temperatur gemessen. Nach dem Eisprung steigt sie von 36,6 auf 36,8 oder 36,9 Grad an. Um den Verlauf genau zu beobachten, sollten Sie die Werte in eine Liste eintragen. Wollen Sie Ihre fruchtbaren Tage feststellen, können Sie sich in der Apotheke oder dem Drogeriemarkt einen Ovulationstest (Eisprungtest) besorgen. Bis zu 500-mal erleben wir in unserem Leben einen Eisprung. Der Höhepunkt der Fruchtbarkeit ist mit 25 Jahren erreicht. Danach nimmt sie sukzessive ab – bei Frauen über 40 Jahren hat sie nur noch fünf Prozent der Ursprungskraft.

Reset-Phase.
Zwei bis drei Tage vor bis drei Tage nach Einsetzen der Menstruation dauert die sogenannte Reset-Phase an: Die Hormone Östrogen und Testosteron (Letzteres löst das sexuelle Begehren aus) befinden sich auf dem Tiefstand. Symptome des Prämenstruellen Syndroms (PMS) wie Niedergeschlagenheit, Krämpfe und Migräne machen sich bemerkbar. Kalzium kann diese Beschwerden lindern. Gynäkologin Booth empfiehlt Frauen vor der Menopause eine Tagesdosis von 1.000 Milligramm. Wichtig: „Verteilen Sie die Einnahme auf mehrere Portionen, da der Körper nicht mehr als 500 bis 600 Milligramm auf einmal aufnehmen kann“, so die Expertin. Gute Lieferanten sind Milchprodukte (eine Tasse Milch enthält rund 300 Milligramm Kalzium) und Gemüsesorten wie Grünkohl, Brokkoli, Linsen und Bohnen. Die Reset-Phase ist die beste Zeit, um sich zurückzuziehen und die Seele baumeln zu lassen. Die US-Ärztin schlägt für diese kritische Zeit tägliche Relax-Einheiten vor. Denn Stress kann sich ungünstig auf die Menstruation auswirken und im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass der Eisprung ausbleibt. Welche Art der Entspannung Sie wählen, ist dabei vollkommen gleich: Ob Massage, Yoga, Lesen oder das Ausüben eines Hobbys. Wichtig ist, dass Sie den Alltag loslassen. Sehr hilfreich können dabei auch Atemübungen sein, denn gerade in der Reset-Phase kann es aufgrund des niedrigen Östrogen-Spiegels zu Kurzatmigkeit kommen. Tipp der Frauenärztin: Probieren Sie es mit Zwerchfellatmung. Legen Sie eine Hand auf den Bauch, und atmen Sie langsam durch die Nase ein. Während des Einatmens sollte sich der Oberbauch weiten. Dann durch die geschürzten Lippen wieder ausatmen. Legen Sie eine kurze Pause ein, und wiederholen Sie die Übung so lange, bis Sie das Gefühl haben, dass der Herzschlag langsamer wird und die Ruhe zurückkehrt.

Venus-Woche.
Ab dem 4. Tag beginnt die Hormon- Konzentration wieder zu steigen. Zwischen dem 7. und 14. Tag erleben wir schließlich die Venus-Woche. Jetzt sind wir sowohl geistig als auch körperlich auf dem Höhepunkt. Energie, Selbstvertrauen und Kreativität sind gesteigert. Auch die Ausdruckskraft ist stärker, da Östrogen das Sprachgedächtnis positiv beeinflusst – der beste Zeitpunkt für ein Bewerbungsgespräch! Zudem lässt der Appetit nach, und Wasseransammlungen gehen zurück. Fünf bis sieben Tage vor dem Eisprung und am Tag des Eisprungs selbst ist die fruchtbarste Zeit einer Frau. Das Maximum wird zwischen dem 12. und 14. Tag, der sogenannten Aphrodite-Phase, erreicht. Östrogen und Testosteron sind jetzt am Höhepunkt. Haut und Haare werden schöner, wir sind stärker an sozialen Kontakten und Sex interessiert. „In dieser Phase ist die Anbahnung einer intimen Beziehung besonders leicht. Allerdings kann nach dem ersten Rausch der Gefühle die Anziehung schon bald wieder verflogen sein“, erklärt Booth.

Minerva-Phase.
Nach dem Hoch der Venus-Woche folgt ein rapider Abfall des Östrogen- und Testosteron-Spiegels. Gleichzeitig steigt das Progesteron langsam an. Die Minerva-Phase (15. bis 25. Tag) setzt ein. Nun wird der Wunsch nach Ruhe, mehr Kalorien und weniger Romantik laut. Das ist von Mutter Natur auch so vorgesehen: Denn sie geht davon aus, dass der Venus-Woche eine Schwangerschaft folgt. Der meist schwierige Übergang von Venus zu Minerva lässt sich durch die Einnahme von Phytoöstrogenen enorm erleichtern, die etwa in Soja, Rotklee, Trauben oder Leinsamen enthalten sind. „Ideal sind 50 bis 70 Milligramm pro Tag“, schlägt die Expertin vor. Besonders häufig ist in diesem Abschnitt auch der Heißhunger auf Kohlenhydrate und Süßes. Doch gerade jetzt sollten Weißmehlprodukte, Zucker, Kartoffeln, fettes Fleisch und Limonaden tabu sein. Stattdessen sollten Sie zu schnellen Proteinsnacks wie Nüssen und fettarmem Käse, Vollkornprodukten, Fisch, Huhn, Wasser, Tee und Obstsorten mit niedrigem Zuckergehalt wie Äpfeln, Birnen, Beeren und Kirschen greifen.

Gute Laune.
Wer in dieser Zeit sowohl Stimmung als auch sexuelle Lust steigern möchte, sollte Omega-3-Fettsäuren in den Speiseplan einbauen. Diese sorgen für einen Anstieg des Glückshormons Dopamin und lassen die Libido in die Höhe schnellen. „Am besten ist eine tägliche Mischung der Omega-3-Fettsäuren aus 270 Milligramm Eicosapentaensäure und 175 Milligramm Docosahexaensäure (Apotheke). Auch Leinsamenöl ist eine sehr gute Quelle“, verrät die Hormon-Spezialistin. Ebenfalls ein guter Seelentröster ist dunkle Schokolade. Sie enthält Flavonoide, die ähnlich wirken wie Östrogen. „Am wirkungsvollsten ist eine Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent. Je dunkler die Schokolade, umso besser“, meint Booth.

Venus-Förderer.
Zusätzlich zu den bereits genannten Empfehlungen können Sie die Venus auch während des gesamten Monats mit ein paar kleinen Tricks stärken. Vermeiden Sie Transfettsäuren. Diese sind in vielen Fertigprodukten enthalten und können den Eisprung unterdrücken. Verwenden Sie stattdessen lieber Olivenöl. Um die Abwehrkräfte zu stärken und den Blutfluss in den Geschlechtsorganen zu verbessern, rät die US-Gynäkologin zur täglichen Einnahme eines Multivitaminpräparates mit Folsäure – nicht nur, wenn man schwanger werden möchte. Wichtig für das hormonelle Gleichgewicht ist auch Vitamin D. Im Normalfall wird es vor allem mithilfe der Sonnenstrahlung gebildet. In den lichtarmen Monaten kann der Bedarf auch über Fischsorten wie Lachs und Sardinen oder ein Nahrungsergänzungsmittel gedeckt werden. Ebenfalls hilfreich: täglich ein halber Teelöffel Zimt. Das fördert den Stoffwechsel und senkt den Cholesterinspiegel.

Training.
Bewegen Sie sich zu wenig, geht der Körper davon aus, dass Sie verletzt sind. Die Folge: Der Stoffwechsel wird verlangsamt und es kann zu einer Unterdrückung des Eisprungs kommen. Frauen, die regelmäßig Sport betreiben, erleben hingegen einen regelmäßigen Eisprung. Bauen Sie daher täglich mindestens 30 Minuten Bewegung ein. „Oft reicht schon flottes Spazierengehen. Achten Sie aber darauf, dass das Training aerob bleibt, also dass Sie nicht außer Atem kommen“, rät die Medizinerin. Zusätzlich sollten Sie mindestens zweimal pro Woche eine Yoga- oder Pilates-Einheit einplanen. Dabei werden nicht nur tiefer liegende Muskelgruppen gestärkt, sondern auch die Eierstöcke gut mit Blut versorgt.

Schönheit.
Während des Zyklus verändern sich auch Zustand und Aussehen von Haut und Haar. In der Venus-Woche werden Sie keine zusätzliche Pflege oder gar Make-up benötigen. Denn in diesen fünf bis sieben Tagen ist der Teint klar, Akne oder Pickel verschwinden. Die Haut ist elastischer und besitzt mehr Feuchtigkeit. Das Haar wird voller und glänzt, die Nägel sind stark. Anders sieht die Sache dann in Minerva- und Reset-Phasen aus: Vor allem vor dem Einsetzen der Menstruation kommt es vermehrt zu Hautunreinheiten. Verstärkt wird diese Tendenz durch Zucker und Weißmehl. Verzichten Sie daher auf diese Lebensmittel, vereinbaren Sie lieber einen Termin bei Ihrer Kosmetikerin!

Pflege.
Wer sich die Kosten einer professionellen Beauty-Behandlung ersparen möchte, kann zuhause auch selbst Hand anlegen. Damit fahle Haut wieder erstrahlt, sollten Sie im ersten und dritten Zyklus-Viertel mindestens einmal pro Woche ein Peeling machen, in der vierten Woche sogar täglich. Achtung: Verwenden Sie ein mildes Produkt. Denn wird die Produktion neuer Zellen zu stark angekurbelt, kann es passieren, dass die Hornschicht nicht feiner, sondern dicker wird. Gegen aufkeimende Pickel hilft ein Gesichtswasser mit Salicylsäure. Die Poren öffnen sich und werden von Schmutz und Talg befreit. Für die abschließende Pflege sollten Sie Cremes mit Inhaltsstoffen verwenden, welche die Elastizität der Haut fördern und ihr Feuchtigkeit zurückgeben, etwa Retinol und Antioxidantien wie Coenzym Q10 und Vitamin C. Anti-Aging-Tipp von Booth: „Ich benütze am liebsten Produkte, die reich an Phytoöstrogenen – vor allem aus Sojaextrakten – sind.“ Gönnen Sie Ihren Haaren eine Kur oder Pflegepackung. Bei brüchigen Nägeln helfen das Einreiben mit Sheabutter und die Einnahme von Biotintabletten (rund 300 Mikrogramm pro Tag). Beherzigen Sie diese Tipps, kann eigentlich nichts schiefgehen. „Dann werden Sie unwiderstehlich“ – verspricht zumindest Rebecca Booth.

Redaktion: Christine Ziechert